„Dilettantism der Weiber“

„Ich begreife wohl, daß Ihnen das Gedicht unserer Dilettantin immer weniger Freude macht, je näher Sie es betrachten. Denn auch darin zeigt sich der Dilettantism besonders, daß er, weil er aus einem falschen Prinzip ausgeht, nichts hervorbringen kann, das nicht im ganzen falsch ist, also auch keine wesentliche Hülfe zuläßt. Mein Trost ist, daß wir bei diesem Werke den dilettantischen Ursprung ja ankündigen dürfen nd daß wir, indem wir eine Toleranz dafür beweisen, bloß eine Humanität zeigen, ohne unser Urteil zu kompromittieren. Das Schlimmste dabeiist die Mühe und die Unzufriedenheit, die es Ihnen macht, indessen müssen Sie die Arbeit als eine sectionem cadaveris zum Behuf der Wissenschaft ansehen, da dieser praktische Fall bei der gegenwärtigen theoretischen Arbeit [ sc. den Dilettantismus-Studien] nicht ganz ungelegen kommt.“

(Schiller an Geothe über Amalie von Imhoffs episch-lyrisches Gedicht „Die Schwestern von Lesbos“, zitiert nach Bürger, Christa (1990): Leben schreiben. S. 24)

„Ich muß mich doch wirklich darüber wundern, wie unsere Weiber jetzt, auf bloß dilettantischem Wege, eine gewisse Schreibgeschicklichkeit sich zu verschaffen wissen, die der Kunst sehr nahe kommt“

(Schiller an Goethe, zitiert nach: ebda., S. 28)

Wie wir lesen könnne, nichts neues unter der Sonne.

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Eine Antwort zu “„Dilettantism der Weiber“

  1. Das liegt jetzt so auf der Wellenlänge wie ein Beitrag aus Gaddafis Grünem Buch, demzufolge die Wissenschaft erwiesen hätte, dass die Frauen Menschen seien.

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