Schon mal was von Cargill Inc. gehört?

Ich nicht, wäre ja eigentlich Jürgens Job, der schweigt sich nun schon seit Wochen aus, so dass jemand anderes seinen Job übernehmen muss. Nicht, dass ich das auch nur ansatzweise so gut könnte.

„Wenn wir jetzt nicht unsere Getreidepreise senken, um diese entwicklungsländer davon abzuhalten, ein System der Selbstversorgung aufzubauen, dann wird unsere weltweite Wettbewerbsposition Einbußen hinnehmen müssen.“ Quelle

Diese menschenverachtenden Worte stammen aus dem Munde eine US-Senators aus Minnesota, wo Cargill Inc. seinen Hauptsitz hat. Es ist einer der 7 global Player der Nahrungsmittelindustrie. Sie haben das erklärte Ziel Weltmarktführer zu werden. Greenpeace hat im Moment Aktionen gegen die Vernichtung der Regenwälder Amazoniens durch den Konzern laufen. Zumindest bei ngo-online und der jungen welt findet sich eine Berichterstattung darüber. Wir in der BRD sind ja auch lieber Freunde für unsere Gäste. Was interessiert uns denn schon, dass weltweit Hunger produziert wird, um die wachsende Habgier der gobal Player zu befriedigen.

Interessanterweise finden sich weder in dem amerikanischen noch dem deutschen Beitrag zu Cargill auch nur ein kritischer Satz.

Weiß eigentlich irgend jemand woher die Firma Alpro für ihr zuckerverseuchtes Sojaprodukt das Soja bezieht?

Ich habe im übrigens alle Nennungen des Unternehmens mit kritischen Artikeln verlinkt. Bei der großen Suchmaschine sind die ersten 30 Einträge zum Stichwort nur Firmensites, dagegen muss etwas unternommen werden.

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11 Antworten zu “Schon mal was von Cargill Inc. gehört?

  1. hallo somlu,

    zu einem großen teil der machenschaften von cargill existiert sogar eine filmische dokumentation: „septemberweizen“ von peter krieg

    http://www.filmhai.de/kino/film/0010/septemberweizen.php

    der offensichtlich jetzt neu in die kinos kommt. habe einen flyer dazu gesehen, wobei mir die heutigen statements von krieg gelinde gesagt seltsam vorkommen – was den film allerdings nicht schmälert.

    und zur sojafrage empfehle ich ebenfalls einen film, siehe

    http://autismuskritik.twoday.net/stories/2057667/

    viele grüße
    mo

  2. Also dieser Satz wurde 1985 gesprochen. Sie haben ja ihr Ziel erreicht.
    Wenn ich denke, dass in den End-60er Jahren einige Entwicklungsländer ganz hoffnungsvoll dastanden und einige wie Tanzania, ganz bewusst eine Politik der Abkopplung und Selbstversorgung verfolgten – ja, da haben die Cargils und Konsorten sehr gut gegengesteuert! Und jetzt gibt es aus der Globalisierung kein Entkommen. Ich kann bis Lebensende nicht so viel essen, wie ich kotzen könnte!

  3. „Selbstversorgung“ kann zB durch Mißernten und Mißwirtschaften auch Hunger verursachen, der dank „Abkopplung“ schließlich auch schwer bis unmöglich abzuwenden ist.

  4. nite owl, was willst du denn nun sagen? Dass Mißernten und Mißwirtschaft den Hunger verursacht haben und er nicht explizit von den Nahrungsmittelkonzern gewollt ist? Sollte das so sein, verstehe ich nicht, was an dem Zitat da oben so schlecht zu verstehen ist, es ist doch eine unverbrämte Aussage.

  5. Ich will sagen das freier Handel eine gute Sache ist, und dazu gehört dann auch freie Preisgestaltung und Selbstverantwortung der in diesem Fall lang- oder/ und kurzfristig Schwächeren. Diese müßen zum einen auch selbst direkt gegen Hunger etwas unternehmen, als auch Hilfe suchen – UND wirtschaftliche Optionen suchen (Tourismus, Industrie, etc.).

    Hunger hat fast immer viele Ursachen, die Hungernden wohlwollend zu Bevormunden und die Schuld bei internationalen Konzernen zu suchen verlängert und verstärkt bestehende Probleme nur.

  6. Jaha, „freier Handel“ *lol*. Wir leben offensichtlich auf zwei unterschiedlichen Planeten, mindestens könnten auch unterschiedliche Unversen sein.
    „Freier Handel“ ist eine hohle propangandistische Phrase, die von denen in die Welt gesetzt wurde, die von den Machenschaften, die diese Phrase vertuschen soll, profitieren. Es gibt keinen freien Handel. Freier Handel würde ja auch gleiche Machtverhältnisse bedeuten. Solche Phrasen sind wie mieserable Popsongs im Radio, wenn man sie nur oft genug vorgedudelt bekommt, erhöht sich die Chance, dass immer mehr Leute sie gut finden.

    Ich fragw mich echt, wo du lebst. Nochmal, lies Dir doch mal bitte das Zitat da oben durch und erklär mir das mal aus deinem Weltbild heraus, was daran nicht zu verstehen ist.
    Desweiteren habe ich die ganzen Links nicht aus Spass an der Freude gesetzt.

