Versunkene Burgen und Korallenriffe

Am Samstag sind wir wieder in die Eifel wandern gefahren. Ursprünglich wollten wir so 8 Kilometer laufen, es sind dann 13 geworden.

Zurerst geht es kurz vor dem idylischen Örtchen Urft-Steinfeld, auf einem leidlich steil ansteifenden asphaltierter Weg den Berg hoch in einen Buchenwald. Mir schwante auf der Landstraße schon böses und eine halbe Stunde später als ich mich fragte, warum ich mir sowas immer wieder antue, kam der Abzweig auf einen kleinen Waldweg. Endlich keinen Asphalt mehr unter den Füßen. Schon bald führte der Weg durch buschiges Unterholz und niedrige Buchengruppen ins Unwegsame, so dass wir uns zum Waldrand durchschlagen mussten um dann dort auf einer gigantischen Wiese bis zum Römerkanal-Wanderweg gingen. Auch wenn es unwegsam war, der Frieden und die Leichtigkeit, die dieser Buchenwald ausstrahlte, ist kaum in Worte zu fassen und der stetige Aufstieg war mir kaum noch bewußt.

Im Unterholz

Der Römerkanal-Wanderweg ist an dieser Stelle ein schmaler Pfad an einen Hand und von der Stelle aus, wo wir das Unterholz verließen, waren es nur noch wenige Meter bis zur ehemalige Stolzenburg , von der nur noch wenig zu sehen ist. Ein wunderbar verwunscher Platz unter Buchenbäumen, wo wir eine erste Pause machten und das Terrain erkundeten.

Stolzenburg

Pause an der Stolzenburg

Geheimnisvolle Höhlen

Steile Abhänge

Wir hätten noch Stunden bleiben können aber da wir von unseren geplanten 8 Kilometern noch 6 übrig waren, mussten wir doch weiter. Dann ging es abwärts Richtung Burg Dalbenden, einem ehemaligen Wasserschloß, dass im 18. Jahrhundert erweiter worden war und im zweiten Weltkrieg der Sitz des Generalstabs der Wehrmacht gewesen war. Die amerikanische Airforce zerstörte im Dezember 1944 die Burg. Heute ist sie wieder aufgebaut und ist in privaten Händen. Wir kamen an den Überresten der ehemaligen über 90 Kilometer langen Wasserleitung der Römer nach Köln vobei. Ihr Verlauf ist an dem Wurzelwerk im Wald immer gut zu erkennen. Die mittelalterlichen Bauern konnten sich diese Bauwerke nicht erklären und schrieben sie dem Teufel zu.

Teufelsader 2

Teufelsader

Nach der Burg Dalbenden kommt man gleich an der Urfter Mühle mit ihrem auffälligen Uhrenturm vobei

Mühle an der Urft

Zur Juffernwiese, wo der Sage nach die weibliche Wassergeister leben, die im allgemeinen freundliche und friedliebende Wesen sind, die sich gern im Wasser betrachten, in die Hände klatschen und auf den Wiesen tanzen. Vermutlich geht die Sage auf die keltischen Matronengottheiten zurück, deren Plätze überall in der Eifel zu finden sind.

Juffernwiese

Dann ging es am Wald entlang und durch Wiesenpfade.

Wiesenpfad

Noch mal einen quälend steilen Pfad hoch zum Kloster Steinfeld, dessen Geschichte bis ins 11 Jahrhundert zurückgeht und ein geistliches und interlektuelles Zentrum der Nordeifel darstellte. Dannach zurück zum Parkplatz und weil wir noch nicht genug hatten, versuchten wir uns noch an einem Geocache. Wir machten einen Abstecher zum „Korallenriff“ der Eifel. Es entstand vor 360 Millionen Jahren als die Eifel noch ein tropisches Meer war.

Korallenriff 1

Korallenriff 2

Heute ist dort ein gigantischer stillgelegter Steinbruch, dessen aufgerissene Oberfläsche die millionenjahre alte Geschichte der Eifel bloßlegt. Ein abgeschiedener Ort, der nirgends beschildert ist und von der Landstraße aus nicht zu sehen ist. Wer ihn sich mal anschauen möchte sollte an den Koordinaten N 50 31.603 und E 006 35.236 parken. Leider haben wir diesen Cache nicht heben können und vermutlich war der Abhang an dem ich versuchte mir das Genick zu brechen, weil ich mit unzureichender Ausrüstung da herumklettern musste, vollkommen der falsche aber die seltenen Blumen dort und die in der Abendsonne rosa bis rotbraun schimmernden Wände des Steinbruch, entschädigten für schmerzende Füße und Knie nach einem langen Wandertag.

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2 Antworten zu “Versunkene Burgen und Korallenriffe

  1. Da krieg ich ja Lust auf Fußwanderungen.
    Und die Eifel kenn‘ ich überhaupt noch gar nicht.
    Gruß!

  2. Oh, dass solltest Du bei Gelegenheit mal nachholen, es lohnt sich. Gestern habe ich mir das Wanderbuch „Erlebnis-Wander. Spurensuche in der Eifel“ von Ulrich Siewers zugelegt, das macht richtig Lust aufs Wandern.

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