In der Bütt

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle die legendäre Büttenrede veröffentlichen, die einen Einsatz der Polizei nach sich zog, zumindest wird dies gemunkelt. Aber irgendwie kann ich sie in den Tiefen meiner Dateien nicht mehr finden.

Aber glücklicherweise gibt es noch Herrn Semmel, der sie freundlicherweise vertont hat, bitte hier lang.

Nachtrag: Ich habe sie wiedergefunden, googlen hilft :-), ist eine etwas andere Version.

Alaaf Helau, seid ihr bereit,
Willkommen zur Beklopptenzeit
Mer kenne des aus Akte X
doch Mulder rufe bringt da nix,
des kommt durch Strahle aus dem All,
und plötzlich dann ist Karneval.

Uff einen Schlach wern alle dämlich,
denn das befiehlt das Datum nämlich.
Es ist die Zeit der tollen Tage,
so eine Art Idiotenplage,
eine Verschwörung blöd zu werden,
die jährlich um sich greift auf Erden.

E wahre Ausgeburt der Hölle,
und Ausgangspunkt sin Meenz un Kölle.
Denn dort gibts net nur RTL,
das Fernseheinheitsbreikartell,
sondern ach jede Menge Jecken,
die sich auf Nasen Pappe stecken.

In Teufelssekten sich gruppieren,
danach zu Elferräten sich formieren.
Und dann muß selbst das dööfste Schwein,
dort auf einmal fröhlich sein.

Auf einmal tun in allen Ländern,
die Leute sich ganz schlimm verändern.
Sie gehn sich hemmungslos besaufe,
und fremde Mensche Freibier kaufe,
schmeiße sich Bonbons an de Schädel,
betatsche Jungens und auch Mädel
und dun ein jedem den se sehn
ganz tierisch uff die Eier gehn.

Sie tun nur noch in Reime spreche,
und sin so witzisch, man könnt breche,
bewegen sich in Polonäsen,
als trügen sie Gehirnprotesen,
man möchte ihnen- im Vertrauen-
am liebsten in die Fresse hauen.

Doch was soll man dagege mache?
Soll man darüber vielleicht noch lache?
Es hilft kein Schreie un kein Schimpfe,
man kann sich net mal gege impfe,
die macht der Doofen ist zu stark,
als das man sich zu wehrn vermag.

Am beste is man bleibt zu Haus,
un sperrt den Wahnsinn einfach aus.
Man sperrt sich ein paar Tage ein,
und läßt die Blöden blöde sein.
Der Trick ist das man sich verpisst,
bis widder Aschermittwoch ist.

(Und steht ein Zombie vor der Tür,
mit so ´nem Pappnasengeschwür,
und sagt statt “Hallo” nur “Helau”,
dann dreh sie um, die dumme Sau,
und tritt ihr kräftisch in den Arsch
und ruf dabei: Narrhalla-Marsch!”)*
“Vielen Dank …”

Diese Büttenrede wurde 1995 in Flörsheim am Main gehalten und der Redner musste nach dem Vortrag unter Polizeischutz rausgebracht und die Sitzung vorzeitig beendet werden.

Es ist unklar, ob diese letzte Strophe zum Ursprungstext gehört, daher habe ich sie in Klammern gesetzt.

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6 Antworten zu “In der Bütt

  1. Die letzte Strophe lese ich heute zum 1. Mal. Die passt auch irgendwie nicht so richtig dazu. Von der Wortwahl. Ob die jemand später dazu gedichtet hat? Als ich die Büttenrede vor 2 oder 3 Jahren im Internet fand, gab es diese Strophe noch nicht.

  2. Ich stimme dir zu, es scheint so, dass sie angedichtet wurde, ich werde sie in Klammern setzen. Allerdings der Anfang, der stimmt.

  3. Ja, die Zeilen mit dem Akte X hab ich rausgelassen. Das ist nich mehr zeitgemäß. Und verfälscht das Ganze trotzdem nicht.

  4. Novemberkind

    Gerade per Zufall hier entdeckt und gleich mal ins Kölsche „übersetzt“, ist ja bald wieder so weit:

    Alaaf ihr Lück, sitt ihr suwigg,
    Willkomme zur Beklopptenzick.
    Mir kenne dat vun Akte X
    doch Mulder rofe brengk do nix,
    dat kütt vun Strole us dem All,
    und plötzlich han mir Karneval.

    Op eine Schlach sin all Lück dämlich,
    denn dat befählt et Datum nämlich.
    Et es die Zick der tollen Tage,
    dat es en Art Idiotenplage,
    en Verschwörung blöd ze wede,
    die jährlich öm sich grief op Äde.

    En wahre Ausgeburt der Hölle,
    un Ausgangspunkt dat es uns Kölle.
    He jitt et nit nur RTL,
    dat Fernseheinheitsbreikartell,
    sondern och jede Menge Jecke,
    die sich en Pappnas dun aantrecke.

    In Düvelssekte sich gruppiere,
    donoh zo Elferröd sich formiere.
    Dann muß och noch et dööfste Schwein,
    noh Kräfte iefrig löstig sein.

    Op einmohl dun in alle Ländere,
    die Minsche sich ganz schlimm verändere.
    Sie jonn sich hemmungslos besaufe,
    dun fremde Minschlück Freibier kaufe,
    schmieße sich Kamelle an dä Schädel,
    begrapsche Jungens un och Mädel
    un jon fast jedem dä se größ
    ganz gehörig op die Nöss.

    Sie dun nur noch in Reime spreche,
    und sin so löstig, mer künnt breche,
    bewäge sich in Polonäs,
    als hätten se en Gehirnprotes’,
    mer möch inne – jetz ens em Vertraue –
    ööntlich en die Fress rinhaue.

    Doch wat soll mer dogäge mache?
    Soll mer daröver och noch lache?
    Et hilf kein Schreie un kein Bedde,
    vör denne kann mer sich nit redde,
    die Maach der Doofen es ze stark,
    als dat mer sich zo wehre vermag.

    Et beste es mer bliet glich Zohus,
    un sperrt dä Wahnsinn einfach us.
    Mer sperrt sich för paar Dage en,
    un lööt die Blöden blöde sin.
    Dä Trick es dat mer sich verpiss,
    bis endlich Aschermittwoch es.

  5. Novemberkind

    Nachtrag: Das Teil stammt übrigens von Oliver Kalkofe und wurde unter dem Titel „Narhalla-Marsch!!!“ am 04.02.2000 in seiner Kolumne „Kalkofe’s letzte Worte“ in der TV-Spielfilm veröffentlicht.

  6. hu hu Novemberkind :-),

    lies unten stehenden Text, das stammt nicht vom Kalkofe :-)

    Lieben Gruß
    somlu

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