Wie die Verletzung einer Person für Persönliches instrumentalisert wird

Was sich aber aktuell in Teilen der Blogosphäre abspielt, kann ich (leider) nicht unkommentiert lassen.

Alles fing damit an, dass ein Asta aus hessisch Sibieren (Fulda) eine Antirassismuslesung mit Noah Sow abhalten wollte und dann in einer instinkt und respektlosen Art und Weise unvorbereitet die Referentin behandelte, dass diese, als sie DANN noch mit einem Relikt kolonialer europäischen Geschichte konfrontiert, das Handtuch warf und die Veranstaltung nicht abhielt. Sie veröffentlichte den Vorgang dann auf ihrem Blog und bat weiße Antirassiten um Hilfe.

Darauf hin veröffentlichte lantzschi auf ihrem Blog Medienelite einen Brief, den Sie an den Asta Fulda schickte. Das wiederrum löste wohl aus, dass Malte Welding sich berufen fühlte sich zu der Angelegenheit zu äußern. Allerdings äußerte er sich nicht über die Ereignisse in Fulda sondern gab seine persönliche Meinung zu Lantzschi kund. In den Kommentaren dort dann äußerte sich dann plötzlich Don Alphonso zu der Lampe, die in Fulda sozusagen dem Faß, den Boden ausbrach. Das wiederum führte zu einem Beitrag in seinem virtuellen Wohnzimmer. In dem er sich in „kunsthistorischer“ Einordnung der Lampe erging, dabei auf den Blog von Malte Welding verlinkte bei dem es ja nicht um die Lampe ging.

Ungefähr an diesem Punkt habe ich angefangen mich zu fragen, was eigentlich abgeht. Da läuft ein Subtext mit der nichts aber auch gar nicht mit Alltagsrassismus zu tun hat, war mein Eindruck. In den Kommentarbereichen dann aber ging es überall so richtig zur Sache. Wow, dachte ich, da hat irgend jemand ins Schwarze getroffen. Und vor allem ging es nicht mehr darum, das ein Person of Color sich verletzt fühlte und dass – egal, ob man das nachvollziehen kann oder nicht – diese Gefühl anerkannt und respektiert gehört. Die Ansammlung an Abwehrreaktionen und unreflektiertem Auskübeln von Sexismus und Rassimus in den vergangenen Tagen hat mich richtig erschreckt. Und dann legte Don Alphonso nach und zog die gesamte Diskussion komplett ins lächerlich und vor allem arbeitete er sich an Lantzschi ab.

Im Verlauf des gestrigen Tages entwickelte sich die Diskussion bei Don Alphonso zu einer alt Stammtisch von schenkelklopfenden Altherren, die endlich mal im Wohnzimmer des Dons ihre Ressentiments und Frauenverachtung und was sie schon immer mal über den Antirassismus sagen wollten, auskotzen konnten. Aber bitte schön, immer hübsch bildungsbürgerlich konotiert. Das wichtigeste Werk für eueren Dreck habt iher aber unerwähnt gelassen: Vom physiologischen Schwachsinn des Weibes. Ein Bestseller, der noch bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts verlegt wurde.

In den Kommentarbereichen überall ließen viele dermaßen die Hosen runter oder Masken fallen und zeigten so deutlich die Befindlichkeit des weißen, mittelirgendwas vermutlich heterosexuellen Mannes, dass es nur so ein Freude war. Denn liebe Leute, ich als Femme (ein Gender, dass die meisten nicht kennen werden, weswegen ich mich für die meisten der Einfachhheithalber als Lesbe bezeichne) gehe seit 20 Jahren davon aus, dass diese ganze „Toleranz“ echt nur eine sehr dünne Schicht über was reaktionären ist, denn wenn die Privilegien der Priviligierten tatsächlich angegriffen werden, dann wird sich zeigen, wie eure Worte und Handlungen übereinstimmen. Ich bin selbst in weiten Teilen priviligiert, das macht mich eher demütig als thriumphierend.

Das ätzende und perfide an der den Diskussionen im Netz war und ist, dass die Diskutanten immer zwischen den beiden Ebenen der Diskussion springen konnten, wenn es um lantzschi ging, springt man auf die „Lampe“ und wenn es um Alltagsrassismus geht auf die Person Lantzschi. Schöne Diskursstrategie, das klappt auch in der Bundespolitik ganz gut.

Nachdem mir dann klar war, dass es nicht im geringsten um die Ereignisse in Fulda mehr ging, habe ich mir die diversen Hinweise auf Podcasts von vor zwei Jahren, Zoommer und dergleichen recherchiert. Don Alphonsos Lieblingsbashingzone die Versuche im Netz irgendwas substantielles aufzubauen, dass so mies geplant ist, dass es gleich wieder zum Untergang verurteilt ist, kenne ich. Malte Welding hat lantzisch in sein Wohnzimmer (?) eingeladen und sich sehr locker mit ihr über Sachen unterhalten, von denen – nach meinem Eindruck – beide recht wenig Ahnung haben. Aber im Netz kann ja jede und jeder machen was er will. Ich hab mich durch Beiträge von Lantzschi von vor 2-3 Jahren gescrollt und versucht, die Zusammenhänge hinter dieser Diskussion zu verstehen. Irgendwo da wird erwähnt sie dann auch, dass Donalphonso und sie sich nicht leiden können.

Mein Schluss ist, Malte Welding und einige seiner Entourage, als auch Don Alphonso haben da irgend ein persönliches Süppchen mit Lantzschi auf dem Herd (Nachtrag für die Kommentarsektion: ein Süppchen, dass sie an Lantzschi festmachen, die offenbar für etwas steht, was sie ebenso offenbar ziemlich aufregt, i.e. persönlicher Kontakt ist dafür nicht nötig) stehen haben. Was immer da abgeht, erschließt sich mir auch nicht im Detail. Was mich richtig aufregt, ist, dass Malte Welding und Don Alphonos u.a. mit diesem Verhalten die Gefühle einer anderen Frau mit Füßen treten und die wichtige Diskussion über Alltagsrassismus af die Ebene ihrer persönlichen Befindlichkeit gezerrt haben, dass das Wort Fremdschämen ganz neue Dimensionen erreicht.

