Somlus Welt

Viele Fragen, keine Antworten

Archiv für 'medien' Kategorie


Aufrecht gehen!

Verfasst von somluswelt am 8, Juli 2007

Danke an das Team, das sich für den diesjährigen Beitrag über den Kölner CSD im wdr verantwortlich zeichnet. Ein ausgewogener, informierter, weder das Politische noch das Feiern auslassender Beitrag. Lesben, Schwule und Heteras/Heteros aller Coleur konnten sich in diesem Bericht wiederfinden. Besonders hat mich gefreut, dass den Lesben in diesem Beitrag viel Raum eingeräumt wurde. Das Motto des diesjährigen CSD “Aufrecht gehen!” wurde ebenso gewürdigt, wie die Situation in Polen und Russland, als auch das nie versiegende Thema AIDS und seine Prävention. Selbst die Parteien, außer der CDU, die war auf dem Straßenfest nicht vertreten, kamen zu Wort. Insgesamt eine runde Sache, sagt man doch so oder?

Weiter so, ein guter Anfang. Ich bin stolz auf Euch. Jetzt könnt Ihr noch die Sache mit der Live-Berichterstattung von der Parade angehen und danach begleitet ihr die Gesamtveranstaltung inkl. Women-Pride. Ihr wisst schon angefangen beim Phantaypride und dann bis zum Schluss und so. Dann hat es auch der wdr endlich geschafft, das größte Event der Stadt Köln angemessen zu begleiten.

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Der CSD Köln auf wdr

Verfasst von somluswelt am 8, Juli 2007

Letztes Jahr ist mir ja schon übel aufgestoßen, dass der wdr nur ein höchst unambitioniertes Filmchen für ein Event übrig hat, dass in seinen Dimensionen die des Kölner Karnevals übersteigt. Da ich in den folgenden Wochen auffällig viele Zugriffe vom wdr hatte, bin ich mal gespannt, was sie dieses Jahr so bringen. Da das Heimatfernsehen center-tv die Live-Berichterstattung von der Parade übernommen hat, wird der wdr dafür nun ja nicht mehr gebraucht. Insofern bin ich mal gespannt, um 23:45 Uhr geht es los. Ist ja auch irgendwie bezeichnend, dass die Sendung nicht mal auf der Homespage angekündigt wird, da müsste eigentlich was zwischen der Sendung Einfach Alsmann und dem Rockpalast stehen aber da steht nix.

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Die Wahrheit braucht einen der sie ausspricht

Verfasst von somluswelt am 7, Juli 2007

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Frida geht (doch nicht?) Update

Verfasst von somluswelt am 1, Juli 2007

Ich habe sie nur unregelmäßig gelesen aber es hat mir immer Freude gemacht, dass es ein solch anspruchvolles Frauenprojekt in Netz gibt. Frida gibt auf. Eigentlich wollte sie schon im Sommer letzten Jahres aufgeben aber sie hat noch bis jetzt durchgehalten. Der Abschiedstext ist ein beklemmendes Fazit einer Frau, die sich seit 10 Jahren als freie Autorin durchs Leben geschlagen hat. Ich finde es traurig, dass ein solches Projekt trotz Preis und Aufmerksamkeit finanziell scheitert. Ich wünsche Gabriele Bärtels alles Gute für die Zukunft und hoffe, dass sie bald einen Weg für sich findet, der ihr ein Auskommen sichert.

Jetzt hat sie erstmal genug. Sie wird sich erwerbslos melden. Ich wünsche ihr viel Kraft dafür. Und denken Sie daran, Sie befinden sich damit in guter Gesellschaft!

Nachtrag 2.07.2007: Heute ist der von mir gestern verlinkte Beitrag verschwunden, ich finde ihn auch nicht im Cahce, stattdessen ist die Rede von 14 tägigem Urlaub. Nun, ich werde es weiterverfolgen, vielleicht geht es ja doch weiter. Vielleicht findet sich ja auch endlich mal ein Financier oder Financierette.

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Sonntag Abend ist es endlich soweit

Verfasst von somluswelt am 21, Juni 2007

Sie geht endlich. Ich schau das ja schon lange nicht mehr, mit diesem Teil der neoliberalen Propagandamaschinerie brauche ich mir den Sonntagabend nicht zu verderben. Wenn ich versehentlich mal reinzappt, empfinde ich die immer gleichen Phrasen da als verbale Körperverletzung. Ich frag mich immer, ob die da Telepromter, die an eine Phrasendreschmaschine angeschlossen ist, für die Gäste haben, Seltsame Nabelschau der immer gleichen Leute das. Meine Hoffnung, dass sich die Sendung wesentlich verändert, wenn Anne Will sie moderiert, ist ja nicht groß aber ich werde mal reinschauen.

