Somlus Welt

Viele Fragen, keine Antworten

Archiv für 'politik' Kategorie


Auswandern?

Verfasst von somluswelt am 4, September 2007

Ich werde dieses Land überdrüssig. Kann das denn alles wahr sein? Aber ist es woanders besser? Lohnt es sich ernsthaft übers Auswandern nachzudenken? Dieser Beschluss eines Berliner Gerichtes gibt mir am frühen Morgen mal wieder den Rest.

Die zunehmende Kälte in der Gesellschaft, die Reduzierung jeden Einzelnen auf seine ökonomische Verwertbarkeit. Ich meine, was soll das, dass man schon bei 3-jährigen überlegt, wie man sie aufs Berufsleben vorbereitet? Und alle die nicht gesund, schlank, rauchfrei und gut ausgebildet sind, werden aussortiert.

In absehbarer Zeit werde ich für Menschen arbeiten, deren Geschäftsinn aus einer fast schon esoterischer anmutenden Anbetung von Visionen und Unternehmertum ist, gepaart mit einer nicht unerheblichen Geldgier. Ich gebe nach und habe mir Arbeit gesucht. Allerdings ist es mir gelungen eine Arbeit zu finden, die ich gern mache und konnte den sinnentlehrten Einsatz in irgendeiner Zeitarbeitsfirma von mir abwenden. Auch wenn die Vermittlungsvorschläge, die da sporadisch aus der Agentur kamen, genau solche Unternehmen vorschlugen.

Auch wenn ich nicht bekomme, was ich will, auch was das Einkommen betrifft, kann ich doch wenigsten arbeiten, was mir Spass macht. Das ist schon viel und es ist auch mehr Geld als zu Zeiten als ich für eine Zeitarbeitsfirma arbeitete. Ich hatte genug Jobs im Leben, wo alle Faktoren nicht stimmten, weder die Rahmenbedingungen noch die Inhalte. Vielleicht ist es ja auch nicht so schlimm, ich werde es abwarten müssen.

Aber gut, ich will raus aus der ARGE. Damit hat dann das System auch bei mir erreicht, wozu es eingerichtet wurde. Bei Menschen mit meinem Hintergrund sind sie in der Behörde besonders scharf drauf Druck auszuüben. Denn es ist klar, dass ich noch als vermittelbar gelte. Und die Verantwortlichen können sich an zwei Fingern abzählen, dass dieses präfaschistische Verwaltung von Erwerbslosen früher oder später dazu führt, dass die, die noch eine Chance haben, sich auch zu miesen Konditionen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. So gesehen ist die Hartz-Gesetzgebung ein riesiges Sieb und ich mag mir gar nicht ausdenken, was passiert, wenn die mit dem Sieben fertig sind.

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Richter liefert lesbische Frau dem Tod aus

Verfasst von somluswelt am 4, September 2007

Ein Berliner Gericht hat die Abschiebung einer 31-jährigen lesbischen Iranerin beschlossen, obwohl sie im Iran die Steinigung erwartet, da in ihrer Abwesenheit ihr Todesurteil schon ergangen ist.

Angeblich, so berichtet hagalil.com, liegen dem Außenministerium Aussagen der Mutter vor, die behaupten ihre Tochter sei nicht lesbisch, worauf letztendlich der Beschluß des Berliner Gerichtes beruft. Eine Sprecherin des Berliner Innensenatosr bestätigt die Rechtmäßigkeit des Urteils, weil es durch ein Gericht ergangen ist. Na dann, ist ja alles gut. Guckt da einer von denen noch morgens in den Spiegel? Geht es nur mir so, dass dies alles an die grausame und bürokratisch “abgewickelte” Ermordung von Menschen jüdischer Religion, Menschen mit nicht genehmen Meinungen und Lebensformen durch die Nationalsozialisten erinnert?

Ich bin fassungslos. Natürlich sagt die Mutter, dass ihre Tochter nicht lesbisch ist, schließlich erwartet die Tochter ansonsten die Todesstrafe durch Steinigung. Ja, Steinigung! Wie schmeckt denn so gerade das Frühstück Herr Richter in Berlin, mit diesem Bild vor Augen? Vermutlich haben Sie Familie und lieben ihre Frau und ihre Kinder und der Hund bekommt auch immer ein Leckerli bevor Sie das Haus verlassen, um u.a. Menschen in den Tod zu schicken.

Die Ignoranz der Behörden, die gewollte wirkende Blindheit macht mich fassungslos. Hier zeigt sich die zynische und eiskalte Fratze der neoliberalen Reduzierung des Menschen auf seine Verwertbarkeit im ökonomischen Prozess am deutlichsten. Gesunder Menschenverstand und Mitgefühl zählen ja schon eine Weile nicht mehr. Mitgefühl ist nicht ökonomisch verwertbar. Und die perversen Lesben sind ja selber schuld, wenn sie es mal mit Kerlen probiert hätten, hätten sie sofort eingesehen, dass das viel besser und natürlicher ist. Aber wenn sie darauf beharren, haben sie auch keine Gnade zu erwarten. Aber schön, dass wir in einem Land leben, in dem die Todesstrafe verboten ist. Sind ja die anderen, was soll denn da ein einzelner Richter gegen die Zustände im Iran schon unternehmen. Lesbisch sein ist nicht politisch also weg mit der Frau.

