Richter liefert lesbische Frau dem Tod aus

Ein Berliner Gericht hat die Abschiebung einer 31-jährigen lesbischen Iranerin beschlossen, obwohl sie im Iran die Steinigung erwartet, da in ihrer Abwesenheit ihr Todesurteil schon ergangen ist.

Angeblich, so berichtet hagalil.com, liegen dem Außenministerium Aussagen der Mutter vor, die behaupten ihre Tochter sei nicht lesbisch, worauf letztendlich der Beschluß des Berliner Gerichtes beruft. Eine Sprecherin des Berliner Innensenatosr bestätigt die Rechtmäßigkeit des Urteils, weil es durch ein Gericht ergangen ist. Na dann, ist ja alles gut. Guckt da einer von denen noch morgens in den Spiegel? Geht es nur mir so, dass dies alles an die grausame und bürokratisch „abgewickelte“ Ermordung von Menschen jüdischer Religion, Menschen mit nicht genehmen Meinungen und Lebensformen durch die Nationalsozialisten erinnert?

Ich bin fassungslos. Natürlich sagt die Mutter, dass ihre Tochter nicht lesbisch ist, schließlich erwartet die Tochter ansonsten die Todesstrafe durch Steinigung. Ja, Steinigung! Wie schmeckt denn so gerade das Frühstück Herr Richter in Berlin, mit diesem Bild vor Augen? Vermutlich haben Sie Familie und lieben ihre Frau und ihre Kinder und der Hund bekommt auch immer ein Leckerli bevor Sie das Haus verlassen, um u.a. Menschen in den Tod zu schicken.

Die Ignoranz der Behörden, die gewollte wirkende Blindheit macht mich fassungslos. Hier zeigt sich die zynische und eiskalte Fratze der neoliberalen Reduzierung des Menschen auf seine Verwertbarkeit im ökonomischen Prozess am deutlichsten. Gesunder Menschenverstand und Mitgefühl zählen ja schon eine Weile nicht mehr. Mitgefühl ist nicht ökonomisch verwertbar. Und die perversen Lesben sind ja selber schuld, wenn sie es mal mit Kerlen probiert hätten, hätten sie sofort eingesehen, dass das viel besser und natürlicher ist. Aber wenn sie darauf beharren, haben sie auch keine Gnade zu erwarten. Aber schön, dass wir in einem Land leben, in dem die Todesstrafe verboten ist. Sind ja die anderen, was soll denn da ein einzelner Richter gegen die Zustände im Iran schon unternehmen. Lesbisch sein ist nicht politisch also weg mit der Frau.

Wie heißt der Richter? Ich würde ihn gerne mal besuchen.

(via che)

Nachtrag: Wie Telepolis gerade berichtet, beruht die Entscheidung des Berliner Gerichtes auf der Annahme der Behörden, dass es sich bei dem Todesurteil um eine Fälschung handeln soll, außerdem beständen Zweifel an der sexuellen Orientierung. Aber genaues weiß man nicht. Die hätten die angebliche Liebhaberin von Jasmin K. im Iran nicht gefunden. Na, die wird sicherlich, bei den rosigen Zeiten ganz laut hier gerufen haben, als die Jungs vom Auswärtigen Amt da auftauchten. Manchmal frag ich, auf welchem Planeten die so leben. Ich sehe es, wie der Autor des Artikels auf Telepolis, wenn sich da jemand „widerrechtlich“ den Aufenthalt in Deutschland hätte erschleichen wollen, wäre das sicherlich auch einfacher gegangen.

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Eine Antwort zu “Richter liefert lesbische Frau dem Tod aus

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