Ansprechende Texte

Ich habe mich zu dieser seltsamen Werbekampagne von Vodafone kaum geäußert. Zum einen fand ich das alles vollkommen unwichtig außer in dem einzigen Punkt, dass es doch schon sehr – ich sags mal diplomatisch – seltsam das Kritiker der Internetinfrastruktur ihren Namen, ihr Gesicht und letztlich ihren Ruf genau für das Unternehmen hergeben, das die Regierung bei der Entwicklung dieser Infrastruktur beraten hat. Nun ja, sowas muss man halt auch mit seinem eigenen Gewissen ausmachen können. Zum anderen finde ich andere Themen derzeit erheblich wichtiger als eine Werbekampagne eines Telekommunikationsunternehmens. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte diese Sache einfach überhaupt keine Aufmerksamkeit bekommen sollen. Dann wäre das sehr schnell erledigt gewesen.

Erst gestern Abend habe ich aus purer Neugierde mal einen Blick in dieses Vodafonblog geworfen. Dort stand ein ausgesprochen hölzern fast schon anbiedernd zu lesender Beitrag einer der an der Kampange beteiligeten BloggerInnen. Er machte auf mich den Eindruck, dass sie sehr ungeschickt versuchte die Werbebotschft von Vodafone in persönlich wirkende Worte zu packen. Angeblich stammt der Beitrag 100% aus der Tastatur der Autorin (Nachtrasg: das Original war gekürzt, hier kann man noch mal nachhören, wie es ursprünglich gemeint war).

Liebe Marketingabteilung von Vodafone, ich habe gerade eine Menge Geld investiert, damit ich lerne meine Dienstleistungen als Selbstständige so formulieren zu lernen, dass sie einerseits beim Kunden ankommen und andererseits mir entsprechen, so dass meine Kunden mitbekommen, wer ich bin. Teilweise habe ich um jedes Wort gerungen. Zu lernen die eigenen Dienstleistung darzustellen ohen in irgendein Jargon zu verfallen, ist schwer gewesen. Für mich ist ja alles klar, ich kenne meine Dienstleistungen ja. Das ging jetzt über Wochen und war ein Prozess, der auch sehr persönliche Bereiche erreichte. Das war alles andere als einfach für mich, mich an den Verkaufscharakter meiner Texte zu gewöhnen und Texte zu entwickeln, bei denen ich sagen konnte, dass sie meine potentiellen KundInnen und mich ernst nehmen. Natürlich ging das einher mit einer ausführlichen Analyse meiner Zielgruppen, was auch nicht so leicht war. Wahrscheinlich muss das so sein, denn mein USP/KKV liegt in meiner Branche naturgemäß im persönlichen.

Kurz gesagt, gute „Werbetexte“ werden nicht in 5 Minuten erstellt, wahrscheinlich sind die besten auch immer die, die absichtlos erstellt wurden. Gut, ich habe auch ein paar Ansprüche, kein Bullshitbingo, kein Fremdwortgeschwurbel und trotzdem anspruchsvoll und gleichzeitig ansprechend. Ich mache mir auch nichts vor, mir fällt sowas immer schon schwer und von daher, war es viel Arbeit für mich alle meine Texte zu überarbeiten. Oder nach der kompletten Neukonzeption neue Texte zu erstellen. Sind auch noch nicht alle fertig, aber es wird.

Wenn ich mir das so überlege, mit welchen plumpen Aussagen und Methoden ihr als Konzern so an mich herantretet, bin ich beleidigt. Wengistens einen Spur der Arbeit, die ich mir – gerne – gemacht habe, erwarte ich von Unternehmen,die meine Aufmerksamkeit haben wollen, auch. Das was sich in dem betreffendne Blogbeitrag dann in den Kommentaren abspielte, damit meine ich die gefakted wirkenden Jubelkommentare waren noch schlimmer.

Ich will es mal noch deutlicher formulieren, ich halte diese Texte für das Ergebnis einer Überheblichkeit, die ihre Kunden oder die es werden sollen, nicht ernst nimmt. So offensichtlich plazierte gefakete Kommentare denen der Werbeshwurbel aus jedem Zeichen trieft, habe ich selten gesehen. Wir – die potentiellen Kunden – sollen jetzt ohne nach den konkreten Angeboten zu fragen, vor Erfurcht erstarren, dass ihr ein paar Blogger an Land gezogen habt und einen Werbespot verfasst habt, den vermutlich 90% der Leute, die ich sonst kenne, nichts sagt. Außer vielleicht, dass vodafons PR-Agentur wohl bei einer Agentur für besondere Modells gecastet hat.

Im Gegenzug gibt es offenbar auf der Produktseite keine adäquaten Angebote. Das finde ich Verarschung auf der ganzen Linie.

Aber wisst ihr was, mein Handy ist ne sehr sehr alte Gurke (habe ich geschnkt bekommen als gebrauchtes und lag dann noch ein paar Jahre in der Schublade), das ist auch okay so, denn ich nutze es kaum. Das kann auch so bleiben. Die Chance, jemanden wie mich (unerschlossenes Marktpotential) zu ereichen, habt ihr komplett verfehlt. Dazu fehlen mir konkrete Angebote, klare Darstellung von Funktionaliät und was ich davon habe eure Produkte zu bezahlen statt die von anderen. Stattdessen bekomme ich einen Werbespott serviert, der so gar keine Aussage hat fürm ich. Okay, die Tage werde ich 41, wahrscheinlich bin ich nicht die Zielgruppe, war ich aber wahrscheinlich nie.

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