Wie heißt der Richter? Ich würde ihn gerne mal besuchen.

(via che)

Nachtrag: Wie Telepolis gerade berichtet, beruht die Entscheidung des Berliner Gerichtes auf der Annahme der Behörden, dass es sich bei dem Todesurteil um eine Fälschung handeln soll, außerdem beständen Zweifel an der sexuellen Orientierung. Aber genaues weiß man nicht. Die hätten die angebliche Liebhaberin von Jasmin K. im Iran nicht gefunden. Na, die wird sicherlich, bei den rosigen Zeiten ganz laut hier gerufen haben, als die Jungs vom Auswärtigen Amt da auftauchten. Manchmal frag ich, auf welchem Planeten die so leben. Ich sehe es, wie der Autor des Artikels auf Telepolis, wenn sich da jemand “widerrechtlich” den Aufenthalt in Deutschland hätte erschleichen wollen, wäre das sicherlich auch einfacher gegangen.

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Realitätsinn

Verfasst von somluswelt am 3, September 2007

Wer immer noch meint, dass es den Armen in unserer Gesellschaft viel zu gut geht, möge sich doch bitte mal diesen anschaulichen Text zu Gemüte führen. Der gehört in Ton umgesetzt und allen unseren zynischen PolitikerInnen zum Frühstück zwangsvorgespielt. Immer wieder und dann reden wir möglicherweise noch mal. (gefunden via svenscholz)

Nachtrag:

Dazu passt ganz gut, was sich bei den kea-nachrichten so findet.

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Regelsatz

Verfasst von somluswelt am 28, August 2007

In all dem Getöse um “Hartz IV”, ob nun die einen krakeelen, es sei zu viel und die anderen gebetsmühlenartig wiederholen, dass es zu einem menschenwürdigen Leben nicht ausreicht, stellt sich niemand die Frage, wie es eigentlich zu der Summe kommt, von der ein sogenannter erwerbsfähiger Hilfebedürftiger so außerordentlich angenehm leben kann.

Für alle, die der Thematik nicht nahe stehen, erst einmal eine Klärung. Das ALGII zerfällt in zwei Teile. Zum einen hätten wir da die Kosten für die Unterkunft und Heizung, die in der Hauptsache von den jeweiligen Kommunen getragen werden müssen und den sogenannten Regelsatz, von dem man alles andere bestreiten muss, der vom Bund übernommen wird. Für eine alleinstehende Person beträgt dieser Regelsatz derzeit 347,– Euro. Menschen, die in einer eheähnlichen Gemeinschaft, eingetragenen PartnerInnenschaft leben oder verheiratet sind, gesteht man immerhin noch 313,– Euro zum Leben zu.

Wie dieser Regelsatz zustande kommt ist eine hochspannende Angelegenheit und eine hochkomplexe.

Die Grundlage bildet die statistisch ermittelten Verbraucherausgaben der untersten 20% der VerbraucherIn, und eben nicht ein Warenkorbs für anerkannten Grundbedarf. Diese Vorgehensweise ist wichtig, weil so nicht der tatsächliche Bedarf eines Menschen im ALGII-Bezug ermittelt wird, sondern lediglich Durchschnittswerte aller von der Stichprobe erfassten Haushalte. Diese werden regelmäßig in einer Verbraucher- und Einkommensstichprobe ermittelt. Die letzte dieser Stichproben fand im Jahr 2003 statt und bildet die Grundlage für den Regelsatz ab 2006, für den Regelsatz von 2005 war es noch die Verbraucher- und Einkommensstickprobe von 1998. Nach Adam Riese hätte man eigentlich mit einer Erhöhung des Regelsatzes rechnen müssen, da ja nach und nach Alles etwas teuerer wird. So ist es aber nicht gekommen, lediglich die Werte bei den “Bedarfspositionen”, also dem, wie sich die Verantwortlichen die Aufteilung des Regelsatzes vorstellen, haben sich etwas verschoben. Nur einige wenige Beispiele: gestand man für den Regelsatz in 2005 noch 142,54 Euro für Ernährung zu, sind es ab 2006 nur noch 135,48 Euro, während für “Nachrichtenübermittlung” in 2005 lediglich 22.37 Euro als angemessen betrachtet wurden, ab 2006 jedoch 30,25 Euro.

Wichtig zu wissen ist auch, dass zwar die Sozialhilfebezieher vor der Auswertung der Daten herausgenommen werden aber nicht von Anfang an, sondern erst nachdem die Verbrauchergruppen unter Einschluss der Sozialhilfebezieher festgelegt wurden.

Tatsächlich ergab die Verbraucherstichprobe, dass die Menschen, die die untersten 20% der Verbrauchergruppe darstellen für ihr Leben nach Abzug der Miete 496,64 Euro ausgaben. Das ist immerhin ein Unterschied von 149,64 zum Regelsatz. (Auf den Aspekt, dass die Nettoeinkommen und -ausgaben der untersten VerbraucherInnengruppen sinken, will ich hier nicht eingehen)

Ab hier wird es wirkich interessant.