Noergler und che haben recht, ist echt beschämend, was sich hier abspielt, aber bei den menschenverachtenden Menschenrechtsverletzungen in unserem Land, da rührt sich kaum einer.

Hier noch mal ganz offiziell mein Dank an @che @neorgler und vor allem John Dean und Genova, die im Kommentarbereich die richtigen Worte gefunden haben.

Soweit, so unsortiert, vermutlich werde ich an diesem Beitrag noch weiterschreiben aber für eben reicht es erst mal.

Für alle Diskutanten sei dann noch dieser Tweet an Herz gelegt: tipp: die abwehrreaktionen bei der frage, was strukturelle dominanz mit einer selbst macht, erstmal im inneren dialag durchgehen

Hier noch einige Links zum Thema:

Keine Bären auf dem Ponyhof

wahrheit und normen

53 Antworten zu “Wie die Verletzung einer Person für Persönliches instrumentalisert wird

  1. Don Alphonso

    Nö. Frau Lantzsch sagte mir in einem Tweet Rassismus nach, und ich sage am Beispiel ihres ausgewalzten Folgebeitrags über „Hetencismänner“. was ich davon halte. Ansonsten ist die mir wirklich wurscht.

  2. Hör mal zu, du Gockel namens Alfons,

    du demaskierst dich gerade selbst, sonst nichts. Warum löschst du meinen Beitrag bei dir? Der enthielt keine Beleidigung, es war eine sachliche Auseinandersetzung mit dem von dir geschriebenen. Ich sag dir, warum du löschst: Weil dir das geschriebene zu nahe an dem liegt, was du dir insgeheim über dich selbst denkst.

    Deine Arroganz und deine Häme finde ich extrem unangenehm, und wenn dir allen Ernstes nichts mehr anderes einfällt als deine technologische Überlegenheit auszuspielen, dann spricht das Bände. Dann noch das Nachtreten. Du löschst also „mit dem größten Vergnügen“, wie du schreibst, und lügst obendrein munter drauflos. Meine Fresse, wie peinlich. Du scheinst es bitter nötig zu haben.

    Überdies denkst du offenbar die ganze Zeit zu, ich sei eine Frau. Lustig.

    Wobei das zum Thema gehört. Ich merke gerade ein wenig, wie du mit Frauen umspringst, die sich selbstständig artikulieren. Danke für die Lektion.

    somlu,
    danke für die Erwähnung hier und entschuldige das halbe off topic. Aber Versuche, Leute mundtot zu machen, sind das letzte.

  3. Immer wenn Kritik an Nadine Lantzsch aufkommt (und das ist in letzter zeit nicht gerade selten) muss ganz schnell eine einfache Erklärung her:

    Die Kritiker haben dann entweder inhaltlich keine Ahnung oder sind Rassisten/Frauenfeinde oder haben sonst irgendeine persönliche Abneigung….. eben alles was taugt, um bloß keine Diskussion über den Inhalt der Kritik aufkommen zu lassen.

  4. Ich möchte Frau Lantzsch mal in Afrika oder Südamerika erleben. Sie würde nach spätestens drei Tagen schreiend nach Hause laufen; so wenig entspricht die dortige Realität ihren Obesessionen.

  5. Ich muss da auch zur Enttäuschung beitragen. Ich habe mit Nadine Lantzsch seit dem Podcast keinerlei Berührungspunkte gehabt. Persönliches spielt keine Rolle.

  6. @genova, schade, dass du den gelöschten Kommentar nicht mehr hast, hätte mir gut gefallen, wenn du ihn hier gepostet hättest. Leider war er zu schnell weg, ich fand ihn gut und den Gockelsockel nehm ich in mein Repertoire auf.

    Ansonsten nimms als Kompliment (wenn auch ein sehr verdrehtes), dass er dich für eine Frau zu halten scheint. Spiegelt es doch in gewisser Weise ganz wunderbar ins Thema.

    @lawwn4cer noch mal lesen und dann einfach noch mal versuchen, was zu schreiben, oder besser, lass es und tob dich woanders aus.

  7. Fritz, ich schalte dich mal frei, ich habe zwar überhaupt keine Ahnung, was das was ich geschrieben habe, mit deinem Kommentar zu tun hat aber du wirst schon wissen, warum du genau das sagen musstest, was du hier geschrieben hast.

  8. „[…] gehe seit 20 Jahren davon aus, dass diese ganze „Toleranz“ echt nur eine sehr dünne Schicht über was reaktionären ist, denn wenn die Privilegien der Priviligierten tatsächlich angegriffen werden, dann wird sich zeigen, wie eure Worte und Handlungen übereinstimmen.“

    danke! meine rede! <3

  9. das zitat, dass maj schon hervorhob, trifft es punktgenau. vielen dank für diesen text!

  10. Name (notwendig)

    @ Somlu: Schöne Zusammenfassung, danke dafür.
    @Fonsi: Lantzschi schrieb, Du würdest rassistisches Vokabular benutzen. Es mag vielleicht eine Neuigkeit für Dich sein, aber M*** ist tatsächlich ein rassistisches Wort. Aber richtig, Rassismus ist ja nur dann, wenns aufs Maul gibt.
    @ genova: Schön gesehen, das mit der männlichen Entrüstung über Frauen, die eine eigene Meinung haben. Trifft auf Malte mMn auch zu, auch wenn er behauptet, es ging nicht um Lantzschi.

  11. Pingback: Supptext | ☠ ring2

  12. ich bekomme beim lesen diese ganzen pc-schwangeren gutmenschengelabers reaktanz. ich gehe jetzt in den keller und sage ganz laut „neger“. ätsch.

