Bullshitbingo und Schwurbel

Ohne Namen nennen zu wollen, aber das was sich so in einigen Blogs abspielt, lässt mich zu dem Schluss kommen, dass es sinnvoll wäre, jedem Studenten und jeder Studentin zu Beginn ihres Studiums eine Kompendium von Wolf Schneiders Büchern zukommen zu lassen.

„Endweder strengt sich der Autor an oder der Leser“ (frei nach Wolf Schneider)

Ich werde den deutschen Anspruch an LeserInnen „wenn du es wirklich wissen willst, strengst du dich an beim Lesen!“ nie verstehen. Schließlich meinen Menschen, die veröffentlichen, dass sie auch etwas zu sagen haben, also bitte warum nicht so, dass es auch verständlich ist.

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8 Antworten zu “Bullshitbingo und Schwurbel

  1. Schade, dass du da keine Beispiele verlinkt hast. Hätte mich schon interessiert. Sprache wird leider nicht nur genutzt, um zu kommunizieren, sondern -vermutlich war das immer so- dazu „missbraucht“, sich zu profilieren, sich durchzusetzen und andere zu manipulieren. Vielleicht ist es dabei unerheblich, ob man dazu Anglizismen, Fremdwörter oder andere Unarten des Ausdrucks an den Tag legt. Hauptsache man kommt zum Ziel.

    Ich meine das nicht ernst. Du hast einfach recht!

  2. Na ja, Beispiele gibt es wahrscheinlich genug.

  3. Du sprichst mir aus der Seele. Ich hab gerade auch was dazu gesagt auf meinem neuen Blog: http://alteeule.blogage.de/entries/2008/11/20/Medien-muss-Bildzeitungs-Stil-Aufklaerung-ausschliessen#comments

  4. Der Hinweis auf Wolf Schneider ist gut und richtig, bringt aber für die Praxis des Bloggens nicht viel. Die meisten Einträge werden in Eile und Rage geschrieben, ohne dass die Verfasser dabei an gutes Deutsch denken.

    Ein Kompendium gibt es leider nicht, aber wenn man »Deutsch!« gelesen hat, dann kennt man den wesentlichen Inhalt der anderen Bücher auch;-)

    Was mich allerdings wundert: noch kein linker Blogger hat hier bisher in den Kommentaren eine Attacke gegen Wolf Schneider persönlich geritten.

  5. Na ja, vielleicht lieber stefanolix, ist die Welt doch etwas vielschichtiger als lediglich rings und lechts

  6. Darüber, liebe Somlu, besteht kein Zweifel;-)

    Ich hatte bei »Shifting Reality« zum Thema Verständlichkeit auf die Bücher von Friedemann Schulz von Thun hingewiesen und Wolf Schneider extra nicht erwähnt, weil ich mir die Diskussion über seine persönlichen Ansichten und über die Stationen seines Berufslebens ersparen wollte. Aber auf den Namen Schulz von Thun reagierte einer der Gastgeber auch nur mit der Bemerkung, das sei gerade mal etwas für Pädagogikstudenten.

    Habe ich das neulich richtig verstanden: Du hast mal Germanistik studiert? Was lernt man im Studium über die Verständlichkeit von Texten? Welche Bücher hat man Euch empfohlen?

  7. Im Studium was über Verständlichkeit von Texten lernen? Ach ist das schön, dabei beschreibt Wolf Schneider das in „Deutsch als Kenner“ ja gerade als kennzeichnend, dass der universitäre Sprachgebrauch, sich durch besonders unverständliche Texte (i.d.R.) auszeichnet. Ich leider, so meine Eigendiagonose in vielfältiger Weise unter den von Wolf Schneider kritisierten Phänomenen, das sollte doch einen Einblick über den Stellenwert des Verständlichen in meinem Studium geben. Vielleicht auch nicht. Vermutlich hat sowas inzwischen Eingang in die Universitäten gefunden aber ich befürchte, dass es eher die banalisierte Fassung von Bastian Sick.

    Ich wünschte so jemand, wie Wolf Schneider wäre Gegenstand meines Studium gewesen aber wenn jemand, wie Wolf Schneider an den Unis Standard wäre, müsste es Wolf Schneider ja nicht geben.

    Was die seltsame Zuordnung zu politischen Strömungen angeht, der entscheidende Hinweis auf Wolf Schneider kam seinerzeit von marcc.

  8. Studium und Verständlichkeit: ich saß neulich auf einer Dienstreise einer Frau gegenüber, die Berufsschullehrerin werden wollte. Ihr Spezialfach war Deutsch und sie sollte später mal Azubis aus kaufmännischen Berufen unterrichten. Sie befasste sich zu dieser Zeit im Studium fast nur mit mittelhochdeutscher Literatur, stand vor einer schwierigen Prüfung in diesem Fach und hatte bis zur Hälfte ihres Studiums noch kein wirklich praktisches Thema behandelt.

    Ich komme gern noch einmal auf diese Themen zurück und werde in diesem Zusammenhang nichts mehr über die politischen Strömungen sagen — aber leider kommt jetzt gerade Besuch;-)

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