Leckeres am Morgen

Zu Schäuble muss nichts mehr gesagt werden, außer vielleicht, dass mich der Kommentar unserer Exekutive gefreut hat, die meinte, dass es genug Gesetze zur „Terror/istenabwehr“ aber nicht genug Gesetzeshüter. Wie auch immer.

Heute Morgen habe ich mir die aktuelle Ausgabe der Schrot&Korn zu Gemüte geführt. Was sich da unter der Rubrik „Meldungen“ sammelt, erhärtet den Verdacht, dass so einige Minister eine Entgiftung nötig haben.

Eine Umfrage hat ergeben, dass nur 2% der Bevölkerung kein Problem mit Pestizieden in Obst und Gemüse haben. 71% wollen, dass ihre Lebensmittel gänzlich frei sind von Pestizidrückständen. Und wie regiert die Politik darauf? Minister Seehofer möchte gern, das erst 2004 eingeführte Programm zur Reduktion von Pestizideinsatz in der Landwirtschaft wieder ändern. Von sowieso eher bescheidenen 15% innerhalb von 10 Jahren auf überhaupt kein Reduktionsziel. Erinnert mich irgendwie an die Ausbildungsabgabe, das hat mit der Selbstverpflichtung der Unternehmen auch so gut geklappt.

Die Genmaissorte MON 810 der Firma Monsanto wird vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zwar als gefährlich eingestuft. Diese Minister Seehofer unterstellte Behörde verpflichtet Monsanto lediglich einen Monitoring-Plan vorzulegen, verboten wurde der Anbau dieses Mais nicht. Studien haben ergeben, dass dieser Mais Nutzinsekten genauso tötet wie Schädlinge und dass das Bt-Toxin, dass Mais im Boden bildet, schlechter abgebaut wird. Österreich, Polen, Griechenland und Ungarn haben den Anbau dieses Mais inzwischen verboten.

Wenn Genmaispollen in Honig geraten, darf dieser nicht mehr als Lebensmittel verkauft werden. Das Amtsgericht Augsburg verpflichtet den Staat Bayern dazu, den Mais auf staatlichen Testfeldern entweder vor der Blüte zu ernten oder die Blüten abzuschneiden.

Noch vor dem Sommer soll das Kabinett beschließen, dass die Haftung für Verunreinigungen durch gentechnisch manipuliertes Saatgut erst bei einer Überschreitung des Kennzeichnungsschwellenwert von 0,9 % eintreten soll. Mal abgesehen davon, dass es mich schwer wundert, dass es einen Schwellenwert gibt der überhaupt überschritten werden darf, hat das nicht unerhebliche Folgen für die Prozuzenten von Produkten, die nicht gentechnisch manipuliert sind. Folgeschäden und -kosten, wie Rückrufaktionen von Produzten von gentechnisch nciht manipulieren Lebensmitteln unterliegen überhaupt keiner Erzeugerhaftung mehr. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch das Interview mit Minister Seehofer auf der Homepage von Schrot&Korn.

Die WTO stellt fest, dass Bio-Landbau für ärmere Länder kein Luxus ist sondern viel mehr der Ernährungssicherheit dient. Neben Effekten, wie Bodenverbesserung, Förderung der Vielfalt, spielen schlicht finanzielle Gründe eine zentrale Rolle:

Denn Bio-Anbau spare wegen des geringeren Betriebsmitteleinsatzes Kosten und biete mehr Beschäftigung in Produktion und Verarbeitung. Gleichzeitig könne er zur nachhaltigen lokalen Versorgung mit Lebensmitteln beitragen und eröffne auch kleineren Marktteilnehmern Exportchancen.

(Quelle: Schrot&Korn, 07/2007, S.9)

Aus den Leserbriefen kann man lesen, dass die Strahlung von Mobilfunkmasten Bienenvölker zum auswandern bringen, sich die Missbildungen, Fehlgeburten, Tumore und Kälberblindeheit beim Buntvieh häufen. Angeblich soll dies den Behörden seit 10 Jahren bekannt sein. Nun ja, was nimmt man, für die rundum Erreichbarkeit, nicht so alles in Kauf.

Dann war da noch was mit Bienenvölkern, die die alte „dunkle“ Rasse abgelöst haben, weil sie zwar leistungstärker sind als die alte Rasse, die mit der heimischen Pflanzenwelt in perfekter Symbiose lebt, dafür aber anfälliger sind für Krankheiten und Parasiten, die diese neuen Rassen im übrige miteingeschleppt habe.

Was kann man aus einem solchen Sammelsourium an Meldungen ziehen. Gerade der von mir zitierte Absatz verweist auf das zentrale Problem, an einer nachhaltigen und lokal orientierten Landwirtsschaft verdienen die großen Konzerne nix oder wenig und die brauchen Wachstum. Pharmakonzerne brauchen ausgelaugte Böden und geschwächte Pflanzen und Tiere, damit ihre Pestizide, Dünger und dergleichen Absatz finden. Scheinbar denkt der „Landwirtschaftsminister“ da in ähnlichen Bahnen.

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