  13. Ich möchte hier vor allem hinzufügen, dass mich diese Debatten und das Shitstormfronten der letzten Tage vor allem etwas ratlos gemacht haben. Wenn ich über scheiternde Kommunikation nachdenke, und zwar fernab vorgegebener Kampflinien, dann kann ich zwar sehr vieles aus den Debatte der vergangenen Tagen einsortieren: als Variation zum Thema: „Wie mensch hineinruft, so schallt es heraus“, sowie: „narzisstische Kränkungen in Theorie und Praxis“. Aber auch, wenn tatsächlich vieles auf diese Weise erklärbar wird, das genügt nicht. Es lässt sich z.B. zeigen, beispielsweise an der Wirkung der WHM-Formulierung, wie sehr diese kränkend und auch narzisstisch kränkend wirkt auf nicht wenige „weiße heterosexuelle Männer“ – während diese sich zugleich absolut nicht erklären können, warum eine ziemlich auffällige Sklavenhalterlampe für Betroffene von Rassismus eben auch kränkend wirken kann, und zwar nicht zu knapp, geradezu als Spott über die eigene Person und die eigenen Anliegen, und zwar auch dann, wenn ein mutmaßlich wohlgesonnenes Publikum auf einen Vortrag wartet. Es ist nicht der reine Spaß, in unserer Gesellschaft als intellektuelle, künstlerische und politisch aktive, schwarze, lesbische Frau zu leben – und die Erfahrung damit ist, ganz sicher sogar, teils sogar sehr bitter.

    Ratlos bin ich, weil schon das Einfache (siehe oben) so verblüffend schwer zu vermitteln ist. Ratlos bin ich, weil es ab einem bestimmten Punkt in der Debatte kaum noch Erfolg versprechende Möglichkeiten gibt, für wechselseitiges Verständnis zu werben. Ratlos bin ich auch, weil schon der Hinweis auf Marginalisierung und deren Mechanismen vor allem zur weiteren und sich verfestigenden Marginalisierung beiträgt – was ich im Gegensatz zu Momorulez, Che und Lantzschi aber nicht zu knapp als Wechselverhältnis begreife, und teils auch aus den Besonderheiten der Beteiligten deute – und eben nicht vorrangig als Ausdruck „weißer hetersexistischer Männerdominanz“ u.ä., wobei auch dieses Deutungsmuster in den letzten Tagen nicht zu knapp Nahrung erhalten hat. Ratlos bin ich, weil einige Debattenteilnehmer zuletzt fast nur noch wie eine Karikatur agiert haben – übrigens in allen Lagern. Ratlos bin ich auch, weil diejenigen, die selbst eine ausgrenzungsfreie Sprache pflegen wollen, tatsächlich genau den umgekehrten Effekt erzielen – schon allein auf der sprachlichen Ebene. Ratlos bin ich, weil einige Beteiligte (und zwar auch unter den mehr oder minder privilegierten „Mehrheitsgesellschaftlern“) als Folge der Debatten noch stärker in Richtung „Option 4“ driften.

    Ich halte das alles nicht für positiv.

  14. @John Dean
    „zeigen, beispielsweise an der Wirkung der WHM-Formulierung, wie sehr diese kränkend und auch narzisstisch kränkend wirkt auf nicht wenige „weiße heterosexuelle Männer“

    nun, was tun, redet man normal, hören sie einem nicht zu, bezeichnet man sie als das, was sie sind, regen sie sich auf.
    frau kann tun was sie will, sie wird nicht ernst genommen. regt sie sich drüber auf, wird sie auf die übelste weise angegriffen.

    was du als wechselseitiges verhältnis begreifst ist eine ungleiche ausgangsposition, schwarze und lesben sind nicht in der gleichen position wie weiße cis hetenmänner. so lange du das nicht verstehst, hast du nicht viel verstanden.

    * den alphonso habe ich mir jetzt nicht angesenen und für mich beschlossen, dass ich das auch nicht tun werde.

  15. @ john Dean
    Die Fronten sind so verhärtet, weil Mitglieder der weißen/männlichen/hetero/cis/Mehrheitsgesellschaft von einigen Personen von vornherein zum Feind erklärt worden sind. Die maximale Rolle, die noch zugestanden wird ist die des zerknirschten Büßers. Das ist natürlich keine Rolle, die man sich jeder auf Dauer gefallen läßt, nur weil er das „Pech“ der falschen (weißen) Hautfarbe hat.

    Im Blog von Malte ist ganz gut bezeichnet, dass ein regelrechter Wettbewerb eingesetzt hat. und zwar kein Wettbewerb wer sich selbst am positivsten Verhält, sondern vielmehr wer am meisten den Anderen (vermeintlich) unkorrektes Verhalten nachweisen kann. Dabei ist es natürlich viel einfacher einen harmlos verpeilten ASTA wegen einer geschmacklosen Lampe moralisch zur Sau zu machen als sich mit echten Rassisten anzulegen. Ich spreche dabei übrigens nicht von Frau Sow, sondern denjenigen, die diesen Vorfall in ihrem Sinne instrumentalisieren.

  16. Da sind wir jetzt alle froh und glücklich, dass uns unser kleiner Gewaltfetischist endlich darüber aufgeklärt hat, dass Noahs bitte um Unterstützung seitens Lantzschi mittels Folgeleistung instrumentalisiert wurde.
    Danke!

  17. somlu,
    ja, das spielt ins Thema. Interessant wäre zu wissen, wie Alfons reagiert hätte, hätte er von Anfang an gewusst, dass ich ein Mann bin.

    geradehier,
    danke für den Link zu Niggemeier. Spricht auch Bände.

    Vielleicht nochmal allgemein:

    Alfons und seine Kollegen agieren aus einer nicht erklärten, aber für sie selbstverständlichen Mackerposition heraus und bashen mit Arroganz. Das fand ich in Bezug auf lantzschi empörend, weil die einen Text geschrieben hat (über den Gaze-Effekt, hatte ich vorher nie gehört), mit dem sich nicht auseinandergesetzt, sondern stattdessen sie billigst verhöhnt wurde, auch persönlich. Das steht auch in krassem Gegensatz zu seinem sonstigen ästhetisch-formvollendeten Gehabe. Und es wird da ein Bedrohungsszenario aufgebaut, das nicht exisiert, er sieht gar einen bösen shitstorm auf sich zukommen, der Arme, gegen den er sich dann mit Löschung wehren muss. Das sind schon merkwürdige Bedrohungsszenarien von Leuten, die gefühlte Bedrohungsszenarien anderer Leute ins Lächerliche ziehen.