Aus dem Ergebnis der VerbraucherInnenstichprobe werden dann alle nicht “regelsatz-relevanten” Ausgaben rausgefiltert. Und dann wird das Ergebnis (496,64 Euro) auf die den Regelsatz von 347 runtergerechnet. Diese Aufgabe übernimmt eine Gruppe unbekannter Menschen, die aus Regierung, Wirtschaft, Wohlfahrtsverbänden und Armutswissenschaft kommen, in nicht-öffentlichen Sitzungen. Dabei stützen sie sich auch auf Daten einer Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes, die bis heute unter Verschluss gehalten werden. Der Versuch diese Runterrechnerei ebenfalls geheim zu halten, konnte glücklicherweise nicht aufrechterhalten bleiben. Die Angaben über die untersten 20% der VerbaucherInnengruppen und auch die Zusammensetzung der sogenannten regelsatzrelevanten bzw. irrelevanten Positionen sind heutzutage öffentlich zugänglich.

Aus diesen Daten ergibt sich folgendes Bild:

Von den tatsächlichen Ausgaben der erfassten Verbrauchergruppen werden immer nur Teile anerkannt. Eines der berühmtesten Beispiele war für den Regelsatz 2005, dass nur 90% der Ausgaben für den Regelsatz anerkannt wurde, weil man so den Kauf von Pelzmänteln und Maßkleidung unterbinden wollte. Inzwischen gesteht man wohl auch den Armen wieder Pelzmäntel zu, weswegen für den Regelsatz 2006 100% anerkannt wurden. Allerdings sind die Ausgaben für Kleidung bei der untersten VerbraucherInnengruppe seit 1998 um 20% gesunken, womit wir wieder bei einer Festlegung der Ausgaben für Kleidung in Höhe von monatlich 34,24 liegen (in 2005 lagen diese bei 34,26). Tatsächlich geben die Bundesbürger durchschnittlich 60 Euro im Monat für Kleidung aus.

Unter der Position Verkehr findet sich dann, dass nur 26% der tatsächlichen Ausgaben für Auto/S-Bahn/Bahn als angemessen anerkannt wurde, das macht dann in Euro 15,43 Euro aus. Wie diese Werte ermittelt werden, darüber kann man nur Vermutungen anstellen. Ich kann jedoch mit Sicherheit annehmen, dass die Menschen in jener geheimnisvollen Entscheidungsgruppe nicht auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. Entscheidend für die Ermittlung dieses Wertes ist eben nicht der tatsächliche Bedarf sondern die durchschnittlichen Ausgaben aller der an der Stichprobe Beteiligten. Da aber ein Viertel der Haushalte dieser Gruppe keine Ausgaben in diesen Bereich haben, senkt dies den tatsächlichen Bedarf im Regelsatz und es kommt zu dieser vollkommen absurden und nicht bedarfsdeckenden Zahl von 15,43. Im übrigen wird bei allen Positionen des Regelsatzes in dieser Weise vorgegangen.

Zu Frage der Relevanz ist auch die Position der “Finanzdienstleistungen” interessant. hier werden von den 4,08 Euro, die die erfassten Haushalte für Kontogebühren und dergleichen ausgaben, nur 25% anerkannt. Es ist also im Regelsatz für Kontogebühren nur eine Summe von 1,02 Euro anerkannt. Die Arbeitsagentur und die ARGEn setzen aber ein Konto voraus, sind aber nicht bereit diese Kosten im Existenzminimum vorzusehen. Wenn jemand kein Konto hat, kommen die Gebühren für Bareinzahlungen einer Kürzung des Regelsatzes gleich.

Also noch mal. Eine Stichprobe des VerbraucherInnenverhaltens ermittelt das Konsumverhalten der Ärmsten in unserer Gesellschaft. Ausgehend von dieser Zahl werden wiederum davon die Werte ermittelt, die die ausgeben dürfte/sollen, die das Unglück ereilt mehr als 1 Jahr erwerbslos zu sein.

Beim Ausgabeverhalten, was Nahrung, Kleidung, Telekommunikation usw. angeht ist natürlich von entscheidender Bedeutung welche Bevölkerungsgruppen eigentlich hauptsächlich in dieser Armutsgruppe, die als untere 20% der VerbraucherInnengruppen bezeichnet werden, zu finden sind. Schließlich macht es einen Unterschied, ob wir Daten von 20jährigen erheben oder von 70jährigen.

Tatsächlich sind diese Daten nicht einfach zu ermitteln, da auch hier die Bundesregierung nicht gerade großzügig mit der Veröffentlichung umgeht. Dennoch gibt es einige wenige Aussagen. So, weiß man heute dass 50% dieser Gruppe über 65 Jahre alt sind und lediglich 30% zwischen 25 und 65 Jahre liegen. Aus älteren Auswertungen der Einkommens- und Verbraucherstichproben geht hervor, dass mehr als ein Drittel dieser Gruppe Rentnerinnen über 70 Jahre sind. Es geht mir nicht darum RenterInnen zu diskriminieren. Es geht vielmehr darum, darauf hinzuweisen, das das Ausgabe und Verbrauchverhalten von RentnerInnen ein anderes ist, als das von erwerbsfähigen Menschen zwischen 25 und 65 Jahren. Ein Regelsatz, der das Ausgabe- und Verbrauchsverhalten der Menschen im ALGII Bezug korrekt abbilden würde, dürfte nur die Gruppe der 25-65 jährigen erfassen, schließlich sind lediglich alle Menschen zwischen 25-65, die länger als ein Jahr erwerbslos sind, von ALGII betroffen. Durch diese Vorgehensweise werden Menschen im ALGII-Bezug mit RentnerInnen gleichgestellt.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass die Angaben über das unterschiedliche Ausgabeverhalten der Menschen unter und über 65 in den Auswertungen der Einkommens- und Verbraucherstichprobe von 2003 nicht mehr veröffentlicht wird. Angaben dazu finden sich dazu nur noch in älteren Auswertungen.

