Abmahnwahn in Blogland

Ich bin ja froh, dass mein Blog eher klein ist, zumindest was die Besucher angeht. Alles ist überschaubar und mein Kommentarbereich lässt sich in Minutenfrist überschauen. Das soll auch so bleiben, deswegen schreibe ich auch höchst selten über irgendwelche Themen, die massenweise LeserInnen anziehen. Es ist mir auch egal, dass andere Blog damit erhöhte Traffic generieren.

Ich schreibe hier, weil ich mir Luft verschaffe und manchmal dafür auch noch Reaktionen bekomme, meine aktuelle Kommentarstatistik ist ausgesprochen positiv (17 Beiträge zu 73 Kommentaren), wofür ich mich bei meinen LeserInnen an dieser Stelle ganz herzlich bedanke.

Ich schreibe auch zu meinem Vergnügen, wegen der Cafes im Krefelder Zoo oder weil ich denke ohne ein Set silberner Löffel nicht leben zu können.

Alles in allem herrscht Meinungsfreiheit in Europa und man sollte meinen, dass dies auch der Riege der Anwälte im Land bekannt sein sollte, die augenblicklich ihr Einkommen bei Betreibern von Blogs eintreiben möchten. Ich halte das für eine widerliche Angelegenheit. Seit dem „Heise Urteil“, das etwa so qualifiziert die Situation im Internet berücksichtigt, wie schon die Entscheidung zur Impressumspflicht, ist solchen Halsabschneidern Tür und Tor geöffnet.

Eigentlich lächerlich, wenn es nicht für einige finanziell ans Eingemachte gehen würde. Irgendwie scheint das Verschwinden fundamentaler Kenntnisse des Grundgesetzes einer der Effekte zu sein, die Lobbies wie INSM erzeugen wollten.

Wo kommen wir eigentlich hin, dass wir uns mit einem Unsinn, wie „wahren Tatsachenbehauptungen“ und „nicht belegbaren Tasachenbehauptungen“ herumschlagen müssen. Ich sag es gleich, die Masse meiner Texte sind das Ergebnis literarischer Tätigkeit und fallen überhaupt nicht unter so einen Unsinn. Ich weiß, ich weiß, rein rechtlich sieht das alles anders aus aber wer will freiwillig so denken, außer die, die das studiert haben.

Die Unternehmen, die in den Blick von BloggerInnen geraten, sollte sich lieber mal Gedanken über ihren Umgang mit KundInnen machen und sich ernsthaft mit der Frage auseinander setzen, was da in ihrem Beschwerdemanagement schief gegangen ist. Klar, nicht alles was im Netz geschrieben wird, ist okay (mehr dazu auch hier). Aber mal ehrlich, als ich in jenem Callcenter das 10 Mal anrief und mich die 10 Mitarbeiterin zum 10 Mal nach meiner Telefonnummer fragte, nachdem ich zum 10 Mal meine Kundennummer runtergebetet hatte, war ich deutlich in einer Verfassung, die über rein unfreundliche Worte weit hinaus ging.

Für alle die im Moment lieber einen Gang runterschalten wollen, findet sich in diesem Artikel von Udo Vetter nützliche Hinweise, wie ein Blogbeitrag verfasst sein sollte, damit der aktuell grassierende Abmahnwahn an Euch vorbei geht. Das gleiche gilt vermutlich auch für den Kommentarbereich.

Nachtrag: Über die Unverforenheit mit der abgemahnt wird, kann man sich hier ein Bild machen: wasweissich und welche Überlegungungen das nach sich zieht, kann man sich dann hier durchlesen (bitte auch die Kommentare)

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2 Antworten zu “Abmahnwahn in Blogland

  1. Somlu,

    Dein Trackback war im „Moderationsstatus“… nun müsste es künftig klappen. :)

    Ich hatte meinen Beitrag verfasst, weil es mich einfach nur anko*zt, dass die meisten sich wirklich nur für die simplen Themen interessieren. Diese Ignoranz fasse bzw. begreife ich einfach nicht. Nein, ich will nicht in den Top100 mitspielen, dazu habe ich einfach keine Lust. Aber mich irritiert es ungemein, dass hauptsächlich Nachahmer und Imitatoren vom Spreeblick und so gelesen werden – und nicht Texte von dir, Ralf, Markus und all den anderen, in denen meist viel mehr Arbeit und Herzblut steckt… als in der billigen Abklatscherei.

  2. *virtuelles Schulterzucken* so ist das halt, was willste machen. Und wie du siehst hat alles so seine Vor- und Nachteile. Ich finde es okay. Schließlich trampeln mir mir nicht die ignoranten Herrscharen durchs virtuelle Wohnzimmer und so ein abmahnwütiger Anwalt halt eher auch nicht.

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