Somlus Welt

Viele Fragen, keine Antworten

Archiv für September, 2006

Dialog - Lesung und Diskussion mit Erhard Brunn

Verfasst von somluswelt am 22, September 2006

Am kommenden Dienstag, 26.9.2006, 20:30 Uhr
findet im Buchladen Land in Sicht in Frankfurt am Main
eine Lesung mit Erhard Brunn: „Christentum und Islam – ein neuer Dialog“ statt.

Es geht um den Dialog zwischen Christen und Islam. Erhard Brunn ist der Ehemann eines ehemaligen terre-des hommes-Mitgliedes. Mit ihr war er in Uganda und Niger und hat dort als Journalist und begleitender Ehepartner einer Entwicklungshelferin viel gesehen und erlebt und dieses in seinem Buch verarbeitet.

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Facharztsuche

Verfasst von somluswelt am 20, September 2006

Seit letzter Woche bin ich fußlahm. Irgendwas schmerzt im linken Bein/Fußgelenk/Wade. Die Hausärztin vermutet, dass es was mit der Achillessehne ist, ich glaube, es ist was muskuläres aber wer kann das schon sagen. Eine Überweisung Facharzt musste her.

Im Allgemeinen meide ich Orthopäden aber in diesem Fall, zumal die Sache langsam schmerzhafter wird, blieb mir keine Wahl. Die erste Sprechstundenhilfe am Telefon entschuldigte sich wortreich und konnte mir wegen des Praxisurlaubes erst einen Termin Ende Oktober anbieten. Die zweite Sprechstundenhilfe bot mir einen Termin am 23.10.2006 an! Von irgendeinem Urlaub war keine Rede. Die dritte war ein Anrufbeantworter, die Praxis war grade in im Urlaub. Die vierte Sprechstundenhilfe, aus einer sehr großen Praxis, die nicht mehr im Stadtteil angesiedelt ist, hatt als frühesten Termin irgendwas um den 9. Oktober. Auf meine Hinweise, dass ich sehr starke Schmerzen hätte und nicht laufen könnte, entschuldigten sie sich und konnten es aber nicht ändern. Natürlich wurde in allen diesen Praxen immer nach meiner Versicherung gefragt. Ich will ja nichts unterstellen aber bekam ich das Gefühl, dass diese Terminproblematik mit meiner Versicherung zu tun hat. Die zweite Stimme wollte doch schauen, ob nicht jemand abgesagt habe, fragte nach meiner Versicherung und konnte dann nichts finden. Vermutlich bin ich paranoid. Von einer der Damen schlug vor, dass ich noch mal zu meiner Hausärztin gehen und mir was verschreiben zu lassen sollte? Wenn meine Hausärztin mir hätte helfen können, wäre ja keine Überweisung nötig gewesen? Oder, wenn es so dringend ist, könnte meine Hausärztin den Doktor doch anrufen und das mit ihm besprechen? Schließlich hatte ich Glück, wie mir die fünfte Sprechstundenhilde mitteilte, normalerweise wäre bei Ihnen auf Wochen alles voll aber sie hätten morgen früh einen Termin. Das nenne ich flächendeckende medizinische Versorgung.

Nachtrag 25.09: Am Wochenende erzählte mir eine Freundin, die an einer Bandschaibenauswölbung leidet und so Mitte 50 ist, dass ihr eine Orthopädin gesagt habe, wenn sie zuerst zu ihr gekommen wäre, hätte sie keine Krankengymnastik erhalten, weil das eine altergemäße Beschwerde sei, da würde man nichts mehr unternehmen. Ich komme da irgendwie überhaupt nicht drüber weg, wie das gehen soll, die konnte sich über Wochen kaum bewegen.

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Homöopathie - Wer heilt hat recht

Verfasst von somluswelt am 11, September 2006

Ich les es schon wieder an dieser oder jener Stelle, Homöopathie taugt nichts, alles Glaube, alles Einbildung - die Verdünnungen sind so hoch, das kann doch keiner ernst nehmen usw. usf.