Abschließend wäre noch zu sagen, dass die Regierung die Änderungen in der Sozialgesetzgebung mit dem Anspruch eingeleitet hat, dass den BezieherInnen von Arbeitslosengeld II und Sozialgeld mehr Eigenverantwortung zugestanden wird, diese Eigenverantwortung aber durch die Festlegung von leistungsrelevanten und nicht-leistungsrelevanten Ausgaben diese wieder entmündigt. Es geht nicht um die häufig zitierten Pelzmäntel und Segeljachten, sondern die minimalen Ausgaben, wie: ein eigenes Auto, kleine Reisen, telefonieren mit einem Handy, Strom, Gesundheitsvorsorge, DVD´s, Haustiere, ein Stück Kuchen in einem Cafe. Alles Dinge, die zu einer sozio-kulturellen Teilhabe, die das Existenzminimum angeblich sichern soll, dazu gehören.

(Alle Angaben habe ich aus dem “LeifadenALGII / Sozialhilfe von A-Z” der AG TuWas (Hrsg) von Okober 2006, 24. Auflage)

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Bienensterben

Verfasst von somluswelt am 20, Juli 2007

Ich habe da und dort vom Bienensterben gehört und die Sache nicht weiter verfolgt. Der Artikel von Monika Herz auf “Hinter der Schlagzeile” macht sehr klar, dass wir uns den Kapitalismus in seiner aktuellen Ausprägung nicht mehr leisten können. Das Bienensterben ist mehr als bedrohlich, nicht nur für die Bienen.

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Monitorbericht zu Schäubles Überwachungskatalog

Verfasst von somluswelt am 13, Juli 2007

Warum Schäuble ein Grundgesetz nötig hat, zeigt sich auch hier bei der Frage der Überwachung und der Datensammlung. Der Monitorbeitrag von gestern zum Thema:

Es geht um ein um eines unserer zentralen Güter unserer Verfassung, es geht um die Unantastbarkeit der Menschenwürde. Sicherheit oder Freiheit?

(via)

In den 80ern ging der Spruch “Die Würde der Frau ist unfassbar” unter Feministinnen um. Scheinbar erreichen wir an diesem Punkt nun endlich Gleichberechtigung. Auch wenn wir uns das in den 80ern irgendwie anders vorgestellt haben.

Eine schöne Auflistung von BIM Schäubles “lautem Nachdenken” findet sich auch bei der Zeit. (via)

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Ein Grundgesetz für Schäuble - 1. Resümee

Verfasst von somluswelt am 13, Juli 2007

Ich war seit dem frühen Morgen außer Haus und habe eben noch die Blogs nachgetragen, die sich seit dem der Aktion “Ein Grundgesetz für Schäuble” angeschlossen haben. Es haben sich aber nicht nur BloggerInnen angeschlossen.Ich habe “MitmacherInnen” aus den Kommentaren gefischt, allerdings nur solche, die eigene Blogs haben, unverlinkte Mitmachkommentare habe ich weggelassen. Keine besondere Begründung dafür, es war einfach eine Entscheidung. Dann sind nicht wenige Foren in dieser Liste. Wie ich in unterschiedlichsten Beiträgen lesen konnte, sind noch mehr Foren und sogenannte soziale Netzwerke mit auf den Zug gesprungen. Wenn ich schätzen müsste, kommen wir inzwischen sicherlich auf um die 200 TeilnehmerInnen, dabei sind die Leute aus den sozialen Netzwerken nicht mitgezählt, da ich darüber keinen Überblick habe.
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Überwacht

Verfasst von somluswelt am 11, Juli 2007

Ich bin eine Art Dinosauerierin aus dem vordigitalen Zeitalter. Ich blogge nur anonym, achte darauf, dass mein Name nicht mit meinen Nicks in Verbindung zu bringen ist, bzw. mit bestimmten Nicks. Ich habe erst seit ein paar Wochen ein Handy und kann nix mit anfangen, deswegen vergesse ich es ständig. Ich nutze keine Rabattkarten und tätige so wenig Käufe wie möglich mit ec-Karte, ich muss das Geld bar abliefern sonst verliere ich zu leicht den Überblick.

Ich benutze weder fl*ckr oder artverwandte Angebote, noch dieses delic*ous ganz zuschweigen von tw*tter und was es noch alles gibt. Über mich findet man weder bei Open*C noch bei X*ng irgendwas. Ich denke noch darüber nach, ob ich meine Bewegungen im Internet verschlüsseln will und das Verschlüsselungsprogramm für E-Mails der Bundesregierung liegt schon in der Queque.
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Grundgesetz bestellen (Update 9)

Verfasst von somluswelt am 11, Juli 2007

Feine Idee die der Sven Scholz da hat. Bestellt Euch die noch aktuelle Ausgabe des Grundgesetzes, am Besten dreifach. Zum einen als Quelle für spätere Zeiten, falls uns niemand mehr glauben wird, dass es eine Unschuldsvermutung gab, dass erst ein Prozess und dann eine Verurteilung stattfindet, u.v.m. Dann nehmt ihr eine 85 Cent Briefmarke und schickt ein Exemplar an:

Herr W. Schäuble
Bundesministerium des Innern
Alt-Moabit 101
10559 Berlin

Das zweite Exemplar sollte dann an Norbert Geis gehen.

