Somlus Welt

Viele Fragen, keine Antworten

Archiv für 'habgier' Kategorie


Bienensterben

Verfasst von somluswelt am 20, Juli 2007

Ich habe da und dort vom Bienensterben gehört und die Sache nicht weiter verfolgt. Der Artikel von Monika Herz auf “Hinter der Schlagzeile” macht sehr klar, dass wir uns den Kapitalismus in seiner aktuellen Ausprägung nicht mehr leisten können. Das Bienensterben ist mehr als bedrohlich, nicht nur für die Bienen.

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Die Firma, die ihre Handy-Sparte verschenkte

Verfasst von somluswelt am 3, Oktober 2006

Steht heute der Klaus Kleinfeld zitiert im Kölner Stadtanzeiger. “Die öffentliche Kritik war sehr emotional und hat Siemens geschade.” Immer sind die anderen Schuld. Ist klar, nicht das Gebaren von Klaus Kleinfeld ist problematisch sondern die Öffentlichkeit. Und deswegen müssen vermutlich demnächst noch mal 1000 Mitarbeiter “freigesetzt” werden. Großzügigerweise haben die Manager von Siemens jetzt ihre sittenwidrige Gehaltserhöhung gespendet. Die Helden.

Was an deren Verhalten bitte das Anzeichen von Führungsqualitäten sind, erschließt sich mir nicht. Innovative Wege gehen, gegen den Zeitgeist schwimmen, auf Qualität und Qualifizierung setzen? Nein, besser mehr Leute entlassen, das macht sich gut in der Bilanz und freut den unproduktiven Aktionär. Obwohl das Manöver mit BenQ wirklich eine neuartige Version, der Frage, wie werde ich Mitarbeiter billig los und stehe hinterher auch noch als nobler Spender da. Irgendwie habe ich Marketing anders gelernt. Macht aber nichts. Vielleicht bekommt Klaus Kleinfeld dafür noch einen Preis für innovatives Mitarbeiterreduzieren.

Es ist doch schon irrsinnig. Die noch in Erwerbsarbeit stehenden arbeiten für immer weniger immer mehr und die Managmentetagen streichen immer mehr Gewinne ein. Es ist mir auch egal, dass deutsche Manager im internationalen Vergleich verhältnismäßig wenig verdienen. Ist das ein schwanzlängen Vergleich oder geht es um Unternehmensführung? Das unzufriedene, gestresse und ängstliche Mitarbeiter schlechtere Arbeitsleistungen zeigen, pfeifen die Spatzen von den Dächern. Das eine funktionierende Infrastrukur in Geld nicht aufzuwiegen ist, ebenso. Aber was macht das alles schon. Hauptsache der Börsenkurs stimmt.

Ich kann mir kaum vorstellen, wie einer drauf sein muss, der sich so verhält, wie Klaus Kleinfeld. Merkt der überhaupt noch was? Wie schläft der Nachts und was passiert, wenn er in den Spiegel schaut. Wirtschaft hat nichts mit Moral zu tun, höre ich es schon aus allen Ecken schallen. Sollte es aber. Und was die Emotionalität betrifft, ist Habgier nicht auch eine Emotion?

Kürzlich habe ich eine Dokumentation über den Erfinder von Jena-Glas gesehen. War interessant, vor allem als dann eine Firma gegründet wurde. Wo neben den damals revolutionären Arbeitsbedingungen für die Angestellten, die Manager keine explizit Beteiligungen am Unternehmen erhielten, damit sie sich nicht durch entspechende Unternehmensführung am Unternehmen bereichern konnten. Tja, da hatte damals mal einer nachgedacht.

Der Kapitalmarkt und der damit einhergehende merkwürdiger Freiheitsbegriff gehen mir schon eine Weile auf den Geist.

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Alptraum

Verfasst von somluswelt am 17, Juli 2006

Die Verschärfung der Hartz Gesetze erreicht einen weiteren traurigen Höhepunkt.

