Hart aber fair – mitgeblogt

Ich guck grad Hart aber Fair. Es geht natürlich um die Finanzkrise. Es hocken da Kauder und Struck, beide quasseln dauernd miteinander, während andere reden und kommen mit den Fragen von Plasberg nicht klar und Struck versuchts ne Weile mit der Oberlehrermascher „So wie sie die Fragen stellen, ist sie falsch“. Struck und Kauder sehen aus Stadtler und Waldorf auf ihrem Balkon, die hocken auch am gleichen Tisch beieinander. Dann ist das noch SchwesterWesterwelle, er ist auch empört, fehlt noch dass er mit dem Fuß aufstampft, weil er zu seinem Horoskop befragt wird und nicht schon Vorwahlkampf machen darf. Außerdem muss er neben Gisi sitzen. Gisi hat seinen Spass und fordert seine Leidensgenossen auf, doch mal mitzumachen. Kauder mag nicht auf die Frage antworten, wem er wohl irgendeine Idee verdankt, Plasberg besteht auf der Antwort, als Kauder sich weigert, schaltet Plasberg weiter auf den nächsten Beitrag, denn er will offensichtlich keine Antworten auf Fragen, die er nicht gestellt hat. Dann ist noch ein Journalist, der fällt aber weiter nicht auf.

Westerwelle wird jetzt nach den der neoliberalen Gesinnung seiner Partei befragt. Ach ja, der Staat greift zu sehr in das Privatleben ein, das war eigentlich gemeint aber Regulierung brauchst schon. Ja, klar, das haben wird die vergangenen 10 Jahre alle einfach missverstanden. Ich seh das Fähnchen im Winde flattern.

Kauder hat den Eindruck der Moderator hat den Fokus verloren und erinnert an das Thema der Sendung und gibt sich sozialdemokratisch (Stichwort Reichensteuer). Ah ja, die SPD hat die Menschen wiederentdeckt, sie wollen den Menschen helfen.

Ich finde die so verlogen.

Westerwelle hat so einen formidablen vernünftigen Habitus. Quasi der Junglehrer.

Die reden immer von der Steuerlast, was ist mit den Sozialabgaben? Die betragen ja inzwischen um die 40%.

Kauder benimmt sich als sei er noch bei Christansen, versucht sein Thema durchzudrücken und redet über Plasberg drüber. Ja, das sind wahre Vorbilder unsere Politiker.

*gacker* Schlußrunde, was würden sie tun um die Konjunktur anzukurbeln, so persönliche Fragen, sowas aber auch.

Ganz großes Kino.

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11 Antworten zu “Hart aber fair – mitgeblogt

  1. Schön, dass Du das für mich geguckt hast, während ich einen ernsthaften Blogpost geschrieben habe! :-). D.h. nein, ich hätte mir das auch so nicht angesehen, denn ich kann über das Thema Finanzkrise niemanden mehr labern hören. Aber: „Westerwelle muss neben Gysi sitzen“ – bei meinem letzten „Hart aber Fair“ musste dieser Super-Wirtschaftsboss (Name vergessen) neben Sarah Wagenknecht sitzen – das Igitt quoll ihm aus allen Falten und der Stimme :-)

  2. Pingback: Plötzlich wurde mir schlecht… « Moppelkotze::Blog

  3. Eule, wegen der Inhalte hab ich das natürlich nicht geschaut, aber die Empörung einiger über den Sendungsverlauf war hübsch anzuschauen.

  4. Guten Morgen! Schöner Text zur wachsenden Sinn- und Zwecklosigkeit solcher Gesprächsrunden!

    Ich für mein Teil mag selbst ‚Hart aber fair‘ nicht mehr; dabei war das die letzte Talkshow, auf die ich noch grosse, nein: eigentlich auch nur noch kleine Stücke gehalten habe. Wegen des rigorosen Moderators, der darauf besteht, Antworten auf seine Fragen zu kriegen. Wofür sollte er sie sonst auch gestellt haben? Und erntet doch immer wieder nur Gewäsch …

    Ich habe aber ein Problem mit dem ‚Unterton‘ des Textes (wie bei anderen zuvor): Es ist immer die gleiche Kerbe, in die gehauen wird. Die da oben und wir da unten. Regierende oder Wirtschaft, ganz egal. Bescheissen uns, wo sie können. Sind unsere Ausbeuter, alle! Ich kann mit dem Unterlegten nicht viel anfangen – obwohl ich auf sozialen Ausgleich grossen Wert lege.

