Häuserkampf in Köln

Seit dem 4.3.2006 gibt es wieder Hausbesetzungen in Köln.

Das Barmer-Viertel, welches von der Stadt vom Erbbauverein gekauft wurde, um dort Platz für Hochhäuser zu schaffen, die dank der Intervention der Unesco niemals gebaut werden, sollten abgerissen werden. 381 Wohnungen, die entgegen der Behauptungen der Stadt nicht entkernt sondern voll intakt sind.

Nachdem die Hochhauspläne in den Schubladen verschwanden, hoffte die Stadt Investoren zu finden, die das Areal kaufen und bebauen. Allerdings ist das Areal zwischen Messebauten und Bahnhof nicht sonderlich attraktiv. Die Stadt wird nicht müde die Verantwortung für das Desaster der Unesco zuzuschieben aber ein genauer Blick in die Detail zeigen ein anderes Bild. Die Stadt kaufte das Barmer Viertel füt 65 Mio. Euro (zzgl 3 Mio Abbruchkosten) und rechnete diese Kosten mit einem fiktiven Verkaufspreis von 71 Mio. Euro gegen. Wobei sie den größten Teil der Kaufsumme, 38. Mio. Euro, den städtischen Wohnungbaumitteln entnommen hat.

Die Stadt im Moment behauptet, dass die Kosten mit einem Verkauf an ein Konsortium Moderne Stadt/Modernes Köln wieder hereinholen wollte. Allerdings zeigt sich, dass dieses Konsortium nur den östlichen Teil des Areals bebauen will und für die freibleibenden Flächen, namentlich als Grünanlagen und und Parkstreifen ausgewiesen, bliebe weiterhin die Stadt verantwortlich.
Es liegt der Stadt sowieso nur eine Option in Höhe von 16.4 Mio. Euro vor. (Alle Daten und Fakten hier)

Auch wird die Stadtspitze nicht müde zu betonen, die Sanitärenanlagen in den Häusern wären schon zurückgebaut (einige Bilder zum Zustand des Barmer Viertels finden sich bei indymedia), ebenso alle Versorgungleitungen, was die Hausbesetzerinnen nicht bestätigen können. Laut der Hausbesetzer sind die sanitären Anlagen teilweise sogar frisch saniert. (Sozialistische Selbsthilfe Köln)

Inzwischen haben sich die Medien der Sache angenommen, man kann gegen 18:45 Uhr in RTL die Vorgänge in der Serie „Die Hausbesetzer“ verfolgen, wie auch in den gängigen Medien.

Kontinuierliche Informationen: Institut für Neue Arbeit, Schäl-Sick-Online, Kölner Sozialforum

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2 Antworten zu “Häuserkampf in Köln

  1. richtig interessant wird es, wenn man sich mal damit beschäftigt, was hier hätte gebaut werden sollen, wenn die Vereinten Nationen nicht gestoppt hätten. Nämlich Bürohochhäuser. Was ein neuer Investor hier errichten will, ist noch offen, aber wahscheinlich auch wieder Büros, denn Wohnungen stehen ja schon für 1000 Menschen auf dem Gelände. Und noch während die Grünen und die SPD fest am Abrissbeschluss festhalten, kann man in deren Kooperationsvereinbarung das folgende lesen:
    Zeile 213: „Anreize für Umwandlung von Büro- in Wohnimmobilien schaffen;“
    Zeile 284: „die Rabattierung städtischer Grundstücke für den sozialen Wohnungsbau;“
    Zeile 521: „SPD und GRÜNE unterstützen – wie auch für andere Dienstleistungsbereiche – Mischformen von Arbeiten und Wohnen.“

    Ja, hallo?!? Auf der einen Seite bestehende Wohnungen abreißen um Büros zu bauen und auf der anderen Seite bestehende Büros in Wohnungen umbauen lassen. Beides mit finanzieller Unterstützung der Stadt.
    Sich für eine Mischform von Arbeit und Wohnen stark machen wollen und gleicheitig die letzten Wohnungen zwischen reinen Gewerbeflächen abreissen, um Gewerbe anzusiedeln?

    Liebe Hausbesetzer, nehmt doch diesen Kooperationsvertrag, der noch keine Woche alt ist und haltet ihn dem „Kernbündnis“ im Kölner Stadtrat mal unter die Nase. Wahrscheinlich wissen die Herr- und Damenschaften nicht mal genau, was sie da schon wieder unterschrieben haben.

    Und wer noch ne Wohnung sucht, im Barmerviertel ist noch was frei!

  2. Ich denke auch schon darüber nach, da ja bei mir im Laufe des Jahres ein Umzug ansteht. Die Wohnungen sind nicht schlecht, man kann es schlechter treffen.

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