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Die Wahrheit

Verfasst von somluswelt am 8, Juni 2007

Endlich konnte ich einen Beitrag im Netz finden, der die ungeschminkte Wahrheit offenlegt!

Batzlog Podcast 23: Live vom G8-Gipfel

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Disziplinierungstechniken

Verfasst von somluswelt am 7, Mai 2007

Vorneweg, der folgende Beitrag ist unsortiert, er stellt meine vorläufigen Überlegungen zu den Themen Disziplinierung, Neo-Liberalismus, Sozialpolitik und Faschismus dar.

Heute titelte der Kölner Express (Bitte die “Unterstriche aus dem Link entfernen, dann funktioniert er auch) “Hartz IV Kontrollen bringen der Stadt Millionen”. Wobei schon die Vision der Millionen maßlos übertrieben ist, handelt es sich doch lediglich um 1,84 Millionen Euro, von denen ca. 500.000 durch Denunziation durch Nachbarn und Bekannte zustande gekommen sein soll. Die grüne Sozialdezernentin Marlis Bredehorst, Kind einer antiautoritären Bewegung, setzt nach eigenen Aussagen auf Abschreckung und Kontrolle. Letztlich scheint sie zur Denunziation aufzurufen, da sie versichert, dass jeder (anonymen) Anzeige nachgegangen werde. Es pfeifen die Kölner Spatzen von den Dächern, dass die seltsame Vergabepraxis für öffentliche Aufträge Köln weit mehr kostet und kosten wird. Ich denke da nur an das überdimensionierte Bezirksrathaus in Nippes, dass vom Oppenheim-Esch-Fond nicht kleiner gebaut werden wollte und nun, nachdem die Zentralisierung der Stadtverwaltung zurückgenommen wurde, weitgehend leer steht und die Stadt zahlt. Von dem Skandal um die Messe mal ganz zu schweigen.

Es geht ja auch nicht wirklich um das Eintreiben von unrechtmäßig erhaltenen Geldern und schon gar nicht um die Rettung des städtischen Haushaltes, was bei dieser Summe eh lächerlich ist. Wenn es “nur” um den Haushalt und das Stopfen von Löchern ginre, mehr Personal in der Steuerfahndung würde weit mehr einbringen. Es geht um Disziplinierung. Die aus dem Prozess der ökonomischen Verwertbarkeit Ausgegliederten, mit anderen Wort die Erwerbslosen (Nicht Arbeislosen) sollen als abschreckendes Beispiel für alle dienen, die sich nicht in dieser Situation befinden oder meinen sie seinen nicht betroffen. Die Erwerblosen, die staatliche Leistungen in Anspruch nehmen, werden verfolgt, bespitzelt und unter Generalverdacht gestellt. Der disziplinierende Effekt zielt auf die noch Erwerbstätigen.

Dann gibt es noch die, die für sich die kulturelle Klasse oder auch die digitale Boheme entdeckt haben, was für mich nichts anderes bedeutet als “Honig über Scheiße” zu gießen. Digitale Boheme oder “Wir nennen es Arbeit” sind andere Worte für Selbstausbeutung, mangelnde Sicherheit und die Unterwerfung aller Lebensbereiche unter die Not-Wendigkeit des Broterwerbs. Das mag spaßig sein, für ein paar wenige, die damit über die Runden kommen und die ihre existentiellen Ängste tief genug verdrängt haben, dass die Folgen wahrscheinlich erst später zu Tage treten. Es ist ein zutiefst asoziales Bild. Denn die digitale Boheme ist ein exklusiver Club einer kleinen Gruppe von Menschen, die in Zeiten größerer sozialer Sicherheit die Chance hatte sich die Ressourcen zu schaffen, die sie jetzt befähigt ein solches Leben zu führen. In der Ideologie dieser “kreativen Klasse” stellen sie sich als Generallösung für unsere sozialen Probleme dar. Sie stellen ihre Kreativität, ihr Engagement und ihr Privatleben zur allgemeinen Abschöpfung durch den ökonomischen Prozess bereit. Wir sprechen uns in 30 Jahren, vermutlich früher, wieder, wenn sie dann zu alt und ausgebrannt sein werden, um bei diesem Rattenrennen weiter mithalten zu können.

