Gewinne und Verluste

Ich höre seit zwei oder drei Tagen, dass so ein Energieriese 11.000 Mitarbeiter entlassen will. Schuld sagt der Energieriese sei der Atomaustieg. Mancher Journalist faselt was von Verlust des Unternehmens.

Ich krieg das nicht zusammen, in den vergangenen Jahren haben die Energiekonzerne abartig hohe Gewinne gemacht und der Strompreis ist kontinuierlich gestiegen. Jetzt fallen in Deutschland eine zu vernachlässigende Größe von Energielieferanten weg. Atomkraftwerke, von denen viele eh schon immer einige nicht am Netz waren, weil irgendwas mit denen war. Rentabel nur, weil die Dinger nicht versichert waren, weil keine Versicherung das übernehmen wollte, bzw. der Preis dafür so hoch gewesen wäre, dass die Atomenergie jenseits jeder Rentabilität teuer geworden wäre.

Also, noch mal zurück zu den Gewinnen und Verlusten und den damit einhergehenden Entlassungen. Gewinne heist doch, dass mein Betriebsergebnis am Ende des Jahres insgesamt höher ist als vorher, also im Prinzip mein Laden mehr wert ist, als vorher. Also, wenn meine Unternehmensbutze zum 1.1. eine Jahres 5 Mio. wert ist und zum nächsten ersten 5,5 Mio habe ich 500.000 Gewinn gemacht. Wenn ich aber nur 300.000 mehr habe, habe ich halt eben weniger Gewinn gemacht aber immer noch Gewinn gemacht, oder. Wenn hingegen am Ende des Jahres am Ende des Jahres da eine 4,5 Mio steht, habe ich 500.000 Verlust gemacht.

Ja, logisch kann man sagen aber in der Berichterstattung und den Pressemitteilungen von Großkonzernen kommt das nicht so rüber, vielmehr macht es den Eindruck auf mich, dass schon das als Verlust empfunden wird, was eben nicht dem exorbitanten Gewinn des Vorjahres entspricht, bzw. wenn dieser nicht gesteigert werden kann.

Also, im Klartext, wenn der Gewinn des Vorjahrs nicht signifikant überschritten wird, reden Konzerne schon von „Verlusten“ und fangen an Personal rauszuschmeißen.

Eine Antwort zu “Gewinne und Verluste

  1. Hey,

    ist schon etwas her, aber dazu eine kleine Anmerkung meinerseits, wenn erlaubt: Ich denke, das Problem ist am Kapitalmark zu verorten. Wenn eine Firma am Anfang des Jahres 5 Millionen hatte und am Ende 5.5 Millionen, ist das zwar ein Gewinn, aber dieser kommt ja nicht aus dem Nichts. Sondern die Firma hat Investitionen gemacht und mehr oder weniger mit diesem Ergebnis gerechnet. Folgen Analysten den Erwartungen bezüglich des Gewinns der Firma, dann sind für gewöhnlich auch die Aktien, also der Marktwert der Firma, entsprechend. Nichtzuletzt, wird ja Pi mal Daumen, die Hälfte des Gewinns als Dividente an die Aktionäre ausgezahlt. Der Gewinn bzw. der erwartete Gewinn ist also sehr maßgeblich für den Markwert der Firma. Sinken die Erwartungen, dann sinkt auch der Wert der Firma, was durchaus ein Verlust ist.

    Der Kapitalismus ist eben auf Wachstum ausgelegt. Das andere Extrem wäre nämlich, dass eine Firma weder Gewinn noch Verlust machen würde. Eine Firma die 5 Millionen Wert ist, aber keinen Gewinn macht, ist im Grunde gar nichts wert. Zumindest wird kein verünftiger Mensch — der nicht vorhat die Firma auszuschlachten — noch Aktien der Firma kaufen und damit hat sie auch keinen Marktwert.

    Grüße

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