Norbert Geis, CDU/CSU MdB
Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin

Müssen wir dann die entscheidenden Stellen farbig markieren und mit Lesezeichen versehen?

Wenn selbst der Beckstein überrascht ist, dass er rechts von Schäuble überholt wurde.

Update 1 (12.07.2007): Die ursprüngliche Idee von Karan wurde im Netz begeistert aufgenommen und verbreitet. Ebenso die weiterführende Idee von Sven Scholz. Ich sammele hier möglichst alle Blogs, die sich der Aktion “Ein Grundgesetz für Schäuble” angeschlossen haben, nicht die, die nur Exemplare bestellen. Alle, die nur in einem Kommentar geäußert haben, dass sie mitmachen, habe ich mit dem Kommentar oder dem kommentierten Beitrag (leider lassen sich nicht immer einzelne Kommentare verlinken) und ihrem Blog verlinkt. Roman Möller hat inzwischen auch schon ein Banner dafür entwickelt. Ich freue mich über jeden Hinweis, wer alles noch an der Aktion beteiligt ist.

Interessant finde ich an dieser Aktion bis jetzt, dass nicht nur Bloggerinnen und Blogger daran beteiligt sind, sondern sie auch in diversen Foren und Communities vorgegeschlagen wird. Schön finde ich auch die Idee im Beitrag 10 im Forum Nornirs Ætt in Hotels die obligatorischen Bibeln durch ein Exemplar des Grundgesetzes zu ersetzen.

Update 2 (13.07.2007): Eine erstes Resümee habe ich weiter oben gezogen. Ich habe den Eindruck, dass die Welle jetzt erst richtig losgeht. Inzwischen hat attac bocholt die Aktion aufgegriffen. Der Volkszertreter hat auch ein Banner entwickelt. Soweit. Mal schaun, wie lange ich das hier noch weiter mache.

Update 3 (14.07.2007): Soweit ich die Lage übersehe, dürften sich inzwischen locker 300 - 500 Menschen an der Aktion beteiligen. Heute schrieb mir Dante in den Kommentaren, er hätte nur ein Exemplar bekommen. Möglicherweise geht der Abteilung, die diese Publikationen verschickt der Vorrat aus. Was auch weiter nicht verwunderlich wäre. Wenn ich von ca. 1-10 Exemplaren die Woche im Normalfall ausgehen würde, würde ich dafür sorgen, dass ca. 500 Exemplare jährlich auf Vorrat liegen habe. Wenn da jetzt wirklich soviele Menschen innerhalb von 3 Tagen je 3 Exemplare bestellt haben, naja, dann sind die Exemplare jetzt schon aus. Inzwischen ist unsere Aktion zu indymediavorgedrungen.

Update 4 (15.07.2007): Die 200 sind erreicht. Inzwischen hat sich die grüne Jugend Rheinland Pfalz dem Aufruf angeschlossen. Jens Scholz hat ein drittes Banner entwickelt. Ich habe jetzt alle drei Banner in die Seitenleiste eingebunden, von dort kommt Ihr dann auch direkt auf diesen Beitrag und zur Liste. Bei Roman Möller (Nachtrag 4) habe ich eben gelesen, dass ich mit meinen Schätzungen über die Anzahl der jährlich versendeten Exemplare des Grundgesetzes völlig daneben lag. Nach einer Anfrage von fudder beim Referat für Öffentlichkeitsarbeit hieß es, dass jährlich 100.00 Exemplare versendet werden. Es konnten dort bisher kein Anstieg der Anforderungen verzeichnten werden. Sie hätten reichlich auf Lager. Allerdings ist der Beitrag auf fudder vom 12.07.

Für alle die es interessiert, ich sammele die Links in den Kommentaren von sven, karan, mir und wo ich sonst noch über Kommentare und Verlinkungen stolpere. Dann durchsuche ich technorati und die Blogssuche bei g*ogle nach zwei unterschiedlichen Stichworten. Ich habe noch eine nachdrückliche Bitte. Alle, die meine Liste übernehmen mögen doch auf mich als Urheberin der Liste verweisen. Ich habe nix dagegen, wenn ihr meinen Quellcode kopiert, würde ich im umgekehrten Fall genauso machen. Ich kann das ganz gut erkennen, wo das passiert ist, auch wenn die Liste umeditiert ist, also bitte haltet Euch an das Creative Commons und verweist auf mich als Quelle der Liste. Danke.

Update 5 (15.07.2007): Inzwischen ist die Aktion auch bei Heise angekommen, wenn auch nur die Hälfte der Idee. Seis drum, wenigstens ist Sven dort verlinkt.

Update 6 (16.07.2007): Eben hat sich die grüne Jugend Bayern der Aktion angeschlossen und attac bocholt hat mir eine neuen Link geschickt. Die Jusos Hessen Nord schließen leider nicht an, sondern schreiben sich die Aktion auf die Fahnen aber wenn es hilft soll es mir recht sein. Wie schon im Kommentar vermerkt ist, finde das Verhalten der Jusos ziemlich schäbig.(Man möge mir meine erste Reaktion nachsehen, ich war gestern ziemlich müde und mir war zu warm, das schränkt die Denkfunktion ein.)

