Ende des Kündigungsschutzes

Gestern, noch ziemlich angeschlagen von meiner Marketing-Prüfung, die sich am Vortag über knapp 8 Stunden zog, konnte mich die Meldung im Kölner Stadtanzeiger nicht so richtig aufregen.

Was musste ich lesen, die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeber (BDA) stellt bzgl. einer einer Änderung des Kündigungsschutzes folgende Bedingungen:

1. es müsse vollkommen klar sein, dass innerhalb von 24 Monaten ein Arbeitgeber ohne Begründung das Arbeitsverhältnis beenden kann.

2. es müsse möglich sein, diese „Warrtezeit“ verlängern zu können

3. kein Sonderkündigungsschutz für Betriebsräte und Schwerbehinderte

Der Geschäftsführer des BDA und CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Göhner forderte in der „Berliner Zeitung“, dass es möglich sein muss, per Tarifvertrag die Probezeit von 24 auf 48 Monate zu verlängern.

Zu deutsch, Teile der CDU und andere fordern, dass über die Regelungen, die im Koalitionsvertrag vereinbart wurden, hinausgegangen wird. Und was die Arbeitgeberverbände in einem Gesetzgebungsverfahren verloren haben, erschließt sich mir auch nicht wirklich.

Was ist das jetzt wieder, drohen sie uns mit einer Beendiung jeglicher Sicherheit im Leben, um uns dann die 2 Jahre Probezeit als „kleineres Übel“ zu verkaufen? Scheint mir so. Machen wir uns nichts vor, hinter der Phrase “ Vereinfachung des Kündigungsschutzes“ steckt nichts anderes als die Abschaffung des Kündigungsschutzes. Vermutlich wird die Gruppe derer, für die die Familienangehörigen zukünftig aufkommen müssen, noch stark erweitert und dann haben wir in dieser Republik kein offizielles Problem mehr. Roll back. Blut ist dicker als Wasser, heißt es doch, auch wenn soziodemographische Untersuchngen eine völlig andere Enwickung belegen. Macht nichts, die entscheidenden Politiker haben zu sowas eh keinen Bezug. Perverse Kinderverweigerer und Ungläubige, die haben es doch nicht besser verdient.

Und eines noch, lieber Kölner Stadtanzeiger und wer sonst noch diese schwachsinnige Headline ausgegeben hat, der Arbeitsmarkt leidet nicht unter der Witterung, wirklich nicht.

tagesspiegel
tagesschau online
Kölner Stadtanzeiger (Artikel leider nicht online)

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Eine Antwort zu “Ende des Kündigungsschutzes

  1. Ich finde den BDA ja ziemlich verlogen. Warum sagt er nicht einfach, dass er „Hire und Fire“ will? Das wäre wenigstens ehrlich. Und jeder wüsste woran er ist.

    Nur dass die Arbeitgeber sich mal nicht täuschen. In den USA ist „Hire and Fire“ ja üblicher. Nur lässt dann auch so mancher Arbeitnehmer seinen Chef spontan von einem auf den anderen Tag im Regen stehen. Das gehört nämlich dann auch dazu.

    Wenn das dann käme, dann handelten die Arbeitnehmer natürlich verantwortungslos gegenüber dem Stadtort Deutschland etc.

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