Als ErwerbsloseR steht dir schon heute nicht mehr zu dich ohne die Erlaubnis der Agentur außerhalb deines Landkreises oder deiner Stadt zu bewegen, du kannst nicht ohne Erlaubnis eine Wohnung mieten und die Wohnung vor 17:00 verlassen, ist eigentlich auch nicht vorgesehen. Doch es soll noch tiefer gehen, weiter gehen. Das Stigma der Erwerbslosigkeit wird vertieft, geplant sind Zwangsarbeit und damit die Vernichtung von Arbeitsplätzen, die zukünftig von BezieherInnen von Transferleistungen erledigt werden sollen.
Doch jetzt geht es weiter, wenn es nach der Union und Schäuble geht, soll es für Erwerbslose zukünftig nicht mehr möglich sein den Partner/die Partnern der eigenen Wahl zu heiraten. Es ist geplant die Ausländergesetze dahingehend zu ändern. (siehe auch che und doerfler). Alle Menschen mit Migrationshintergrund sollen abgeschoben werden, sobald sie in das System der Transferleistungen gezwungen werden.

Geht es noch? Offensichtlich schrecken die PolitikerInnen und Wirtschaftsverbände und Lobbies vor nichts mehr zurück. Was in Anbetracht solcher Berichte “Gilda, the golden skeleton” oder auch solchen Filmen, wie “The Corporation” auch weiter nicht mehr verwunderlich ist. (In diesem Kontext empfehle ich wieder einmal das Blog von mo:
als ob leben -existieren in einer Dingwelt)

Die Kampagne gegen Erwerbslose wird immer hysterischer und unangemessener. Die Menschen, die noch in Arbeit sind, werden damit effektiv unter Druck gesetzt und damit können problemlos jede Art von Gehaltseinbusen und Reduzierung der ArbeitnehmerInnenrechte durchgedrückt werden. Alles besser als irgendwann mit einem auf dem Revers herumlaufen zu  müssen.

Es ist keine Schande erwerbslos zu sein, es ist eine Schande, wie mit Erwerbslosen umgegangen wird!

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Schon mal was von Cargill Inc. gehört?

Verfasst von somluswelt am 23, Mai 2006

Ich nicht, wäre ja eigentlich Jürgens Job, der schweigt sich nun schon seit Wochen aus, so dass jemand anderes seinen Job übernehmen muss. Nicht, dass ich das auch nur ansatzweise so gut könnte.

“Wenn wir jetzt nicht unsere Getreidepreise senken, um diese entwicklungsländer davon abzuhalten, ein System der Selbstversorgung aufzubauen, dann wird unsere weltweite Wettbewerbsposition Einbußen hinnehmen müssen.” Quelle

Diese menschenverachtenden Worte stammen aus dem Munde eine US-Senators aus Minnesota, wo Cargill Inc. seinen Hauptsitz hat. Es ist einer der 7 global Player der Nahrungsmittelindustrie. Sie haben das erklärte Ziel Weltmarktführer zu werden. Greenpeace hat im Moment Aktionen gegen die Vernichtung der Regenwälder Amazoniens durch den Konzern laufen. Zumindest bei ngo-online und der jungen welt findet sich eine Berichterstattung darüber. Wir in der BRD sind ja auch lieber Freunde für unsere Gäste. Was interessiert uns denn schon, dass weltweit Hunger produziert wird, um die wachsende Habgier der gobal Player zu befriedigen.

Interessanterweise finden sich weder in dem amerikanischen noch dem deutschen Beitrag zu Cargill auch nur ein kritischer Satz.

Weiß eigentlich irgend jemand woher die Firma Alpro für ihr zuckerverseuchtes Sojaprodukt das Soja bezieht?

Ich habe im übrigens alle Nennungen des Unternehmens mit kritischen Artikeln verlinkt. Bei der großen Suchmaschine sind die ersten 30 Einträge zum Stichwort nur Firmensites, dagegen muss etwas unternommen werden.