Update 7 (17.07.2007): Die Netzzeitung sich ausführlich dem Thema angenommen. Der Artikel beleuchtet sehr schön die Bandbreite der Reaktionen auf Schäubles lautes Nachdenken, dass wir sicherlich alle zusammen einfach so mal, oder auch absichtlich, mißverstanden haben.

Update 8 (20.07.2007): Nach zwei Tagen Rechnerabstinenz wollte ich doch noch weitermachen oder habt ihr gedacht, das wars schon? ;-).

Was hat sich in den letzten zwei Tagen getan? Die Liste hat bisher einen Zuwachs um 32 Blogs und Foren auf 277 Teilnehmene.

Die einzige Reaktion der der Jusos auf ihren hochnotpeinlichen Versuch unsere Aktion zu kopieren, allerdings von einer anderen Juso-Gruppe, verlinke ich hier nicht. Nur soviel, die lahme Entschuldigung für das kopieren der Aktion, ist, das man ja nicht gewußt hätte, dass die BloggerInnen auch etwas unternehmen. Auf den von Sven eingebrachten Punkt der Instrumentalisierung unserer Aktion und dass die SPD sich da erstmal deutlicher von ihrer eigenen Regierungsarbeit distanzieren müsste, bzw. die Jusos von ihren Genossen, kein Wort.

Kairaven sammelt unter dem Blognamen: Protest und Widerstand im Netz und übers Netz hinaus” alle Aktionen, die sich gegen die Überwachungshysterie unserer “Volks”vertreter richtet, dort finden sich auch Links zu anderen Aktionen.

Sven hat sich ein paar Gedanken darüber gemacht, wie es weitergeht und sucht nach einem Counter oder so, der auf einer dafür angemessenen Seite platziert werden kann.

So, nun versuche ich das alles hier zu speichern, so langsam zickt wordpress.com etwas rum. Sollte mich auch nicht wundern, der Quelltext, zur Sicherung umkopiert auf Word, umfasst mehr als 10 Seiten.

War gerade am Briefkasten, sie sind heute bei mir angekommen :-)

Update 9 (20.07.07): Eben kam per Trackback die Info bei mir herein, dass einer von den Verlinkten zu einem Nazinetzwerk gehört. Ich habe den Link entfernt. Wer die Liste kopiert hat, sollte es auch machen, es war als “störtebeker” verlinkt. Da der Hinweis von Seiten eines Bloggers kam, der der Aktion kritisch gegenübersteht, hat er mich nicht direkt informiert sondern einen gehässigen Beitrag unter der Kategorie “Idiotenzoo” angelegt. Jetzt hat er es der Aktion und mir so richtig gezeigt. Dass ich nicht für Nazis eintrete, sollte jedem der meine Blog auch ließt klar sein aber manche brauchen sowas wohl, um sich dann wohler zu fühlen.
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Ein Grundgesetz für Schäuble: (annähernd) alle Beteiligten

(Bevor ihr die Liste kopiert, bitte noch mal folgende CC-Lizenzbestimmungen lesen. Danke)

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(Disclaimer: Wer nicht auf dieser Liste stehen möchte, wird selbstverständlich rausgenommen, kleine Notiz an mich reicht)

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Gerichte verbieten Streiks

Verfasst von somluswelt am 10, Juli 2007

Heute morgen in den Nachrichten hieß es, dass irgendwelche Gerichte versuchten den Warnstreik durch die Lokführer zu unterbinden, was nur mässig gelang, weil die Beschlüsse noch nicht zugestellt waren. Wie geht das? Seit wann dürfen Gerichte Streiks unterbinden, weiß jemand mehr dazu? (die Wetterhexe erinnerte mich gerade wieder daran)

Außerdem hat eben diese Wetterhexe noch mal angemerkt, dass die Zuwächse bei der Führung der Bahn nicht schon schlechten Eltern waren in den vergangenen Jahren. Während Menschen, die gerademal so um die 2100 - 2400 Euro brutto verdienen können, halt 30% mehr haben wollen.

Seit dem Amtsantritt von Hartmut Mehdorn sind die Bezüge für die acht Vorstandsmitglieder um 400 Prozent gestiegen, in den Jahren 1999 bis 2005 laut Geschäftsbericht von 3,679 Millionen Euro auf 14,693 Millionen Euro.

Gestern meinte der Sprecher der Lokomotivführer, dsas sie seit 75 Jahren nicht gestreikt hätten und ihre Streikkasse gut gefüllt sei. Dann mal auf.
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Verfassungsfeinde

Verfasst von somluswelt am 10, Juli 2007

Denkt man das was von unseren verängstigten Volkvertretern so abgesondert wird zu Ende, dann frage ich mich, ob sie nicht selbstmordgefährdet sind. Ich meine ja nur so, wenn diese Überlegung vor allem Menschen gilt, die gegen Demokratie und die freiheitliche Grundordnung arbeiten, stehen die Herren und Damen Volksvertreter doch an vorderster Front. (siehe auch hier)

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Leckeres am Morgen

Verfasst von somluswelt am 10, Juli 2007

Zu Schäuble muss nichts mehr gesagt werden, außer vielleicht, dass mich der Kommentar unserer Exekutive gefreut hat, die meinte, dass es genug Gesetze zur “Terror/istenabwehr” aber nicht genug Gesetzeshüter. Wie auch immer.