Was aber ist mit all den Menschen, die heute schon nicht mehr mithalten können? Die ein einziger Bescheid der Arbeitsgemeinschaften vollständig über den Haufen wirft? Die nicht wissen, dass sie “nur” ihr kreatives Porential ausschöpfen müssen, um wieder dabei zu sein? Deren kreatives Potential sich darin erschöpft einen Kampf um das exitentielles Überleben als das verstehen, was es ist, eine beschissene Situation?

Wir wissen es noch nicht so genau, darüber wird nicht - zumindest nicht laut - gesprochen. Analysierte Foucault noch moderne Gesellschaften als Bio-Mächte, die regulierend auf die Körper und die Bevölkerung einwirkte, scheint es inzwischen soweit zu sein, dass der Fokus der biopolitischen Praktiken auf die ökonomisch verwertbaren Individuen gelenkt wird. Was mit dem Rest geschehen soll, bleibt bisher ein blinder Fleck in der Neustrukturierung des Verhältnissen zwischen Staat und seinen Bürgern. Das Bild des “Homo sacer” wird eine sehr reale Figur.

Ich habe hier einmal einen Artikel angekündigt und dies nie eingelöst. Das Faschistoide im neuen “freien” Weltbild unserer Avantgarde zu identifizieren, macht mir immer noch den Mund tocken und schnürt mir die Kehle zu. Vielleicht will ich es – noch – nicht so genau wissen, weil sich dann automatisch die Frage für mich stellt, was zu tun ist. Ich kann nicht von Faschismus sprechen ohne dabei auch von Widerstand zu sprechen. Ja, ich weiß, ich bin keinen Repressionen ausgesetzt, mir droht nicht Gefängnis und Tod. Es gibt subtilere Methoden als den körperlichen Tod. Natürlich geht es nicht um einen Faschismus, wie wir ihn historisch kennen gelernt und immer noch nicht verdaut haben. Im Moment scheint es in erster Linie um eine Umwertung von Begriffen zu gehen. Emanzipatorische Werten werden der Ökonomie unterworfen und ein entfesselten Kapitalismus in ein emanzipatorisches Konzept umgedeutet.

“Selbstbestimmt” heißt nicht auf sich selbst gestellt zu sein (Quelle)

Nachtrag:

Ein wirklich ausgezeichneter Artikel zum Thema ist hier zu finden.

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Propaganda

Verfasst von somluswelt am 4, August 2006

Dass den Medien und der Berichterstattung schon lange nicht mehr über den Weg zu trauen ist, dass Recherche im Journalismus heute zumeist das abschreiben von Pressemeldungen bedeutet, ist mir schon lange klar. In diesem ausgezeichneten Artikel (via dr. dean) wird das alles noch mal bestätigt.

PR-Leute sind immer auch Übersetzer, die versuchen, die Deutungsmacht über Begriffe zu erlangen, Worte gefügig zu machen, Assoziationen zu diktieren. So werden aus Entlassenen Freigesetzte, aus Zuzahlung wird Eigenverantwortung und aus Menschen Humankapital. Anonyme Konzerne sind plötzlich fühlende Wesen. (…)
“Wir handeln nicht mit Bildern”, beschrieb die PR-Ikone ihren Job, “sondern mit der Realität”.

Erstaunlich genug, dass so ein Artikel beim Spiegel noch erscheinen darf.

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Auffällige Zugriffe

Verfasst von somluswelt am 24, Juli 2006

Grundsätzlich sind mir die Zugriffe auf mein Blog via Suchmaschine egal. Zumal ich auch kaum Anfragen habe, die in irgendeinerweise auswertbar sind. Allerdings seit meinem uninspiriertem mitgeblogge während der Ausstrahlung der unsäglichen Reportage des wdr über den Kölner CSD habe ich, für meinen Blog, nicht unerhebliche Zugriffe auf eben jenen Artikel, vor allem seit eine gewisse Lola, deren IP-Adresse auf die ausstrahlende Sendeanstalt verweist, einen Kommentar bei mir hinterlassen hat. Liebe wdr-RedakteurInnen, wenn Sie an einer umfassenderen Kritk interessiert sind, können Sie sich gerne persönlich an mich wenden, meine E-Mail-Adresse steht in meinem Impressum. Und wenn Sie schon in meinem Blog kommentieren, dann würde ich es vorziehen, wenn Sie dies auch zu erkennen geben.