    Den Lantzschi-Text, den Malte in seinem Blog ansprach, finde ich allerdings auch problematisch, das habe ich dort auch geschrieben. Ich halte den Vorgang in Fulda nicht für „bodenlos rassistisch“. Der Vorgang zeigt so manches, latenten Alltagsrassismus und sonstwas, aber es ist eben kein Gipfel. Ich sehe da eben auch wieder die antifagrüne Studentin, deren Naivität man nicht in üblen Rassismus verwandeln sollte. Bei der war ja immerhin der gute Wille vorhanden.

    That´s it.

    P.S.: Danke auch an momorulez für die warmen Worte in seinem Blog. Ich habe in diesen Auseinandersetzungen schon was gelernt, hoffe ich. Vor allem diese Perspektivwechselgeschichten finde ich ziemlich beachtenswert. Solche Situationen fallen mir seitdem öfter im Alltag auf. Es ist gut, sowas im Hinterkopf zu haben, auch im persönlichen Bereich.

  18. @lawen4er

    wo in dem offenen brief von lantzsch steht was von weißen heterosexuellen cis männern? es geht um die weiße mehrheitsgesellschaft. die frage ist, warum dichtest du da das männlich, cis und heterosexuell hinein? es ging um rassismus. nicht um sexismus.

    also, was hast du für ein problem, dass dir das entgangen ist und du dich nicht als weißer, sondern als weißer cis heteromann angesprochen fühlst?

    die reaktion von dir und malte welding ist entlarvend, weil da eine weiße feministin schreibt fühlt ihr euch angegriffen (warum genau bleibt euer geheimnis) und das zeigt sich eben recht schön daran, dass in dem brief nie die rede von weißen cis heterosexuellen männern ist, sondern von weißen. der brief spricht von den „weißen organisator_innen“ … also alle gender, alle sexuellen orientierungen.

  19. @genova68
    ich sehe da einen unterschied, noah sow und nadine lantzsch greifen keine in der öffentlichkeit bekannte person an. sie kritisieren das verhalten der asta und der studentin, letztere bleibt aber anonym.
    sagen wir, einiges lässt sich vielleicht diskutieren, aber so die grundsätzlichen umgangsformen wurden von beiden nicht verletzt.

  20. Vielleicht sind ja Comics ein guter Weg zur Vermittlung. Das ist i.d.R. weniger „giftig“, weniger vorwurfsvoll, erzeugt weniger Abwehr, imho.

    Beispiel

    Im Übrigen glaube ich nicht, dass im Klima der Feindseligkeit bevorzugt Verständnis gedeiht.

  21. Don Alphonso

    Ich hätte da mal eine simple Frage.

    Sagen wir mal, jemand bezeichnet eine POC-Sängerin als „“schwarzes Loch“.

    So, und dann gibt es

    Don Alphonso

    und

    Nadine Lantzsch

    Wer von den beiden beschwert sich öffentlich, dass das Rassismus ist, und wer watscht den anderen dafür ab, dass er das tut, weil es zwar sexistisch und geschmacklos, aber nicht rassistisch ist?

    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1925316/

  22. @john dean

    die weiße mehrheitsgesellschaft agiert schwarzen gegenüber feindselig. wenn die dann aus verletzung heraus wütend reagieren, ist das die reaktion auf feindseliges verhalten.

    es ist mies denen die schuld für das feindselige klima in die schuhe zu schieben, die opfer dieses klimas sind. für dieses klima sind allein weiße verantwortlich und darunter auch jene, die eine absolut berechtigte stellungnahme einer weißen an die asta fulda gerichtet, nicht als anprangern von rassismus wahrnehmen, sondern
    „ahhh! feministin! ahhh! drauf haun! weil… egal! drauf haun! weil feministin! lampe! feministin! lampe!“
    und ihre sexistische grundhaltung zusätzlich zu ihrer rassistischen deutlich wird.

    es tut mir leid, aber da kann man die „schuld“ für das entgleisen der situation nicht auf alle seiten gleichmäßig verteilen. wie lawen4cer hier schön verdeutlicht und du leicht in latzschs brief nachlesen kannst, er fühlt sich als weißer cis hetenmann angesprochen, nicht, weil das dort steht, sondern weil es von einer feministin geschrieben wurde. sein problem. nicht ihres.

  23. So, ich muss mal die nächsten zwei Tage viel arbeiten und habe keine Gelegenheit hier regelmäßig zu schauen. Alle, deren Kommentare nicht freigeschaltet werden, das mache ich dann später.

  24. „Denn liebe Leute, ich als Femme (ein Gender, dass die meisten nicht kennen werden, weswegen ich mich für die meisten der Einfachhheithalber als Lesbe bezeichne)“.

    Von oben herab diskutieren? Schwierig, sich auf Augenhöhe herabzulassen und die Argumente anderer gelten oder zumindest wirken lassen zu müssen, was? Klar, einfacher ist es, Stattdessen schlicht mit mit „persönliche Rechnung offen haben“ zu argumentieren, und Bildungsbürgermentalität zu kritisieren. Na, herzlichen Glückwunsch, willkommen im Selbstreflexionsclub. Oder besser: Wird Zeit, ihm beizutreten.

    Eloquenz ist nicht gleichbedeutend mit Intelligenz und argumentativer Schärfe. Es ist eine so bärendienstliche Strategie, die hier und bei der „Medienelite“ von Nadine Lantzsch gefahren wird: Vermeintliche Eloquenz, aka „arrogante Kommunikationsmechanismen“ (Zitat bei Twitter im Zusammenhang mit dieser Diskussion, dem ich mich nur anschließen kann).

  25. @somluswelt
    der kommentar von fritz heißt auf deutsch: die weiße, die sich da für eine schwarze einsetzt, soll doch mal dorthin gehen, wo alle schwarzen her kommen, aus afrika, und soll dann merken, dass ihre sexuelle orientierung da nicht gut gelitten ist. also rassismus gepaart mit homophobie.