    Wir haben ihn aber doch, diesen Ausgleich! Keiner muss verhungern*, wenn ‚die Bosse‘ ihn entlassen (weil sie ihn nicht mehr halten können oder wollen). Ist das etwa nichts? Indem wir uns darauf stützen und verlassen wollen, züchten wir btw. ein Anspruchsdenken und eine Versorgungsmentalität heran, die jede Eigeninitiative ersticken kann. Fällt denn das nicht wenigstens denen auf, die stellvertretend argumentieren, wie schlecht mit Anderen (von Amts wegen) umgegangen wird? Die den bedauerlichen Einzelfall eines *Hungertods hervorkramen müssen (wie Prof. Dr. Helga Spindler es tut), um ihren Worten Nachdruck zu verleihen? Mir gefällt das nicht, ich halte es für verlogen, demoralisierend, falsch. – Als ich vor Jahren ein paar Monate lang Arbeitslosengeld bezog, habe ich mich schriftlich beim Steuerzahler (also beim ‚Amt‘) bedankt; ich hielt das für eine natürliche Reaktion (-; …

  5. Die Freilassung Christian Klars hat ja zumindest den Vorteil, dass man sich auf die Talkshow freuen kann, wo, sagen wir mal, Zumwinkel oder Kannegießer neben ihm sitzt ;-)

  6. @Lina, du hast dich dafür bedankt eine Versicherungsleistung zu erhalten? Gut, jedem/jeder wie er/sie es braucht. Was die Sicherung des Lebensunterhaltens im ALGII angeht, wäre wohl eher die Mütter und Väter des Grundgesetzes gefragt, die für die sozialen Sicherung im Grundgesetz gesorgt haben.

    Wenn ich aber mal so drüber nachdenke, dann hat die Tatsache, dass du dich bedankt hast, zeugt doch sehr viel mehr von einem oben/unten Verständnis als alles was ich hier je schreiben könnte.

    Ansonst werde ich hier sicherlich keine Diskussion über einen neoliberalen Diskurs führen, der für mich diese Phrase „ein Anspruchsdenken und eine Versorgungsmentalität heran, die jede Eigeninitiative ersticken kann“ zur Kampfparole gegen Menschen erhoben hat.

  7. „Wenn ich aber mal so drüber nachdenke, dann hat die Tatsache, dass du dich bedankt hast, zeugt doch sehr viel mehr von einem oben/unten Verständnis als alles was ich hier je schreiben könnte.“

    Das sehe ich ein (-; ! Mir fällt nämlich auf, dass nicht zur Kenntnis genommen wurde, warum ich mich ausgerechnet beim Steuerzahler, der sowohl Nachbar wie Mitbürger ist, für seinen Anteil an meiner Versicherungsleistung bedankt habe. Was ich vom Prinzip her übrigens prima finde.

    Und was die ‚Kampfparole des Neoliberalismus‘ angeht: geschenkt. Die Erkenntnis, dass Anspruchsdenken und Versorgungsmentalität bei aktiver (wie passiver) Lähmung wachsen, ist eine hinlänglich bekannte ‚Phrase‘ aus der Psycho- und Soziologie.

  8. Uhlendorf Regina

    Sehr geehrter Herr Plasberg,
    Ihre Sendung, gestern am 07.01. fand ich wie immer sehr aufschlussreich, besonders bewundernswert, wie Sie die Beherrschung Herrn Westerwelle gegenüber behalten haben, der für mich total selbstgefällig ist. Was die bevorstehenden Wahlen anbetrifft und die Finanz-bzw. Wirtschaftskrise, erschien mir die Argumentation des Herrn Gysi sehr realistisch und sozial. Wenn ich es auf mein Leben beziehe und auf sicher sehr viel ähnlicher Schicksale, wäre es dringend erforderlich, die Grundsicherung zu erhöhen.
    Ich habe z.B. 3 Kinder, die Ihr Leben meistern. Nach 4 Jahren Selbständigkeit (eine Confiserie in Bayern) mußte ich in die Insolvenz gehen, die inzwischen abgeschlossen ist. Aber ich muß nun von meiner kleinen Rente leben, wenn ich etwas (in meinem Alter) dazuverdienenkönnte, dürfte ich nur 30% behalten. mein Sohn heiratet im Sonner, und seine Mutter kann gar nichts dazusteuern-außer Ihrer Liebe.
    Das wollte ich als Kommentar zu Ihrer Sendung beitragen.
    Mit freundlichen Grüßen R. Uhlendorf

  9. Hallo Frau Uhlendorf,

    ich hoffe, dass Sie wissen, dass diese hier nicht das Weblog von Herrn Plasberg ist.

    Gruß Somlu

  10. Und was die ‘Kampfparole des Neoliberalismus’ angeht: geschenkt. Die Erkenntnis, dass Anspruchsdenken und Versorgungsmentalität bei aktiver (wie passiver) Lähmung wachsen, ist eine hinlänglich bekannte ‘Phrase’ aus der Psycho- und Soziologie.

    Ist halt immer die Frage, wer solche „Erkenntnisse“ für sich instrumentalisiert und wofür.

  11. Für mich haben diese Polit-Talkshows ihre Daseinsberechtigung. Denn, nicht alle Zuseher sind so fit wie manche von uns, sich auch über die verschiedenen Plattformen im Internet über die Hintergründe zu informieren. Sollen die Schnarchnasen sich doch gegenseitig immer wieder einladen, aber ich habe festgestellt, dass entsprechend der aktuellen Neusprech-Situation in unserem Staat sich auch die Argumente ändern. Und damit werden, weil dies manchen ZuseherInnen auch auffällt, immer mehr kritische Stimmen dieses politische Verhalten in Frage gestellt.

    Und – nein, ich habe Plasberg nicht gesehen, vielleicht auch, weil ich seine Art nicht mag?

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