Somlus Welt

Viele Fragen, keine Antworten

Archiv für Oktober, 2006

Kommentar zur Nacht

Verfasst von somluswelt am 18, Oktober 2006

Veröffentlicht in arbeitsmarkt, arge, armut, hartz IV, politik, sgb II, sgb XII, wirtschaft | 6 Kommentare »

Jetzt haben sie es also geschafft

Verfasst von somluswelt am 17, Oktober 2006

Ich sehe sie vor meinem geistigen Auge, wie sie bei fünf Gängemenü a la Carte und Champagner sich gegenseitig auf die Schultern klopfen und ihren immensen Erfolg feiern. Sie saufen, schlürfen,schmatzen und wedeln sich mit den Schreiben der Arbeitgeberverbände Luft zu. Glückwunschschreiben diverser Lobbyorganisation quellen über die Tischränder. Natürlich sitzen sie in Hinterzimmern, abgeschirmt von den ewig neugierigen Kameras und den fragenden Blicken. Vor ihrer Abschirmung schauen sie gekonnt betreten und faseln etwas von Hilfsmaßnahmen. Obwohl sie zeitgleich Vorschläge im Parlament diskutieren, die ihrer professionellen Betroffenheitsorgie Lügen straft. Endlich geschafft. Endlich gibt es genug Arme in Deutschland (Quelle). Daran hatten sie ja die letzten 10 Jahre hart gearbeitet. Endlich gibt es ein Heer von Menschen, die als Druckmittel und Erpressung für alle anderen herhalten müssen. Allein für die Idee und deren erfolgreiche Umsetzung, diesen Menschen ihre Armut als Selbstverschuldet unterzujubeln und alle machen dabei mit, dafür hätten sie eigentlich einen Preis verdient. Die Franzosen hatten ja Pech, wie gut, dass die Deutschen so spuren. Finden sie, die steuerfinanzierten Staatdiener, als sie dann endlich ihre Zigarren anzünden.

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Die Firma, die ihre Handy-Sparte verschenkte

Verfasst von somluswelt am 3, Oktober 2006

Steht heute der Klaus Kleinfeld zitiert im Kölner Stadtanzeiger. “Die öffentliche Kritik war sehr emotional und hat Siemens geschade.” Immer sind die anderen Schuld. Ist klar, nicht das Gebaren von Klaus Kleinfeld ist problematisch sondern die Öffentlichkeit. Und deswegen müssen vermutlich demnächst noch mal 1000 Mitarbeiter “freigesetzt” werden. Großzügigerweise haben die Manager von Siemens jetzt ihre sittenwidrige Gehaltserhöhung gespendet. Die Helden.

Was an deren Verhalten bitte das Anzeichen von Führungsqualitäten sind, erschließt sich mir nicht. Innovative Wege gehen, gegen den Zeitgeist schwimmen, auf Qualität und Qualifizierung setzen? Nein, besser mehr Leute entlassen, das macht sich gut in der Bilanz und freut den unproduktiven Aktionär. Obwohl das Manöver mit BenQ wirklich eine neuartige Version, der Frage, wie werde ich Mitarbeiter billig los und stehe hinterher auch noch als nobler Spender da. Irgendwie habe ich Marketing anders gelernt. Macht aber nichts. Vielleicht bekommt Klaus Kleinfeld dafür noch einen Preis für innovatives Mitarbeiterreduzieren.

Es ist doch schon irrsinnig. Die noch in Erwerbsarbeit stehenden arbeiten für immer weniger immer mehr und die Managmentetagen streichen immer mehr Gewinne ein. Es ist mir auch egal, dass deutsche Manager im internationalen Vergleich verhältnismäßig wenig verdienen. Ist das ein schwanzlängen Vergleich oder geht es um Unternehmensführung? Das unzufriedene, gestresse und ängstliche Mitarbeiter schlechtere Arbeitsleistungen zeigen, pfeifen die Spatzen von den Dächern. Das eine funktionierende Infrastrukur in Geld nicht aufzuwiegen ist, ebenso. Aber was macht das alles schon. Hauptsache der Börsenkurs stimmt.

Ich kann mir kaum vorstellen, wie einer drauf sein muss, der sich so verhält, wie Klaus Kleinfeld. Merkt der überhaupt noch was? Wie schläft der Nachts und was passiert, wenn er in den Spiegel schaut. Wirtschaft hat nichts mit Moral zu tun, höre ich es schon aus allen Ecken schallen. Sollte es aber. Und was die Emotionalität betrifft, ist Habgier nicht auch eine Emotion?

Kürzlich habe ich eine Dokumentation über den Erfinder von Jena-Glas gesehen. War interessant, vor allem als dann eine Firma gegründet wurde. Wo neben den damals revolutionären Arbeitsbedingungen für die Angestellten, die Manager keine explizit Beteiligungen am Unternehmen erhielten, damit sie sich nicht durch entspechende Unternehmensführung am Unternehmen bereichern konnten. Tja, da hatte damals mal einer nachgedacht.

Der Kapitalmarkt und der damit einhergehende merkwürdiger Freiheitsbegriff gehen mir schon eine Weile auf den Geist.

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