    @nicole
    also ein besseres eingeständnis dessen, dass es dir nicht um die sache geht, sondern darum persönliche differenzen auszutragen, hättest du nicht bringen können.

    mir geht es da wie somluswelt, ich kenne niemanden der beteiligten akteure und ich verstehe absolut nicht, was an diesem offenen brief an die asta fulda nicht in ordnung sein soll. vielleicht hilft es, die ausgelagerten kommentare auf noah sows seite anzusehen:
    http://www.noahsow.de/blog/wp-content/uploads/2011/10/Hatr_comments2011111.doc
    das ist alltag für schwarze. ich weiß nicht, wie sich einige erdreisten können, das ins lächerliche zu ziehen.

  26. Pingback: Opfer der Lampe (oder Nadine Lantzsch mal wieder) « Enforcer

  27. @Nicole, ich kenne dich nicht und du bist auch nicht ganz auf der Höhe der Diskussion, zumindest was mich angeht. Ich nehme auch überhaupt nicht in Anspruch immer auf Augenhöhe zu sein oder auch nur zu sein wollen. Die unterschiedlichen Fallhöhen in dieser Diskussion werden sich dir möglicherweise noch überhaupt nicht erschlossen haben.

  28. @geradehier, ach so, so blöde ist das gemeint, dass die Kerlen da nicht mal so langsam was neues einfällt, glaubt denn einer von diesen Heterosexisten, dass unsereiner nicht all dass schon so oft gehört haben, dass selbst unsere Reaktionen darauf stereotyp sind?

    Meine Reaktion ist ja meist, wie man sieht, einfach den Subtext nicht zu erfassen oder zu Empfehlen mal eine Buch in die Hand zu nehmen und sich ein bisschen zu weiterzubilden, bevor man glaubt mich mit irgendwas vollquatschen zu dürfen „weil man grad in der Laune ist.“ Ist das arrogant, sicherlich, und es ist ein selber selber für alle die Jungs (und Mädels), die glauben, ihre fünf Cent über DEN Feminismus im allegemeinen oder Lesben ablassen zu dürfen, unaufgefordert und ungefragt, nur weil ich als solche identifiziert werde oder mich in einem Kontext bewege, in dem ich als solche identifizierbar bin.

    Gleiche Baustelle, wie bei Noah, nur ganz anderer Kontext, selbst diese Diskursstrategie „Bist du nicht mein Erklärbär, bin ich beleidigt, obwohl ich dich damit beleidigt habe, dass mich das Thema eigentlich einen Scheiß interessiert aber nur mal meine unausgegorenen Gedanken dazu, auf deine Füsse gekotzt habe“ ist irgendwie abgenutzt auch wenn sich leider immer noch viele darin verheddern.

  29. @donalphonso, falls du hier noch mitliest, ich habe mit die Blogs und die Beiträge soweit auffindbar aus den Vorgängen im Jahr 2008 noch mal durchgelesen.

    Es gibt alledings einen himmelweiten Unterschied, im Verhältnis zu dem was sich da auf deinem Blog abspielt und sind die Reaktionen von Lantzschi auf den Rassismus gegenüber Grace Jones (die öffentlichen, ob du da noch privat Post bekomemn hast, kann ich nicht beurteilen) gradezu von Entspanntheit geprägt. Einen derartigen Unrat, wie er weiterhin da bei dir gepostet wird, findet sich dort nicht.

    Ein klares Statement von Lantzschi bzgl. der Sache in Bezug auf MC Winkels rassistsichen Ausfall und ihrer damaligen Reaktion darauf wäre mir auch lieber.

    Aber was dein seltsamer Fanclub, flankiert von dir, da treibt, ist echt widerlich. Es muss doch was damit zu tun haben, dass sich hier Frauen äußern und mal Tacheles reden. Und wir sind es weit mehr als der Durchschnittsmann gewöhnt mit Häme und Abwertung umzugehen, was sehr deutlich wird, wenn man bei dir mitliest. Die Abwehrreaktionen, die sich da versammeln, wären eine gute Grundlage für ein Antirassismus/intoleranz/-sexismus u,a. Training.

    Leider – und damit mein ich ausschließlich dich, die anderen Drecksäcke da bei dir sind mir persönlich herzlich egal – wird für mich sehr deutlich, dass eben nicht nur um die Ereignisse von vor drei Jahren geht, sondern auch darum, dass die Diskussion um Selbstdefinitionen, Gender und Rassismus dich und alle die sich da bei dir versammelt haben, ganz offensichtlich an euren Pimmel erwischt hat, die ihr jetzt in einem höchst verdächtigen und peinlichen Wettbewerb miteinander vergleichen müsst, um euch zu versichern, dass alles mit euch in Ordnung ist.

  30. hm, ja, ich werde das gefühl auch nicht los, dass das hier alles virtuelles schwänzchenreiben ist und ich teile deine einschätzung, es macht mir angst, so weit her ist es wohl mit der toleranz nicht, ich muss echt sagen, ich bin erschüttert, wie heftig sich hier einige aufführen und wirklich jede grenze auf der persönlichen ebene überschreiten und sich auch noch im recht fühlen.

    was trifft, trifft auch zu.
    karl kraus

    das positive ist, ich lerne einige neue blogs kennen, auf denen es mir gefällt:)

  31. @geradehier, danke für deine unermüdlichen Kommentare hier, wer immer du bist, du bist hier willkommen :)

  32. Indes die Unermüdlichkeit des Kommentierens von geradehier L.s Entgleisung konsequent ausspart.
    Man glaubt doch wohl nicht, das jetzt noch aussitzen zu können.

    Und wie Kraus‘ Reaktion auf Deine Kleinschreibung ausgerechnet auch noch seines eigenen Textes ausgefallen wäre, das willst Du gar nicht wissen.

  33. Mein Kommentar dazu findet sich hier:
    http://rebellmarkt.blogger.de/stories/1925316/#1926258

    Ich denke, dass man ein sehr großes Vertrauen in die politische Korrektheit eines Don Alphonso haben kann….