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Eigenkapitalrendite

Verfasst von somluswelt am 5, April 2006

In einem Blog, das sich gern als Expertenpool für volkswirtschaftliche Fragen gebärdet, soll die Bedeutung der Eigenkapitalrendite erklärt werden. Der entscheidende Hinweis hier fehlt allerdings, dass hier Gewinne ins Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital gesetzt werden und dieser Wert wiederum im Verhältnis zum marktüblichen Zinssatz bzw. den durchschnittlichen Eigenkapitalrenditeerwartungen von Unternehmen steht. Was nichts anderes bedeutet, als dass das Unternehmen nach Abzug aller Aufwendungen, nehmen wir mal das beliebte Beispiel Deutsche Bank und Josef Ackermanns Äußerung, 25% “Zinsen” für sein Eigenkapital erhält, das im Vergleich zum marktüblichen Zinssatz ein sehr üppige Verzinsung ist, im Vergleich zu den Renditeerwartung der allermeisten Unternehmen (liegt so bei 9% -12%) ebenfalls. Wenn das dann dadurch erwirtschaftet wird, dass Mitarbeiter entlassen werden müssen, kann man gerne von Heuschrecken reden, das passt dann allemal. Ist fast noch zu freundlich. Shareholder Value Denken wird diese Art von Habgier heute genannt.

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China ist überhaupt viel geiler

Verfasst von somluswelt am 4, April 2006

Beim Stichwort China scheinen ja viele Unternehmer ihren Verstand entgültig zu verlieren. Wachstumraten sind da möglich, sie könnten weinen vor Glück. Die Automobilkonzerne reiben sich die Hände, 1 Millarde Menschen, da kann man Autos verkaufen, bis der Himmel schwarz wird. Es wird vom wachsenden Mittelstand in China schwadroniert. Klar, die globale Mittelklasse, die gibt es überall.

Könnnen die Manager, die sich für die Verlagerung ihrer Produktion in ein Land wie China entscheiden, eigentlich morgens noch in den Spiegel schauen oder ist der sowieso schon zersprungen?

Die Arbeitnehmerbedingungen in China sind erbärmlich. Es gibt kaum Arbeitssicherheit und die Krankenversorgung ist mehr als mieserabel. Ein großer Teil der Bevölkerung verarmt und verhungert im Angesicht des Wohlstandsmülls, der für den Westen und die Teilhaber an der globalen Mittelklasse produziert wird. Die Wirtschaftsentwicklung wird ohne Rücksichtnahme auf Menschen und Umwelt um jeden Preis vorangetrieben.

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet ausführlich über das Schicksal einer jungen Fabrikarbeiterin, die bei einem Arbeitsunfall ihren rechten Arm verlor und vergeblich um Entschädigung oder eine Rente kämpft. Den 700 000 Arbeitern, die jährlich offiziell durch Unfälle invalide oder verkrüppelt werden, kann man mit Sicherheit noch eine nicht unerhebliche Anzahl hinzugerechnet werden, die in den offiziellen Zahlen nicht vorkommen.

    “Die lokalen Behörden und Gerichte sind absolut ungerecht” Rund 2000 verstümmelte Arbeiter haben die Anwälte seit 1996 vor Gericht vertreten. Den Behörden ginge es doch nur um Wirtschaftsentwicklung, um jeden Preis, erklärt Zhou. “ICh habe das Gefühl, dsas die breiten Straßen und die luxeriösenHäuser auf dem Blut der Arbeiter erbaut wurden.”

Da kann man natürlich schöne Gewinne erwirtschaften. Darum geht es auch ausschließlich, immer weiter im Preiskampf, so richtig billig und überhaupt. Die Produkte sind dann auch schön billig, was ja auch unserer heißgeliebten “Geiz-ist-geil”-Gesellschaft entgegen kommt.

Ich empfehle bestimmte Regionen Chinas als Urlaubsziel zu meiden, vor allem wenn man seine Reisebekleidung und -ausstattung grade so billig im Laden erworben hat. Das könnte Probleme geben.

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