Es sei nicht sinnvoll, wenn es für einen Menschen
attraktiver sei, die Leistungen aus Hartz IV durch einen Zuverdienst zu ergänzen, als eine reguläre Arbeit anzunehmen. Wer heute Arbeitslosengeld II beziehe, komme mit einem 400 Euro-Minijob nicht aus dem Transferbezug hinaus. “Da müssen wir gründlich nachdenken”,
sagt Brauksiepe. Quelle: hier und hier
(Hervorhebung durch mich)
Was dieser Satz so alles impiziert, lässt mir meinen Morgentee hochkommen. Dazu schreibe ich später noch was, ich muss jetzt nur gleich los.
So nun kommt der versprochene Text, eine Analyse ist es allerdings nicht geworden:
Ich kenne den nicht, diesen Brauksiepe, offensichtlich muss sich im Moment auch noch der letzte Hinterbänkler damit profilieren Erwerbslosenmonopoly zu spielen. Gründlich nachdenken? Die hocken doch Abends beim Bier zusammen und würfeln aus, was man noch so alles machen kann. Mit ordentlich Sprit im Blut kommt man dann so richtig in Fahrt: “Ist klar, es werden niemals wieder alle Arbeit finden, schon gar nicht, wenn wir die Arbeitszeiten raufsetzen. Ist das nicht witzig, endlich können wir den Arbeitnehmern und den Gewerkschaften das Genick brechen und was da beste ist, es wehrt sich kaum einer. Also, machen wir doch mal ein Brainstorming. Diesen Herbst nehmen wir denen die Chance weg in einem richtigen Job einen Nebenerwerb anzufangen und dann schicken wir sie Straße kehren. Als nächstes wird eine Klausel in Bereich Integrationsjobs geändert, so dass auch die freie Wirtschaft von den ein Eurojobbern profitieren können. Das ist dann der staatlich vollsubventionierte Arbeitnehmer ohne Lohnnebenkosten. Kann ich mir dann auch einen einstellen und muss das dann nicht mehr aus meienm Budget zahlen? Btw. mein Aktiendepot läuft super. Hat die INSM schon die Rechte auf die Inhalte der drei neuen Soaps gekauft? Die müssen dringend weiter machen, es läuft ja echt gut. Und sind die freien Mitarbeiter der Zeitungen und Medien endlich eingeschüchtert genug, weil sie jetzt ihre Bezugzeiten für ALG I in zwei statt drei Jahren zusammenbringen müssen? Die Erwerbslosen kennzeichenen, können wir doch noch (!) nicht bringen.”
So oder so ähnlich muss das da ablaufen.
Dieser unverschämte Satz da oben unterstellt, dass es für irgendjemanden attraktiv ist, im “Transferbezug” zu bleiben und deswegen nur einen 400 Euro-Job annimmt, statt eine “reguläre” Arbeit anzunehmen. Was zur Hölle ist denn bitte eine “reguläre Arbeit”? Etwa das was Herr Brauksiepe da treibt? Oder das was in Massen Monat für Monat abgebaut wird, damit die Rendite wächst? Was ist an einem Job, der “nur” 400 Euro einbringt bitte, irregulär? Job ist Job, für das idiotische Gesetzeswerk da, kann keiner der Erwerbslosen was. Abgesehen davon, dass dies tatsächlich eine der wenigen echten Chancen ist, die man hat, in einen zeitlich umfangreichere Stelle eingestellt zu werden. Auch wenn die Definition von sogenannten 1-Euro-Jobs seit drei Tagen eine andere ist als vorher und nun als Arbeit eingestuft wird und nicht mehr als Integrationsmaßnahme, bleibt es was es ist, eine ungeheuerlich teuere Zerstörung “regulärer” Arbeitsplätze. Und Herr Brauksiepe, von 400 verdienten Euro darf der gemeine ALG II Bezieher 160 Euro behalten. Mit anderen Worten, 240 Euro werden von seinem Regelsatzes abgezogen, was doch nicht anderes bedeutet, dass der gemeine ALG II Bezieher mit 240 Euro seinen Regelsatz finanziert. Und für die Stundenlöhne die da gezahlt werden, würden Sie doch vermutlich das Telefon auf Ihrem Schreibtisch klingeln lassen.
Nachtrag 4.08.: Sag ich doch, die hocken zusammen und saufen sich einen: Kein Urlaub für Erwerbslose und weiteres auf dem Grundgesetz herumtrampeln. Warum übergebt ihr eigentlich die Regierungsgewalt nicht gleich den Arbeitgeberverbänden.
Und beim Einsamen Wolf fand sich noch ein Hinweis darauf, wie sich die Saufkumpanen beim Erwerbslosenmonopoly es schaffen, ein Familienbild (re-) zuinstallieren, das ja nicht mal wirdklich Realität war, als es so vor ca. 250 Jahren aufkam.