  34. lieber nörgler.
    deswegen zitiere ich gerne tote, sie können sich nicht mehr so aufregen. (weiter werde ich nicht auf rechtschreibung und grammatik eingehen – sie ist mir gleich, so lange ich den inhalt verstehen kann. kraus soll übrigens ein liebevoller und sehr humorvoller mensch gewesen sein.)

    ich spare gar nichts aus. diese lantzschi ist nicht die einzige, die sich deutlich positioniert hat, da gibt es andere, die genauso reagiert haben. sie ist nur die einzige, die dafür in den dreck gezogen wird. diese schlammschlacht hätte ich verstanden, wenn diese lantzschi den namen der studentin genannt hätte. da würde ich diese scheißeschmeißerei zwar immer noch nicht gut heißen, aber mir denken, wie es in den wald rein ruft, so schallt es auch wieder raus.

    jetzt kann es sein, dass die frau persönlich ein arsch ist. ok. dann sollen die, die sie persönlich kennen, das bitte mit ihr unter vier augen klären.

    manche kennen sie anscheinend nicht wirklich, fühlen sich aber durch ihr ‚wirken‘ ganz allgemein, ich formuliere beschönigend, gestört. dann können sie sich inhaltlich mit ihr auseinander setzen. wenn mir wer so auf den sack geht und ich meinen eigenen blog habe, nehme ich bezug auf den blog dieser person, auf den konkreten text und nehme das der reihe nach auseinander. sachlich. hat den vorteil, dass ich danach immer noch ernst genommen werde, z.b. so wie der von mir geschätzte stefan niggemeier das tut.

    ich lese mich durch den braunen mob und ich kann nur nochmal auf den link zu noah sow verweisen, ich sehe da keine entgleisung, ich sehe, dass diese reaktion notwendig ist. was du mit aussitzen meinst, ich weiß es nicht. hat die asta sich über lantzschs reaktion beschwert? oder meinst du sie sollte jetzt auf persönliche beleidigungen von hinz und kunz reagieren?

    ich nehme hier eine äußerst merkwürdige vermischung wahr, die mich stutzig macht. wie somluswelt schreibt, sie können sich nicht entscheiden, lampe lantzschi lampe lantzschi lampi lantsche lampstzsche. irgendwo sind da die sicherungen durch gebrannt, so viel spott und häme. das auf den mehr als deutlichen ton in lantzschis brief allein zu schieben überzeugt mich nicht. ich glaube, somluswelt schätzt das ganze richtig ein und es ekelt mir vor diesen gestalten.

  35. Don Alphonso

    Ach, Drecksack ist ein grosses Wort…

    Im Ernst, diese Solidarität angesichts des Unfassbaren – heute bodenloses Fass des Rassismus wegen einer Lampe, damals, weil es ihr Brötchengeber war, schwarzes Loch kein Rassismus – ist Euer Problem, nicht meines. Lasst Euch weiterhin von der zum Narren halten und denkt Euch nichts wegen Bigotterie, relativiert, sucht Euch Ausreden, lügt Euch genderkorrekt an – das sind Eure Probleme. Und sie sind ziemlich gross und evident. Deshalb wird bei mir gelacht.

    Meine Kommentatoren aind nicht nett, aber sie sind keine verkommenen Heuchler, darauf kommt es mir an. Lantzsch macht Euer Ansinnen kaputt, nicht meines.

  36. @ geradehier

    Du hat da etwas mißverstanden, obwohl weiter oben breits DonAlphonso die Fragfe deutlich gestellt hatte. „L.s Entgleisung“ ist ihre Bezeichnung eines rassistischen Insults („schwarzes Loch“) als „nicht rassistisch“.
    Stattdessen erzählst Du tapfer einen von der Lampe. Ich nenne es „aussparen“.

    „kraus soll übrigens ein liebevoller und sehr humorvoller mensch gewesen sein.“ Seinem empirischen Charakter nach war er das. Aber dass mit diesem auch sein intelligibler Charakter starb, hat schon manchem das Glück beschert, im Zitatenteil der „Fackel“ nicht mehr vorkommen zu können.

  37. lieber nörgler,
    ach so! na dann lies mal tapfer, was ich zu don alphonso geschrieben habe, den ignorier ich nämlich, weil ich mich da lieber auf das urteil des geschätzten herrn niggemeier verlasse:)

  38. Don Alphonso

    Ach so, noch was. Es gibt ja tatsächlich überall zwei Kommunikationsebenen, eine offen und eine versteckt. Bei Euch haben alles natürlich gelesen, was die Frau da gemacht hat, und jetzt wird um einen Weg gerungen. Die eine hoffen, dass sie jetzt erst mal die Klappe hält, sind vornerum solidarisch, weil sie ja so oooorm ist und sagen sich hintenrum: Ha! Die anderen, das ist ihre Entourage, ignoriert das einfach wie sie selbst auch. Wodka halt. Aber vornerum beissen alle miteinander schön brav die Beisserchen zusammen. Hoch – die – internationale – Solidarität! Und weil das wo steht, wo die soooo gemein sind, muss man auch nicht drüber reden. Mutiuge Feminsitinnen bei der Verdrängungsarbeit.

    Und bei mir hätte ich gern die Erfahrungsberichte von jenen stehen, die mir in den letzten Tagen leider nur als Mail zugegangen sind. Mein lieber Schwan, bei Euich ist aber echt was los. Da haben also Lantzsch und Magda und noch ein paar also versucht, ihre Hegemonie mit der Brechstange auch im eigenen Lager durchzusetzen. Einerseits intern, andererseits auch im weiteren Umfeld durch „Die da ist keine von uns“. Aber wenn ich dann sage: Komm, meld Dich an und schreib es, oder ich schreib das für Dich: Bloss nicht. Man kann schon was gegen die Lantzsch sagen, aber das Umfeld wird dann zurückschlagen, sie selbst macht sich da nicht die Hände schmutzig.

    Und weil das so ist und wir alle das wissen, greift jeder nach einem Strohhalm, um da anders rauszukommen: Wir sind Drecksäcke für Deinesgleichen. Wir sind für die anderen das, was es mal gebraucht hat.

    Bla. Ich war mal Fachschaftssprecher. Ich war Streikrat an der Uni. ich habe ne Menge Erfahrung mit solchen Strikturen. Und wenn die Extremen und Bigotten erst mal den Ton angeben und der Rest froh ist, wenn der RCDS denen den Staatsschutz an den Hals hetzt, ist es definitiv zu spät. Es ist Euer schwarzes Loch. ich schenke es Euch. Ich will es nicht, es ist rassistisch. Ihr bekommt es, weil ihr die Lantzsch habt.