Heute Morgen habe ich mir die aktuelle Ausgabe der Schrot&Korn zu Gemüte geführt. Was sich da unter der Rubrik “Meldungen” sammelt, erhärtet den Verdacht, dass so einige Minister eine Entgiftung nötig haben.
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Entgiften

Verfasst von somluswelt am 8, Juli 2007

Nachweis der Entgiftung

Aber die Terroristen haben etwas anderes, mindestens ebenso Gefährliches getan. Sie sind mental in die Schaltzentralen der Macht eingedrungen, sie verseuchen das Denken der demokratischen Sicherheitspolitiker, sie vergiften das Recht. Schäubles Vorschläge sind Ergebnis dieser Vergiftung: Rechtsstaatliche Fundamentalgewissheiten werden aus Angst vor dem Terror in Frage gestellt.

Der Innenminister hat im Strudel der Terrorwarnungen seine Souveränität verloren. Er ist kein bedachter Gegner des Terrors mehr, sondern dessen Getriebener. Was hilft? Ein Bußschweigen, wenigstens einen Sommer lang? Der Innenminister ist zugleich Verfassungsminister. Der Titel sollte ihm erst nach Nachweis der Entgiftung wieder zustehen.

(Quelle) (via)

Fragt sich, ob Schäuble der einzige ist, der eine Entgiftung nötig hat.

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Sonntagspredigt

Verfasst von somluswelt am 8, Juli 2007

In den vergangenen Wochen steigt meine Fassungslosigkeit angesichts eines vollkommen losgelassenen Innenministers von Tag zu Tag. Was muss in diesem Menschen vorgehen, dass er so leichtfertig Demokratie (ja auch wenn es eher eine schwache Demokratie ist) und Menschenrechte aufs Spiel setzt? In welchen geistigen Gefilden bewegt sich so einer. Sicher ist aber, dass es nicht derselbe Planet sein kann, auf dem ich mich bewege. Das gleiche gilt für den Umgang mit Erwerbslosen. Da produzieren Politiker Papier um Papier aus denen immer deutlicher wird, dass ihre Haltung zur Menschenwürde mal als fragwürdig ist. Von Bodenhaftung ist überhaupt keine Spur mehr. Entfesselte Paranoia und hysterische Wahrung des eigenen Besitzstandes. Und dann mal Händeschütteln beim Wahlvieh aber Kontakt, Kommunikation, davon ist nichts mehr wahrzunehmen.

Mir wird immer klarer, warum Blogs so eminent wichtig für mich geworden sind. Denn hier sammelt sich, zumindest in den Teilen, in denen ich mich bewege, geballte Kompetenz und Hintergrundwissen, dass so in den traditionellen Medien nicht zu finden ist. Es ist nicht das einzele Blog sondern die Kombination davon, die es ausmachen. Das ist die Stärke von Blogs, da können tradtionelle Medien nicht mithalten. Ich schaue kaum noch Nachrichten und wenn irgendwas in der Tageszeitung steht, die ich noch abonniert habe, schau ich erstmal ins Netz. Es stört mich auch nicht, dass manche Sachen in einzelnen Blog einseitig erscheinen, ich lese zu einem Thema selten nur ein Blog und ziehe meine eigenen Schlüsse daraus. Objektivität wird eh überbewertet. Vermutlich allein deshalb, weil es sie nicht gibt.

Wenn ich so die Beiträge über die antidemokratischen Bestrebungen unserer “Volksvertreter” lese, wird mir immer schlechter. Einige von denen vertreten offensichtlich nichts anderes mehr als ihre eigenen Paranoia. Ich halte auch den Ausdruck “antidemokratisch” für viel zu schwach, um die aktuellen Forderungen bzgl. Kontrolle und Überwachung, den Umgang mit Erwerbslosen und noch so einiges mehr zu beschreiben. Ich denke, der Begriff: prodiktatorisch oder auch profaschistisch passt viel besser dazu.
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Die Wahrheit braucht einen der sie ausspricht

Verfasst von somluswelt am 7, Juli 2007

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Wir wollen die Arbeitslosen energisch bekämpfen

Verfasst von somluswelt am 6, Juli 2007

Politiker können keine Arbeitsplätze schaffen aber sie können die Bedingungen, wie mit Erwerbslosen umgegangen wird, beeinflussen. Stundenlöhne von 4,30 Euro brutto, Zwangsarbeit, um überhaupt das Sozialhilfeniveau zu erreichen, Subventionierung von Arbeitgebern, stellen aber keine Bekämpfung der Arbeitslosigkeit dar, sondern sie bekämpfen die Arbeitslosen. Je mehr aufgeben, weil die Bedingungen für den Bezug von ALG II Leistungen immer härter werden, und lieber Betteln gehen, Flaschen sammeln oder auch verhungern, desto besser für die Sozialkassen. Das ist dann sicherlich ein Erfolg für die Politik.

