Dringende Unterstützung gegen die Autobahn für La Palma (Kanaren)

Gestern erhielt ich die Nachricht, dass die Regierung der Insel La Palma gerne eine vierspurige Autobahn zwischen den Orten Santa Crus de la Palma und Los Llanos de Ariadne bauen lassen möchte. Das möchte sie jetzt so gern, weil die Bürokratenhengste in Brüssel den Kanarischen Inseln als strukturschwache Gegend gerne Hilfen für den Ausbau der Infrastruktur geben, die überhaupt nicht benötigt wird. Da wären andere Hilfen eindeutig dringlicher.

Parallel zur Landstraße, die den Ostteil mit dem Westteil der Insel verbindet soll quer durch Natur, Berge und Ortschaften eine Autobahn gebaut werden, die die Fahrtzeit zwischen Ost- und Westteil um eine Minute verkürzen wird.

Weitere Infos findet ihr hier: www.la-palma-aktuell.de

Bitte unterstütz die Aktion, jeder EU-Bürger kann gegen diesen unglaublichen Unsinn Widerspruch einlegen. Die notwendigen Unterlagen werden auf der verlinkten Seite zur Verfügung gestellt.Vergesst die Ausweiskopie nicht.

Und es ist sehr dringend, der Einsendeschluss ist der 14. Oktober 2009.

Es geht ja nicht nur um die Autobahn, sondern auch um noch weitere Verkehrswege wie die zweite neue Tunnelröhre, die Brücke über den Barranco de las Angustias, die Anbindung des Industriegebietes von Los Llanos an, entweder die Autobahn oder die jetzige LP3, sowie weitere kleinere Unternehmungen, welche der Inselplan vorsieht. – Da gerät man dann schnell in eine gewisse Ecke und denkt sich, wer solch einen Blödsinn plant wie die Autobahn, der macht auch alles andere falsch und bezieht nun jegliche neue Infrastrukturmaßnahme in seinen Protest mit ein. – Davor kann ich nur warnen, denn wohl wird von den Bewohnern des Nordwestens der Insel gefordert , dass man verkehrstechnisch besser und schneller an das Aridanetal angebunden wird. – Da würde diese Brücke hervorragende Dienste leisten und eine zeitliche Ersparnis von sicher 10 – 15 Minuten bringen. – Das darf man also nicht einfach komplett ausschließen. – Auch die neue zweite Tunnelröhre würde eine ähnliche Zeitersparnis bringen, vielleicht nur 8 – 10 Minuten, von Ost nach West, aber wenn wir uns mal den alten Tunnel genau ansehen, dann wird eh klar, dass dieses Relikt wohl keiner technischen Überprüfung mehr standhalten würde und wirklich eine Gefahr darstellt. – Dagegen brächte die Autobahn eine mögliche Zeitersparnis von 3 – 5 Minuten, kostet aber deutlich mehr, als Tunnel und Brücke zusammen. – Darüber hinaus wäre der Autobahnbau ein nicht mehr rückbaubarer Eingriff in die fragile Landschaft unserer Insel, eine wahre Umweltkatastrophe, würde Stadtteile El Pasos und Breña Altas zerschneiden und die Insel La Palma als Weltbiosphärenreservat absolut lächerlich machen. – Die Empörung geht nun auch dahin, dass die Inselregierung aber der Autobahn eine Priorität gegenüber dem neuen Tunnel und der Brücke eingeräumt hat, wobei doch ganz klar ist, das beide andere Unternehmungen viel sinnvoller sind, wenn man denn schon unbedingt diese Gelder nach La Palma schleppen will. – So ergibt sich als kleinster gemeinsamer Nenner in dem Protest gegen die Obrigkeit wohl die Autobahn, nicht aber die anderen Verkehrsprojekte, die wohl diskutierbar sind, aber bei weitem nicht diesen grausamen und endgültigen Eingriff in unsere Natur darstellen.

(Quelle)

Das ganze ist so unglaublich, dass mir schier die Worte fehlen. La Palma braucht keine weitere Straße, eher könnte man an den vorhandenen noch die ein oder andere Leitplanke anbringen. Das ist so unglaublich, ein vollkommen überflüssiges Projekt, das dort Landschaft, Natur und Infrastruktur zerstören wird. Als ob die Ausbeutung der Wasservorkommen für eine übersubventionierte Bananenkultur dieser Insel und die überflüssigen Hotel-Großprojekte nicht schon reichen würde.

Bitte macht alle mit, diese Insel ist ein echtes Juwel.

Die beiden Fotos zeigen das Ariadnetal durch das zhukünftig diese Autobahn geführt werden soll.

La Palma_Ariandnetal

La Palma_Ariandnetal2

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11 Antworten zu “Dringende Unterstützung gegen die Autobahn für La Palma (Kanaren)

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  5. Hi Somlu,

    will Dir schon seit Tagen auf den vorstehenden Post antworten … immer wieder verschoben, jetzt, vor Fristablauf …

    Keine Unterstützung!