  39. Meine Güte was für ein Durcheinander.

    Na fein, Don Alphonso, ich weiß nicht so genau, wen du ansprichst, aber ich kenne Lantzschi nicht, mit der Mädchenmannschaft habe ich nichts zu tun, außer dass ich ab und zu zu bei ihnen lese. Ich bin hier höchstens in der Rolle einer Bebachterin.

    Die Hintergründe sind mir egal, dass müssen die untereinander klären. Mit E-Mails zu argumentieren, die keiner kennt und die natürlich nicht veröffentlich werden können, ist auch so ein Weg, den ich als unfaires Argumentieren einstufe. Aber wie schon gesagt, wenn es so ist, wie du schreibst, müssen die das unter sich klären und berechtig deine „Anhänger“ nun mal überhaupt sich wechselweise in Abwertung und Häme zu ergehen, wobei dabei dann auch noch ständig die beiden Themen, um die es geht vermischt werden, wie es Besarin bei dir ja deutlich gemacht hat. Noch weniger sind irgendwelche nicht öffentliche Hintergründe eine Rechtfertigung für die unterirdische Diskussion da bei dir drüben.

    Das einzige, was ich bisher getan habe, das zu kommentieren, was ich gelesen habe. Was die Heuchelei deiner Kommentatoren angeht, sind sie Legion. Besonders da ist mir das aufgefallen, wo sie ihre „Aufgeklärtheit“ und ihre „Ich-blicke-voll-durch“ raushängen lassen.

    Eigentlich bin ich damit auch durch, was diesen Teil der Diskssion angeht, also was sich da bei dir abspielt. Die Diskussion bei dir ist in weiten Teilen unterirdisch. Schade, vielleicht liest du dir das alles mit einem bisschen Abstand irgendwann noch mal durch. Vielleicht geht dir dann ein Licht auf. Sollte dir aufgefallen sein, welche deiner Kommentartor_innen dabei der Meute mitheulten und welche anders agieren und gerade letztere kennst du alle schon lange.

    @geradehier, niggemeier ist nicht unbedingt eine gute Quelle für eine Einschätzung von Don Alphonso, die Geschichten, die dahinter stehen sind so alt und so verzweigt, dass eine solche Herangehensweise echt nicht zu empfehlen ist.

  40. Aufmerksamkeitsökonomisch ist das schon nicht schlecht: Nadine Lantzsch wird überall diskutiert, taucht aber selbst nicht auf. Gut für die Mythenbildung und überhaupt, um im Gespräch zu bleiben. Wer sich rar macht, ist begehrt.

    Und Gockel Alfons weiß nicht so genau, ob er nun in der Rolle eines Opfers rumheulen soll oder weiter betonen, dass er die Party ist und keine Probleme hat außer Kunstlederschuhe. Inklusive seiner Kommentarlöschungen, wenn es konkret wird, ergibt das ein bemerkenswertes Psychogramm. Plus sein Altherrenfanclub, der daherkommt, als wäre er softwaregeneriert. Das alles wäre einen netten kleinen Blogeintrag wert.

  41. dieser Kommetar von Martin in einem anderen Blog, drückt ganz gut aus, was mir heute so durch den Kopf ging, wenn ich mal Zeit dazu hatte:

    http://blog.katrin-roenicke.net/?p=491#comment-725

  42. @ genova
    Doch, doch, Nadine Lantzsch hat sich geäußert – drüben bei Momorulez. Ich selber plädierte allerdings dafür, in diesen Diskussionen (und vor allem im Blick und in der Analyse) einige Dinge zu entkoppeln. Die Causa Lantzsch vs Alphonso ist eine, die u. a. mit Medienspezifischem zu tun hat – nicht nur mit performativen Widersprüchen und Rassismus. Die Subtexte entziehen sich meiner Kenntnis, da müßte ich dann recherchieren. Die Zeit und die Möglichkeiten habe ich aber nicht.

    „Plus sein Altherrenfanclub, der daherkommt, als wäre er softwaregeneriert.“ Sehr schön geschrieben, da sind wir doch – nach einige Zeit – mal einer Meinung. Bei denen gilt das Motto „Witzischkeit kennt keine Grenzen.“

  43. Ich möchte drauf hinweisen, dass (Ursprung der Diskussion) Kommentare auf dem Blog von Frau Sow ( http://www.noahsow.de/blog/2011/10/27/festival-du-racisme-in-fulda/ ) zensiert, nicht veröffentlicht wurden. Hierbei handelt es sich um sachliche, kritische Kommenare teils von Teilnehmer der genannten Veranstaltung. Das Bild, die Diskussionsgrundlage ist somit verzerrt und nicht repräsentativ.
    Gerade im Kontext zum Inhalt der Veranstaltung könnte man erwarten, dass Beiträge nicht zenisiert werden. (Zensur erinnert an andere Zeiten.)

  44. „Da haben also Lantzsch und Magda und noch ein paar also versucht, ihre Hegemonie mit der Brechstange auch im eigenen Lager durchzusetzen.“

    Also, an dem Tag, wo solche Positionen gesamtgesellschaftlich hegemonial werden, können wir das ja gerne noch mal kommentieren :D … ansonsten verstehe ich diese Grüppchenkonstruktion nicht. Damals in den Auseinandersetzungen mit den Liberalen waren das politische Lager. Die aktuelle Diskussion wird zwar von rechts annektiert, womit ich nicht den Feminismus als Reicharbeitsdienst meine, sondern exakt diese bei US-Rechtsradikalen abgekupfterte Strategie, nur noch solchen Unsinn auszustoßen. Das Erschreckende ist, wo das mittlerweile überall angekommen ist, diese ganze Wilders-Nummern, wo dann schon fast der bewaffnete Widerstand gegen den Feminismus verkündet wird im Sinne eine „Nie wieder!“, das ist nur noch grotesk und breivikesk.

    Ansonsten setzt die Debatte ja vor den politischen Lagern an, und da kann ich nicht nachvollziehen, wie man das auf Intrigenspielchen zwischen irgendwelchen Grüppchen herunter brechen kann, darum geht es doch gar nicht. Also, mir zumindest.

