Somlus Welt

Viele Fragen, keine Antworten

Die ARGE mal wieder

Verfasst von somluswelt am 18, Dezember 2007

Eine mir persönlich unbekannte Mitarbeiterin der ARGE befiehlt mich im Kasernenhoftonfall am Donnerstag in die ARGE, ich solle mir dort eine Nummer ziehen und wenn ich aufgerufen werde, sollte ich erklären, dass es um meinen Folgeantrag ginge. Weil ich sonst ab Januar kein Geld mehr bekäme.

In etwas mehr als zwei Jahren Erwerbslosigkeit musste ich mich um meine Folgeanträge immer selbst kümmern. Nicht einmal bekam ich einen im Vorfeld zugeschickt, wie es eigentlich hätte sein sollen. Geschweige denn, dass mir jemand von der ARGE, aus Sorge ich könnte kein Geld mehr bekommen, hinterher telefoniert hat. Bis heute.

Ich kann nur staunen. So wie ich die vergangenen Wochen gestaunt habe, dass ich von drei verschiedenen MitarbeiterInnen der Leistungsabteilung noch Post bekam, um die restlichen Details zu klären. Natürlich wurde mir gedroht, dass die schon eingestellten Leistungen eingestellt würde. Wirklich, im selben Schreiben, indem mir auf Grund meiner Berufstätigkeit das ALGII gestrichen wurde, wurde mir mit der Einstellung der Bezüge gedroht, wenn ich nicht dies und das noch einsende.

Gleichzeitig wurde außerdem noch von einer vollkommen anderen Stelle der Antrag auf Eingliederungszuschuss für mich bearbeitet.

Kein Witz, die Beendigung meines “Leistungsbezuges” beschäftigt bis heute noch 4 Leute. Mit meinem weiteren unnötigen Leistungsbezug noch eine weitere.

6 Antworten zu “Die ARGE mal wieder”

  1. bembelkandidat sagt:

    das ist ja wirklich ein schlechter witz. vorher hast du nur streß und läufst hinterher und jetzt sowas, dafür müssen andere, die noch leistungen bekommen, sicher unter der selbstverschuldeten “arbeitsüberlastung” leiden…

  2. harzwolf sagt:

    Nun ja, die Mitarbeiter von Behörden müssen sich ja doch mit irgend etwas den lieben langen Tag beschäftigen. Wenn es schon nicht die Unterbringung der Erwerbslosen in Berufstätigkeiten ist, dann ist es doch wenigstens das drangsalieren. Das können sie ja eh am besten.

  3. bembelkandidat sagt:

    trotz ARGE wünsche ich dir frohe und schöne weihnachten!

  4. Martina sagt:

    Ich hoffe, du hast sie eiskalt abblitzen lassen! ;)

    Wenigstens weißt du jetzt, dass DU es bist, die Arbeitsplätze sichert. *gniiiie*

    Dir und deinen Liebsten wünsche ich, dass Ihr ein frohes, besinnliches und friedvolles Weihnachtsfest hattet!

    Ganz liebe Grüße
    Martina

  5. cers sagt:

    Interessant dürfte auch der Artikel aus der “junge Welt” sein, der am 22.12.07 erschien:
    http://www.jungewelt.de/2007/12-22/053.php

    Agentur in Sperrlaune
    Amt droht Geld von Erwerbslosem zu streichen, der gar keins bekommt
    Gitta Düperthal
    In Frankfurt am Main ist die Arbeitsagentur offenbar dazu übergegangen, Erwerbslosen mit Sperren ihrer Bezüge zu drohen, obwohl sie nachweislich gar keine Leistungen vom Amt erhalten. Anita und Peter Becker trauten ihren Augen nicht. Kurz vor dem Weihnachtsfest erhielten sie einen wenig friedvollen Brief von der Bundesagentur für Arbeit. Darin droht deren Mitarbeiterin, Frau K., Peter Becker mit Sanktionen. Mit ihm sei nach einem vom Amt vorgeschlagenen Stellenangebot vom 13. November 2007 kein Beschäftigungsverhältnis zustande gekommen. Er habe sich weder bei der Firma XY vorgestellt noch beworben. Sie, die Mitarbeiterin Frau K., müsse daher prüfen, ob »in diesem Leistungsfall eine Sperrzeit gemäß Paragraph 144 Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) eingetreten ist«, heißt es in dem amtlichen Schreiben.

    Peter Becker ist zwar bei der Agentur als arbeitsuchend gemeldet, sein Anspruch auf Arbeitslosengeld I ist aber ausgelaufen. Um sechs Monate lang Geld zu erhalten, hätte er innerhalb der vergangenen zwei Jahren mindestens ein Jahr arbeiten müssen. Das war aber nicht der Fall. ALG II erhält er auch nicht. Dazu hätten die Ersparnisse der Eheleute in ihrer »Bedarfsgemeinschaft« weitgehend aufgebraucht sein müssen. Aber gänzlich verarmt sind die Beckers noch nicht.

    »Was genau wollen Sie eigentlich sperren? Das Geld, das ich von meinem mühsam Ersparten aufbringen muß?« schrieb Antita Becker empört ans Amt. So weit sei die Gesetzgebung doch noch gar nicht fortgeschritten in ihren Enteignungsbestrebungen, hieß es weiter in dem Brief. Ihr zumindest sei nicht bekannt, daß das Amt jetzt auch Entscheidungshoheit über Konten der Ehegattinnen von Arbeitssuchenden habe. Und solange das noch so sei, wolle sie betonen: »Ich bin dagegen, daß mein Mann verhungern soll«. Das habe er nicht verdient. Zumal er Arbeit suche, auch bei der Firma XY, die nicht zu erreichen gewesen sei. Ihr Mann sei schon mit derart vielen modernen Sklavenhändlern, Scharlatanen und Betrügern konfrontiert worden, daß ihr selbst schon ganz schlecht sei. Weiter fragte Anita Becker in ihrem Brief, was denn als Nächstes zu erwarten sei: »Habe ich mich vielleicht strafbar gemacht, weil ich meinen Mann nicht zu den modernen Sklavenhändlern hinpeitschen wollte?«

    Es handele sich um ein »bloßes Formschreiben«, hieß es am Freitag am Servicetelefon der Arbeitsagentur gegenüber junge Welt. »Wenn sich Herr Becker nicht vorstellt, dann werden natürlich Sanktionen vermerkt«, beharrt die Mitarbeiterin auf weiteres Nachfragen hin. »Wir schreiben den Arbeitgeber an, ob er sich vorgestellt hat«, führt sie in Amtsjargon aus. Erst nach permanentem Bemühen von jW um Klärung ist Einsicht zu verspüren: »Wir können ihm kein Geld sperren, weil er kein Leistungsbezieher ist. Das ist doch logisch.«

    (Namen wurden von der Redaktion geändert)

  6. che2001 sagt:

    Wirtschaftsfaktor Arbeislosigkeit

    Ja, die Leistungsempfänger sind vor allem ein Beschäftigungsprogramm für die ARGE-Steigerung wäre ein Beschäftigungspogrom für Arg, aber das kommt noch.

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