  7. Ich verstehe das, aber anders als Du.

    „Es gibt keinen freien Handel. Freier Handel würde ja auch gleiche Machtverhältnisse bedeuten. “

    Nein, das bedeuted freier Handel nicht – entscheident ist keine bzw. geringe Handelshemmnisse/ staatliche Eingriffe etc.- ja, ich weiß, leider gibt es diese Handelshemmnisse auch gegen die Produkte aus Entwicklungsländern.

    Nochmal: es liegt in der Verantwortung der Menschen und Regierungen ob sie vorsorgen und ob sie alternative Einnahmequellen suchen. Wenn preiswert Getreide eingekauft werden kann ist das ja ansich nichts schlechtes, genauso wie auch „Selbstversorgung“ kein Wert ansich ist (außer man ist Nationalist und/ oder Sozialist) – auch kein Garant gegen Hunger.

    Der internationale Konzern will sich einen Markt erobern – ob es ihm gelingt hängt nicht nur von ihm ab.

    Das Hauptproblem der Entwicklungsländer sind mangelnnde bzw. fehlende Rechtstaatlichkeit und schwache Regierungen – nicht nur in Folge ausländischer Einflüße! Diese hausgemachten Probleme führen dann u.a. auch zu Ressourcenplünderung (Regenwald) – da würde ich empfehlen Jared Diamonds „Kollaps“ zu lesen (ist ja leider noch nur im HC und relativ teuer, aber lohnt sich – evt. über ebay preiswerter zu haben, oder in einer öffentlihem Bibliothek?)

    Ein Beispiel: Die Erdöl-förderden Ländern werden sich früher oder später nach Alternativen Einnahmequellen und Wirtschaftssektoren umschauen müßen, da jedes Vorkommen irgendwann zu Ende geht – oder die Förderung nur noch zu hohen Kosten möglich ist – und auch zu hoffen ist das die Industriestaaten sich davon (verstärkt) unabhängig machen können.

    Globalisierungskritiker (ich weiß, ich verallgemeinere, nicht erst an diesem Punkt, aber sonst kommt man zu sehr in Details) tun ja hin und wieder so als würden die Erdöl-Förderer quasi zum Verkauf genötigt – was zumindest im allgemeinen Unsinn ist!

    Wie bei der Nahrung gibt es, trotz unterschiedliche Machtverhältnisse und ‚Handelshemmnissen, nunmal Angebot und Nachfrage, einen Markt.

    Nein, der Markt regelt nicht immer alles optimal, aber doch besser als die reine, rohe Macht des Stärkeren oder ein 5-Jahres-Plan.

    Nein, ich profitiere nicht (weder hiervon noch von anderen lukrativen Geschäften, leider), ich bin ein Überzeugungstäter :P

    Der vernünftige und rationale Liberale/ „Kapitalist“ (wie immer man jemanden wie mich schimpfen mag) geht auch nicht davon aus das es perfekte Lösungen gibt die jedem sofort ein schönes Leben (oder überhaupt eines) ermöglichen – und wenn er erhrlich ist verschweigt er das auch nicht, sondern sagt es deutlich bzw. versucht das Versagen von Märkten und Menschen auf möglichst effektive Art und und Weise zu kompensieren.

  8. Pingback: filter » Cargill Inc. ein global Player der Nahrungsmittelindustrie

  9. Wo internationale Konzerne die Flächen mit den besten Böden aufkaufen, um ihre Monokulturen für den Export zu züchten, kann keine Subsistenzwirtschaft der Einheimischen mehr betrieben werden, und sie werden eben von Lebensmittelimporten abhängig. Das mit den Missernten ist marginal: bei genügend einheimischer Subsistenz-Landwirtschaft kann so etwas überstanden werden.
    Es ist sicher wahr, dass die internationalen Konzerne einheimische Eliten korrumpieren – aber wo sich die Eliten nicht korrumpieren lassen, werden sie mit anderen Mitteln ausgeschaltet, das hat man in Lateinamerika doch zur Genüge erlebt!

  10. @ nite owl

    „vernünftige und rationale Liberale/ “Kapitalist”“,

    Der Traum einer dissozierten Persönlichkeit. Noch so eine Schimäre, reiht sich ja ganz wunderbar in das Wortgeklingel bzgl. „freier Märkte“ ein. Und wenn du als Alternative ausschließlich auf 5-Jahres-Pläne schaust, hast du tatsächlich ne Menge verpasst. Mann, Mann, du glaubst das tatsächlich, was du da schreibst.

    Zumindest kann ich aus meiner Sicht der Dinge dem einen gewissen Witz abringen, der Dir vermutlich vollkommen abgeht. Vielleicht mal hier lesen. Aber bitte Zeit mitbringen, die Texte von mo sind sehr dicht und verdienen Aufmerksamkeit.

  11. “Wenn wir jetzt nicht unsere Getreidepreise senken, …“

    Ja ok, und was ist so schlimm daran? Sollen sie doch senken, die Armen, die das Getreide brauchen, wird es freuen.

    Wen freut es nicht? Die Konkurrenz? Sehr wahrscheinlich, schließlich geht es gegen eine konkrete Firma. Möglicherweise den Steuerzahler. Denn solche Sprüche wie oben dienen oft auch dazu, Politiker von Subventionen zu überzeugen.

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