Augenwischerei

Wer kennt das nicht, irgendwas passiert, eigentlich alles in Ordnung, vielleicht freut man sich auch über den Vorgang und irgendwie, man kann den Finger nicht wirklich darauf legen aber ein Unbehagen, das sich immer wieder meldet, fast zu leise um wahrgenommen zu werden, meldet sich immer wieder. Es kratzt am Bewußtsein und man wird es nicht wirklich los. Ein Tinitus des Bewußtseins, sozudagen.  So ging es mir die ganze Zeit mit dem Unternehmensgründer der Drogeriemarktkette mit antroposphischem Hintergrund, der das uneingeschränkte Grundeinkommen fordert.

 

Ein Phantast sagten die einen, Begeisterung bei den anderen und bei mir immer wieder das Kratzen am Rande meines Bewußtseins. Ich halte betriebswirtschaftliches Denken und sich als Unternehmer für die Menschen und Umwelt und Gemeinschaft in der das Unternehmen produziert verantwortlich fühlen nicht als zwei von einander ausgeschlossene Paradigmen aber das Unbehagen schwand nicht.

Insider sagen, dass in jener Drogeriemarktkette das gesamte Management geändert wurde. MitarbeiterInnen über 50 Jahre, werden mit dem Argument der Kosten entlassen und wenn sie das nicht machen, werden sie auch gerne solange schikaniert, durch Versetzungen in die Walachei oder dergleichen, dass sie dann irgendwann gehen. Ursache ist das Zerwürfnis des Unternehmensgründers mit seinem Drogeriemarktkumpel einer anderen Kette, mit dem er sich ursprünglich die Gebiete bundesweit aufgeteilt hatte und man sich seinerzeit auch gerne mal unterstütze, wenn der eine oder andere in einem Bereich nicht reinkam. Seit diese sich miteinander überworfen haben, gibt es scharfe Konkurrenz und der Kostendruck steigt.

So kann man dann die Forderung nach einem uneingeschränkten Grundeinkommen von dieser Seite auch als Entschuldung des eigenen Gewissens werten.

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6 Antworten zu “Augenwischerei

  1. hallo somlu,

    dass der g. werner seine konzeption des bge nicht aus reinem altruismus propagiert, war doch eigentlich klar…trotzdem ist der schritt, die existenzsicherung vom lohnarbeitszwang abzukoppeln, nach wie vor etwas, was aufgrund der auswirkungen in den köpfen und gefühlen absolut etwas revolutionäres hätte.

    etwas, aber nur etwas, ot: und wenn das folgende realität werden sollte, dann wäre so ein schritt imo noch dringender – es häufen sich die gerüchte, dass das alg2 noch in diesem jahr auf 225.- abgesenkt werden soll, also in etwa das, was flüchtlinge hierzulande bekommen (womit dann auch eine schon sehr alte prognose antirassistischer gruppen erfüllt werden würde – dass flüchtlinge nämlich so etwas wie laborratten wären, an denen a-soziale experimente durchgeführt werden – wie mies können menschen ohne konsequenzen behandelt werden?):

    http://linkszeitung.de/content/view/16081/51/

    http://www.rbi-aktuell.de/cms/front_content.php?cl%20ient=1&lang=1&idcat=5&idart=5487

    wenn das so durchkommen sollte, wirds hier heftig werden.

    gruß
    mo

  2. Hallo mo,

    ich sage nichts gegen das bingungslose Grundeinkommen, mich stört die Doppelmoral dieses Herrn. Das ist auch mein Fokus hier.

    Was die Gerüchte angeht, kann ich mich aktuell nur noch in Sarkasmus flüchten. Essengutscheine und ein Bett in einem Arbeitshaus, wie wärs damit? Zum Kotzen.

  3. Ich sehe keine Doppelmoral – es entspricht auch meiner Sichtweise: wir müßen anerkennen das Erwerbseinkommen für viele Menschen derzeit und in ZUkunft für viele Menschen leider nicht möglich ist – und das Unternehmen und Unternehmer nicht menschenfreundlich, sondern betriebswirtschaftlich Entscheidungen treffen.

  4. äh, zu früh weggeschickt: und daraus lässt sich die Notwendigkeit eines Grundeinkommens (oder auch Bürgergeld, oder negativer Einkommenssteuer) ableiten.

    Die Höhe ist immer ein Problem – auch bezüglich Arbeitslosengeld. Ich kann leider eher schlecht mit Geld umgehen, was Essen & trinken angeht… weiß aber das man das auch anders könnte :-) und ich das ansich auch müßte.

    Ich weiß leider auch das die Beträge die ich zum leben bräuchte nicht realistisch für ein Grundeinkommen sind, wohl nichtmal mein aktueller Verbrauch.

  5. Insider sagen, dass in jener Drogeriemarktkette das gesamte Management geändert wurde.

    Gibt es dafür eine Quelle?

  6. Ehm, eigentlich sollte aus der Formuliernug klar werden, das die Quelle eben diese Insider sind und die nicht ohne Grund nicht anders von mir benannt wurden.

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