    Die „Leute“ wollen Auto fahren! – und dat iss imo dat Grundproblem – die Autobahn nur ein Symptom! Wer Tourismus sät wird Massen ernten (und Verkehr – als Neben- oder Hauptwirkung, je nach Lage – dazu!).

    Wat iss mit der Autobahn auf dem Peleponnes (da, wo zufällig letztes Jahr die Wälder brandten)? Es folgen weitere 10.000 Bespiele!

    Nachdem ich ein Leben lang um den Planeten geflogen bin, reise ich heute ausschließlich ÖPV und terrestrisch gebunden. Nach Plama würd‘ ich z. B. mit dem Zug und dem Schiff reisen! Dauert schätzungsweise einige Tage, waäre aber Reisen! Fliegen wäre für mich : „Palma machen!“ Für „Palma machen“ iss mir Plama zu schade!

    Muss ich mehr offenbaren?

    Hoffe, dass wir Freunde bleiben!

    Beste Grüße

    PS.: „Timbuktu für 17,99 €“ *kotzuwürg*

  6. Vogel, meiner Meinung nach vermischt du einiges. Die Leute wollen keine Autobahn auf der Insel aber die EU stellt halt nur Geld für neue Straßen zu Verfügung, was soll die arme Inselregierung da schon machen? Spaß beiseite, das ist Willkür seitens der Inselregierung.

    Na ja, nach dem du deine Reiseform jahrelang via Flieger quasi ausgelebt hast, kannst du sicher heute anders reisen. Deinen ökologischen Fußabdruck hast du ja damit auch gut vergrößert. Für mich ist das anders, ich bin wenig gereist in meinem Leben. La Palma war bisher das weitest entfernteste und wird es wohl bleiben. Ich „mache La Palma“ nicht, ich würde da leben, wenn ich wüßte wovon, wenigstens ein paar Jahre. Vielleicht wenn ich mein Geschäft aufgebaut habe und die telefonische Beratung gut läuft. Soll es geben. Mal schaun.

  7. Sicher vermischt sich da einiges (wenn solch´ ein Thema hoch kommt, seh´ ich rot):

    Pro und Kontra-Interessen von Bürgern vor Ort, Fremde die sich einmischen: Touries, die ihr Refugium nich zerstört sehen wollen vs. Besserwisser von ganz weit weg („die armen Menschen dort sollen es doch auch gut haben und autobahnen dürfen/können“ – halt Hilfe zur Aufbau einer Infrastruktur, wie wir sie wollen), mafiöse Interessen von (verschwiegenen) Lokalgrößen und anderen Größen und Investoren und Baufirmen – halt die ganze Kakophonie dessen was die Krone der Schöpfung ausmacht. Deshalb: Ich sch**** auf die Autobahn in Palma genauso wie in Griechenland und sonstwo!

    Für meinen Fussabdruck schäm ich mich. Er iss zwar nich ganz so groß, wie Du vielleicht vermutest – aber immerhin. Heute reise ich ausschließlich terrestrisch gebunden: Rucksack, Fahrrad, Schiene, Bus – für mich iss dat eine essenzielle Nebenbedingung von Reisen. Ach, Du meinst ich wäre reich´ und könnte deshalb auf hochsubventioniertes Fliegen verzichten und mir Zugreisen leisten! Nö, ich spare halt 2 Jahre auf´n Urlaub … und dann reise ich … herrlich …

    Beste Grüße

  8. Nö, ich habe nicht gedacht, dass du reich bist. Wüßte auch nicht wieso ich das denken sollte. Ich bin auch lieber zu Fuß oder mit der Bahn unterwegs, nur das Langstreckenschwimmen bei rauer See liegt mir nicht so ;-).

    Du hast die Lage in La Palma gut erfasst. Ich sag nur Bananenbarone. Egal, mal abwarten was jetzt aus den paar Kilometer Asphalt (inkl. weiterem Tunnel) werden wird.

  9. Apropos Bananen, heute en passant bei arte-Kultur – kannste unter arte+7 noch sieben Tage sehen: http://www.arte.tv/de/Kultur-entdecken/ARTE-Kultur/2912176.html
    und http://plus7.arte.tv/de/1697480.html (der Beitrag von heute, 20:00-20:15 h)

    Tja … aber wenn dann meine Bananen teurer werden … unn für Kaffee, mehr als einsfuffzisch, ja kriegen die den Hals garnich mehr voll, diese Habenichtse? (wo iss hier der Ironie-aus-Button?)

    Eins weiß ich bestimmt: Dole, nein Danke!

    Beste Grüße

    Iss´n bisschen OT, aber zu Bananen passt´s :-)

  10. Also, ich wohne hier auf der Insel unser selbst gebautes haus soll wegen dieser scheiss Autobahn abgrissen werden.

  11. Hi Samira,

    ja wollen die denn diese Autobahn immer noch bauen?

    Gruß somlu

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