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Entmenschlicht

Verfasst von somluswelt am 7, Juni 2006

Die Landräte NRWs haben sich zu der dramatischen Entwicklung auf Grund der steigenden Kosten durch HARTV IV geäußert, schreibt der Kölner Stadtanzeiger.
Die Umschichtung der Kosten für ehemals Sozialhilfe, Arbeitslosenhilfe und Wohnungsgeld auf das ALGII, bei dem die Kommunen für die Kosten der Unterkunft zuständig sind, hat wohl zu einer Entlastung der Kreisfreien Städte geführt, belastet aber die Landkreise überproportional, so der Präsident der Landesrätekonferenz des Landkreistages Thomas Kubendorf.

Herr Kubendorff wird auch wörtlich zitiert, dass “die Verschärfung von HARTZ IV im SGB II-Fortentwicklungsgesetz, das der Bundestag verabschiedet hat, bei weitem nicht ausreicht” Im Anschluss an das Zitat dann der Satz, der ihm zugeordnet werden kann oder auch nicht.

Der Kreis der anspruchberechtigten Personen und der Umfang der Leistungen müsse kleiner werden (Quelle)

Der Konjunktiv legt ein indirektes Zitat nahe, aber wer weiß das schon so genau.

Entzug der Menschlichkeit

Das wird die Lösung sein, mehr Menschen aus der staatlichen Unterstützung herausdrängen. Den Blick mit fokussierenden Scheuklappen auf den Haushalt gerichtet, realisieren die PolitikerInnen im Lande nicht mehr, mit welcher Menschenverachtung sie über Erwerblose* sprechen. Und die Medien plappern es nach. “Der Kreis der anspruchberechtigten Personen muss kleiner werden.” Der Artikel spricht weder von den fehlenden Arbeitsplätzen, noch von der laufenden Arbeitsplatzvernichtung, auch die Landräte nicht. Die Phrase “leistungsberechtigte Personen” verweist auf die Kosten, die diese Personen erzeugen. Und diese Phrase impliziert, dass es auch nicht-leistungsberechtigte Personen gibt und damit sind nicht die ca. 34% der Bevölkerung gemeint, die noch das Privileg haben, einer abhängig antlohnten Erwerbsarbeit (und damit die Leute, die hier die meisten Steuern zahlen) nachgehen zu dürfen, sondern eben der Teil an Personen, die sich aus welchen Gründen auch immer (und diese Gründe werden immer mehr) um die Berechtigung staatliche Leistungen zu beziehen gebracht haben obwohl sie erwerbslos und damit hilfebedürftig sind.
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Rudelbildung

Verfasst von somluswelt am 2, April 2006

Ich erinnere mich noch an den letzten Streik an der Uni, an dem ich teilnahm. Es war der Streik bei dem sich sogar die Studierenden der Wirtschaftswissenschaften anschlossen und ihren Fachbereich für immerhin ein paar Tage dicht machten, womit das Vorlesungsgebäude erstmals bei einem Streik vollkommen bestreikt wurde. Wer Unistreiks kennt, kann ermessen welch singuläres Ereignis das darstellte. Der “Turm” (ja klar, welches Gebäude sonst) war sowieso blockiert, das war noch bevor er wegen Baumängeln für die breite Masse geschlossen wurde. Auch wurde auf den Fluren vor den Räumen des Universitätspräsidenten genächtigt. Es gab Vorlesungen von Professoren auf öffentlichen Plätzen, unter anderem auf großen Straßenkreuzungen aber vorzugsweise in B-Ebenen, denn es war Winter und saukalt. Über Wochen standen hunderte bis tausende Studierende trotz bitterer Kälte jeden Morgen auf dem Campus um an den Vollversammlungen teilzunehmen. Viele Vorlesungen und Seminare, die weiterhin stattfanden, teilweise an anderen Orten, schwenkten inhaltlich auf Inhalte des Streiks um. Ich erlebte viel unterhaltsames als Mitglied einer studentischen Delegation bei dem großen Mittelständler, auf dessen Parkett angeblich das Herz des Kapitalismus schlägt. Schließlich traten Vorstand und Geschäftsführung persönlich an, um uns, bei Kaffee und Teilchen auf der Vorstandetage zu erklären, warum BA und MA Studiengänge für sie interessant sind. Man versuchte sogar mit mir zu flirten, weil bei ihnen auch Geisteswissenschaftlerin, wie ich, eine Zukunft hätten. Ich habe viel gelacht und lehnte ab. Schließlich spendierten sie so was um die 27 Workstations für die Universität, die heute in der Stadt- und Universitätsbibliothek stehen.