(Quelle: Kölner Erwerbslosen Anzeiger, Kpmmentar zum Bericht der Arbeitsgruppe Arbeitsmarkt der Bundesregierung von Mai 2007)

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Streik

Verfasst von somluswelt am 4, Juli 2007

Die MitarbeiterInnen der Bahn streiken. Das ist ihr Recht und wer deswegen nicht rechtzeitig zu Arbeit kommt, sollte sich halt ein dickes Buch einstecken. Denn ohne solche Streiks hätte es für niemanden jemals Verbesserungen der Arbeitssituation gegeben. Arbeitnehmerrechte, Anteil haben an dem was ein Unternehmen mit Hilfe seiner MitarbeiterInnen erwirtschaftet, all das wurde den ArbeiternehmerInnen zu keiner Zeit geschenkt. (Leider muss dieser Fakt heutzutage immer wieder betont werden: Arbeitnehmerrechte und Lohnzuwächse sind i.d.R. das Ergebnis von Arbeitskämpfen, die zu anderen Zeiten schon mal blutiger abgelaufen sind.)
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Geschichten mit dem Amt 2

Verfasst von somluswelt am 28, Juni 2007

Erzählt uns ein Kunde, dass er als er nach Hilfe bei der Formulierung eines Antrags Unterstützung durch seinen Sachbearbeiter wollte, hätte dieser ihn mit den Worten: Ich bin doch kein Auskunftsbüro, für sowas habe ich keine Zeit, sie sind ja arbeitslos, schauen sie mal (deutet auf seine Aktenberge) wieviel Arbeit ich habe.

Nun haben die Arbeitsgemeinschaften tatsächlich die Pflicht ihre “Kunden” zu beraten und unterstützen aber die Realität sieht anders aus. Ich weiß nicht, wie oft ich in den vergangenen Wochen Kunden gefragt habe, ob ihnen erklärt worden wäre, was die Rechtsbehelfsbelehrung, die einer Eingliederungsvereinbarung beigefügt wird, bedeutet. Ich habe nicht einmal gehört, dass dies bejaht wurde. Bei mindestens jedem Dritten, der bei uns nach Hilfe fragt, sind Widersprüche fällig, weil die Bescheide nicht in Ordnung sind.

Ende 2008 soll die Förderung unabhängiger Beratungsstellen eingestellt werden, da davon ausgegangen wird, dass bis dahin die ARGEn ausreichend aufgestellt sein werden, so dass eine solche externe Unterstützung nicht mehr nötig sein wird. Ich halte das für eine ziemlich Lachnummer. Die Zustände in den ARGEn sind katasthropal, die meisten dort schieben Anträge wochenlang vor sich her, weil sie nicht dazu kommen sie zu bearbeiten und in der Widerspruchsabteilung sieht es nicht viel anders aus. Zumal bei vielen MitarbeiterInnen der ARGEn Ende dieses Jahres ihre Zeitverträge auslaufen und sie dann vermutlich auf der Straße stehen. Dafür sollen derzeit neue MitarbeiterInnen eingestellt werden. Was nichts anderes bedeutet, als dass das Know How, das sich diese MitarbeiterInnen der ARGEn erarbeitet haben, nicht erhalten bleiben wird. Schöne Anerkennung für die Menschen, die da arbeiten.

Abgesehen davon halte ich es persönlich für einen Alptraum, dass die Behörde ausführendes Organ und Beratung aus einer Hand durchführen will und unabhängige Beratungstellen ausgeschaltet werden sollen. Frei nach dem Motte, wer keine Ahnung hat, kann sich auch nicht wehren.

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Spareffekte

Verfasst von somluswelt am 28, Juni 2007

Dagobert Duck lässt sich ja im Allgemeinen mit seiner Limousine zum Milliardärsclub fahren, damit er dort die Zeitung lesen kann und sich die 5 Kreuzer für diese spart, ungefähr so effektiv sind die Sparmaßnahmen arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen.

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Kosten der Unterkunft

Verfasst von somluswelt am 22, Juni 2007

Dieses Begriffsmonster, in einschlägigen Kreisen, auch KdU abgekürzt, bezeichnet den Teil des ALG II, den die Kommunen übernehmen müssen. Der Bund hat das unter dem Begriff “Hartz IV” zusammengefasste Modell für die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe den Kommunen geschickt verkauft. Der Bund zahlt für jeden hilfebedürftigen Erwerbslosen (noch so ein Begriffsmonster), wenn er oder sie Single ist 345,– Euro (bei Paaren sind es nur 311,— Euro pro Nase) Regelsatz, also das was man zum Leben hat. Die Kosten für Miete und Heizung ist an den Kommunen klebengeblieben. Es gibt zwar einen Zuschuss vom Bund aber der Löwenanteil bleibt an den Kommunen hängen. Es gibt Richtwerte darüber, was eine Wohnung eines ALG II Empfängers kosten sollte und wie groß sie sein darf, diese werden aber von den jeweiligen Kommunen selbst festgelegt. In den allermeisten städtischen Kommunen liegen diese Richtwerte weit unter den realistischen Mietpreisen. Für Köln ist ein Mietpreis von 297 Euro für eine 45 qm Wohnung gedacht plus Heizkosten.

Natürlich versucht die Behörde immer wieder gerne um die Übernahme der vollen Kosten für Wohnung und Heizung herum zu kommen. Die Heizkosten werden pauschaliert, also gedeckelt, obwohl das Gesetz da ziemlich klar ist, dass die Heizkosten in voller Höhe übernommen werden müssen.

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