Ich persönlich würde bis heute mit Cortison vollgepumpt zwischen Lungenkurorten pendeln, wenn es die Homöopathie nicht gäbe (Mal ganz abgesehen davon, dass ich mir meine Medikamente heute nicht mehr leisten könnte). Eine Freundin von mir würde immer noch jährlich oder häufiger im Krankenhaus landen, weil ihre Neurodermits so schlimm war, dass sie sich Suprainfektionen auf der Haut zuzog und würde deswegen immerzu Virsusstatika schlucken müssen. Was im übrigen auch eine Folge der ständigen Cortisongaben war. Bei ihr wechselten die Rezepte für Cortision und Virusstatika sich gegenseitig ab. Eine weitere Freundin konnte vom ersten Pollen im Jahr bis zum letzten nicht auf die Straße gehen. Um nur einige Beispiele zu nennen. Es ist mir egal, ob irgend jemand heutzutage den Zusammenhang zwischen der Gabe von homoppathischen Mitteln und der Heilung bzw. der Einschränkung von Krankheiten beweisen kann. Die Schulmedizin hatte für die beiden erwähnten Freundinnen und mich keine Antworten außer vielleicht solche, die die Lebensqualität massiv einschränken und nicht unerhebliche gesundheitliche Folgeschäden, auch gerne Nebenwirkungen gegenannt, nach sich gezogen hätten. Ich bin inzwischen symtomfrei, bis auf wenige Zeiten, vor allem wenn ich erkältet bin. Die beiden Freundinnen leben inzwischen ebenfalls ohne “schulmedizinische” Medikamente und kommen gut klar. Wenn ich mir ein Bein breche, dann hab ich nichts gegen die “Schulmedizin”, wobei sie von asiatischen Behandlungsmethoden und anderen sicher auch profitiern könnte.

Die Pharmalobby hat auch überhaupt kein Interesse daran, dass die Homöopathie und ihre Erfolge vor allem im Bereich chronischer Erkrankungen zu diffamieren. Daran lässt sich sicher so gut glauben, wie an den freien Markt und seine Selbstregulierungskräfte oder der Glaube daran, in der besten aller Welten zu leben. Komischerweise wirds nicht besser in unseren Breitengraden, ganz zu schweigen von anderne Regionen auf diesem Planeten. Ja, sicher, ist einfach noch nicht frei genug dieser Markt. Das nenne ich Kraft des Glaubens. Aber als an allergischem Astma Erkrankte, die heute problemlos mit zwei Katzen zusammenleben kann, halte ich es mit Hahnemann: Wer heilt hat recht.

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Navigationshilfen

Verfasst von somluswelt am 10, September 2006

“Hast du Die Adresse von dem Tierheim dabei?” frag ich die Liebste, als wir unsere Einkäufe im Kofferraum verstaut hatte. Nein, war die Antwort, aber ich habe die im Kopf. Na dann ist okay, denke ich mir und setze mich erwartungesvoll wieder ins Auto. Gabi, das ist das Navigationsystem, allerdings, kannnte die Straße überhaupt nicht. Weder scheint sie mit “Iff..” anzufangen, noch mit “Idf..” oder weiteren Kombinationen ähnlicher Buchstabenfolgen. Nachdem wir schon eine Menge Zeit beim Recyclinghof verbracht hatte und außerdem noch zum schwedischen Möbelhaus mussten, um drei Bretter und zwei Seitenteile für ein Regal zu besorgen, war an schnell mal nach Hause fahren und die Adresse vom Frühstückstisch abholen, nicht zu denken. “Ich habe ja den Laptop dabei” sagt die Liebste, die ihn mit sich herumschleppen muss, weil sie Bereitschaft hat. Also, Laptop angeworfen und keine Verbindung bekommen. Ich grinse und ziehe aus der Seitenablage den guten alten Stadtplan.