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Übergriff der realen Welt in die Inszenierung der Realität des Virtuellen

Verfasst von somluswelt am 1, April 2006

Dies ist mein Kommentar zu Mos Kommentar zu meinem Beitrag Solidarität buchstabieren.

    “Fehlt dem Durchschnittsdeutschen das Solidaritäts-Gen oder ist er nach 10 Jahren intensiver Bearbeitung durch neoliberale/konservative Elemente so sehr gehirngewaschen, dass er nichts merkt. Kann er das Wort Solidarität nur noch buchstabieren?”

    hm. ich fasse das jetzt mal als eine gewollte rhetorische zuspitzung auf , weil ich weder dem einen noch dem anderen grund zustimmen könnte.

Sicherlich ist es eine rhetorische Zuspitzung, einerseits, andererseits fällt diese Betulichkeit schon auf.

Dann gibt es noch zwei Gedanken dazu, einerseits scheinen nur die Anspruch auf Solidarität Anspruch zu haben, die einwandfrei handelten und handeln und zwar nach sogenannten objektivierbaren Maßstäben. Die naturgemäß bei jedem anderes gelagert sind. Nur so scheint man sich die Solidarität erwerben zu können. Das beleuchtet dann auch andereseits das Verhältnis des Einzelnen zu Solidarität. Es scheint mir hier um ein Phantasma der “uneingeschränkte Solidarität” zu gehen. Mithin ist Solidarität nicht mehr möglich, weil Setzungen gemacht werden, die niemand erfüllen kann. Dies würde auch erklären, warum so viele auf die Frage des Wahrheitsgehaltes der von Moni erzählten Ereignisse abhoben, gerade in den Medien und denen die sich auf den Standpunkt stellten, dass man hier ohne Überprüfung der Quellen besser nichts schreibt. Dabei ging unter, dass sich die Masse derer, die sich solidarisch erklärten, damit nicht aufgehalten haben, sondern sich über die Art und Weise aufregten mit der versucht wurde, die betreffende Bloggerin einzuschüchtern. Und das mit nicht unbedingt sauberen Mitteln, schließlich behauptete dieser Anwalt (s. Tatbestand der Schmähkritik oder auch die Sache mit dem Urheberrecht) sich auf Gesetzte berufen zu können, die auf den Fall nicht zutrafen.

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Solidarität buchstabieren

Verfasst von somluswelt am 29, März 2006

Ich wundere mich schon eine Weile über das Verhältnis des gemeinen Deutschen zu Solidarität. Da fangen Teile der Gesellschaft an gegen die immer härter werdenden Arbeitsbedingungen, gegen rückläufige Reallöhne und drohende Arbeitsplatzvernichtung an zu streiken und die Medien schreiben den Anlass runter oder schrieben überhaupt wenig darüber. “Würde sie es stören 18 Minuten am Tag länger zu arbeiten?” Diese Frage kann ich überall lesen und bekomme sie auch in meinem Umfeld (nicht mein enges) wiedergekäut. Und die Kamera wird immer schön auf die jammernde Person gehalten, die den Müll nicht mehr ertragen kann. Solidarität mit den Streikenden? Zumindest ist nicht viel davon zu lesen. Es mag sie geben aber darüber geschrieben wird herzlich wenig.

Gleichzeitig sehen sich ForenbetreiberInnen, BloggerInnen und andere, die sich im Internet äußern, mit einer Abmahnwelle konfrontiert, die die sofortige Eskalation und den Einsatz von Anwälten nach sich zieht. Es geht um schwerwiegende Dinge, wie Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsrecht. Es wird sofort mit schwerem Geschütz ohne Vorwarnung losgeballert, Drohungen geäußert, die der Sache nicht angemessen sind. Man hat den Eindruck, dass es um Einschüchterung geht. Relevante Teile der BloggerInnen solidarisieren sich, es tauchen jede Menge differenzierte Beiträge auf, viele übernehmen diese, weil sie es nicht besser machen könnten und die Sache entwickelt sich in der BloggerInnen eigenen Geschwindigkeit rasend schnell.

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