    Ich glaube, außer mit Somlu habe ich mich hier mit annähernd jedem mindestens einmal verstritten. Was ist denn dann „bei euch“? Vor drei Jahren hätte ich mich auf Dons Seite geschlagen, jetzt nicht, geht doch um Geschlechterverhältnisse und Rassismus und nicht darum, welche Burschenschaft durch wessen Gemüsebeet marschiert ist.

    Und, wo Bersarin schon zu mir rüber schickt: Ich habe da eine rigidere Löschpolitik als Somlu. Kommentatoren wie bei Netbitch oder bei Dir zum Teil, Don, werden da nicht lange stehen. Ich kann dann auch mit einem „Fick Dich, Du arrogantes Arschloch“ hervorragend leben ;) …

  45. @somluswelt
    doch, das ist eine sehr gute quelle, denn dort gibt es eine kommentarfunktion und die zeigt mir, wie der herr sich benimmt, kindisch. und da meine zeit eine begrenzte ist, habe ich so vorgefiltert, wen ich ernst nehme und wen nicht, bei einem thema, das mir nicht nahe geht. malte welding habe ich mir nämlich ungefiltert gegeben, danach bin ich vorsichtiger geworden. ich meine, die machen sich da lustig über noah sow. das ist echt arg.

  46. @ bersarin
    ah, danke für den verweis auf momorulz!
    […]
    lantzschi November 3, 2011 um 3:00 am
    Noch hinten an zur Grace Jones Geschichte: Tatsächlich halte ich
    mich für keine Antirassistin, ich würde mich auch nie hinstellen und behaupten, ich sei keine Rassistin, so wie andere das gerade auch der aktuellen Debatte tun. Denn ich halte es als weiße für einfach unmöglich, nicht rassistisch zu handeln, solange ich in einem rassistischen System lebe. Und wer aufmerksam gelesen hat, der wird das auch nirgendwo in meinen Äußerungen finden. Falls das Netz solche Dinge doch irgendwann an die Oberfläche spült (ich kann mich jedenfalls nicht entsinnen), dann ist das naiv, uninformiert, dominant und borniert von mir gewesen. Ganz ohne Entschuldigung und Rechtfertigung.

    Die ganze Sache mit der Herrschaftskritik ist eine ziemlich ausweglose, solange man irgendwie auch dominante Positionen im System inne hat (die ich zweifelsohne auch habe – neben der Position weiß). Die Frage, die danach käme, wäre die, ob ich mich damit abfinde und weiterhin vor mich hin dominiere, oder ob es mir gelingt, etwas an meinem Bewusstsein und meinen Werthaltungen zu schrauben, selbstreflexiv mit dem „bösen“ P-Wort umzugehen, meine Handlungen zu überdenken und zu verändern. Das habe ich nicht nur seit dieser „also _ich_ halte das nicht für rassistisch“-Angelegenheit getan, ich mache das noch heute, weil es nie zu Ende sein kann. […]

  47. Als irgendwann vor Jahrzehnten ein unbekannter Sprachschöpfer den Spruch vom Wackelpudding, den man nicht an die Wand nageln kann, fand, da muß ihm dieser Text vorgelegen haben.

    Wir sind alle kleine Sünderlein, blaim it on society, der Weg ist das Ziel, und das mit der Herrschaftskritik ist halt auch so irgendwie.

    Bah.

  48. Bersarin,
    ja, die Beiträge habe ich jetzt gelesen, einer steht ja jetzt auch hier. Die Subtexte und die ganzen Hintergründe kenne ich auch nicht, aber wenn solche Geschichten öffentlich in Blogs ausgetragen werden, kann nur das interessieren, was öffentlich gemacht wird. Und da interessierte mich in der Causa Lantzsch vs. Gockel Alfons nur das Offensichtliche, nämlich der Altherrengestus, von oben runter alles lächerlich machen, was irgendwie emanzipiert daherkommt oder eine Veränderung fordert, plus herrschaftliche Kommentarlöschungen, die ja alleine schon einen extrem dominanten Habitus aufzeigen. Das Andere wird einfach technisch ausgeschaltet. Der Ton macht eben auch die Musik. Das würde ich auch vom Inhalt entkoppeln, zu dem ich nichts sage, da fühle ich mich nicht berufen.

    Wenn wir gerade beim Ton sind: Wir sind sicher meistens einer Meinung, und wenn nicht, ist es auch egal. Meine heftige Reaktion seinerzeit bei Hartmut hatte vor allem etwas mit Kontexten zu tun. Da ich aber gerne mal spontan losballere, nehme ich das formal auch gerne wieder zurück. Entschuldigung, wenn du erlaubst.

  49. @ genova
    Das ist kein Problem, ich bin da ganz offen. Die beiden Männer mit den dunklen Anzügen in dem Lincoln Continental Mark V werden Dich in Zukunft nicht weiter behelligen.

    @ somlu
    Das gute in dieser Debatte ist, daß ich nun auch in Deinen Blog zuweilen hineinschauen werde. Hat doch alles etwas für sich.

  50. @nörgler

    schade, ich hab extra länger rein kopiert, weil ich dachte, dass es dann nicht missverständlich wäre. nun ja, wer nicht verstehen will, will eben nicht.

  51. @Bersarin, das freut mich zu lesen, ich hatte eh gerade die Tage überlegt, dass ich wieder mehr hier schreiben will, weil sich doch auch meine Themenlage inzwischen soweit verändert hat, dass ich nicht mehr nur das Gefühl habe, dass ich alles was mir wichtig ist, schon geschrieben habe und genau zu diesem Zeitpunkt dann so eine Geschicht. Wenn ich Ende nächster Woche mehr Ruhe habe, dann werde ich mal meine Blogroll bereinigen, nach dem dritten „lustigen“ Beitrag ist mir dann doch die Langmut abhanden gekommen. Schade eigentlich.

    Nachtrag: da ich das Wochenende nicht da bin und auch nicht online gehen kann, werde ich später bis Sonntag die Kommentare hier schließen. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass da noch viel kommt, aber sicher ist sicher.

  52. Pingback: Mondschein: Mit Kindern geschlagen.

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