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Die ArGe mal wieder

Verfasst von somluswelt am 7, September 2006

“Aufforderung zur Mitwirkung nach § 60 Erstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB I)” so der Betreff eines Schreibens, dass mir die ArGe freundlicherweise zuschickte.

Der Begrüßung folgten diese freundlichen Sätze:
“Sie beziehen laufend Leistungen zur Sicherung Ihres Lebensunterhaltes. Während des Bezugs dieser Leistung sind Sie verpflichtet, nach § 60 (1) Nr. 3 SGB I im Leistungsverfahren mitzuwirken. Dabei haben Sie Beweismittel zu bezeichnen und Beweisurkunden vorzulegen oder ihrer Vorlage zuzustimmen. Ihre Pflicht zur Angabe aller Tatsachen, die für die Geldleistung erheblich sind, besteht nach § 60 (1) Nr. 1 SGB 1 und bleibt davon unberührt”

Weiterhin schreibt die ArGe, dass meine “Mitwirkung” gebraucht werde, um meinen Leistungsanspruch neu zu berechnen. Und wenn ich nicht bis zu diesem und jenem Tag ein Formular (lag bei) und meine Kontoauszüge als “Nachweis über Einkommenseingang” vorlege, dann, ja ne is klar, würden meine Geldleistungen ganz gestrichen.

Ah ja, die gesetzlichen Bestimmungen dazu lagen dem Schreiben bei.

Worum es geht?

Kürzlich habe ich einen 400 Eurojob ergattert, aus dem möglicherweise mehr werden kann. Um meiner “Beweispflicht” nachzukommen, dass ich tatsächlich Einkommen habe, habe ich der ArGe meine erste Gehaltsabrechnung zugesandt. Außerdem informierte ich die Sachbearbieterin in einem freundlichen Begleitschreiben, dass mir die Erweiterung dieser Stelle in ein reguläres Arbeitsverhältnis in Aussicht gestellt wurde.

Muss ich extra erwähnen, dass der Umstand, der das Schreiben der ArGe auslöste, nämlich meine Arbeitsaufnahme, ebendort mit keinem Wort erwähnt wurde?

Geht es denen da eigentlich noch ganz gut. Rührt man sich und kommt seinen “Mitwirkungspflichten” nach, schicken die einem Belehrungen, wie aus dem Strafgesetzbuch und man muss sich schon fragen, ob es klug war überhaupt eine Arbeit angenommen zu haben. Scheinbar folgt der Arbeitsaufnahme ummittelbar die Unterstellung, dass man die ArGe bescheißen wolle. Ich bin fast versucht es zu tun, wenn es mir solche Schreiben erspart. Man hört ja so einiges über die Kölner ArGe und das mal wieder Geld für Berater zum Fenster rausgeworfen werden soll. Wie wäre es mal mit einer Schulung: “Umgang mit Erwerbslosen” Untertitel:” Behandlung von Erwerbslosen als menschliche Wesen, wie alle anderen auch und wie man sie mit Würde und Respekt behandet” oder “Anschreiben, die Ihre Kunden nicht, wie gemeine Betrüger dastehen lassen.”

Wie wäre es mal mit einem solchen Text:

Sehr geehrte Frau Somlu,

ich freue mich, dass sie einen Job gefunden haben, bei dem die Aussicht besteht, dass er langfristig in ein reguläres Arbeitsverhältnis umgewandelt wird. Um Ihren Leistungsanspruch neu zu berechnen, benötigen wir noch folgende Unterlagen von Ihnen:

a
b

Legen Sie diese Unterlagen bis zum xy Datum bei uns vor. Bitte bedenken Sie, dass der Gesetzgeber für die Abwicklung solcher Vorgänge Fristen vorgesehen hat, deren verstreichen Sanktionen nach sich zieht. Die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen finden Sie in der Anlage.

MfG
ArGe

Das ändert zwar nichts an der Sachlage aber erleichtert den Kontakt ungemein.

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