Versaille oder aus der Geschichte lernen

Als Greogor Gysi von den Linken am Montag die Analogie, zwischen der Situation Deutschland nach dem ersten Weltkrieg und das was dem griechischen Volk droht und was die Konsequenzen möglicherweise seien könnten, zog, dachte ich mir schon, okay, das wird nicht unkommentiert werden. Und siehe da, umgehend stand Volker Beck am Mikro und fragte: „Ich wollte Sie nochmal fragen, was Sie uns gerade mit den Aussagen zum Versailler Frieden sagen wollten. Und ob sie das intonieren wollten im Sinne von ,Weg mit dem Versailler Schandfrieden‘, wie wir das mal früher in der Weimarer Republik gehört hatten. Ich bin wirklich ein bisschen entsetzt. Man kann doch diese Art von Parolen nicht ohne historischen Zusammenhang aufnehmen.“

Ein geschickter Kniff von Volker Beck von den Grünen, denn auch wenn Gregor Gysi mit keinem Wort eine Parole ausgegeben hat, vielmehr gegen die Parole „Sparen ist alternativlos“ argumentierte und als einer der wenigen in dieser Debatte mit Zahlen aufwartete, so bleibt das Schlagwort vom „Versailler Schandfrieden“ das Beck einbrachte, doch hängen.

In der Wikipedia wird der Begriff Analogie folgendermaßen definiert:

Die Analogie als rhetorischer Begriff bezeichnet ein Stilmittel, in welchem ähnliche Strukturen oder Sachverhalte in einen Zusammenhang gestellt werden. Zwischen zwei Dingen besteht eine Analogie, wenn sie sich durch ein Merkmal ähnlich sind, auch wenn sie sich in anderen Merkmalen unterscheiden können

Um nichts anderes ging es Gregor Gysi. Und das Mittel der Analogie mit historischen Ereignissen ist nicht das schlechteste, um heutige Entwicklungen interpretierbar zu machen. Denn wenn wieder etwas verleichbar grauenvolles, wie der Nationalsozialismus, in dieser Welt Fuß fassen würde, dann wird es mit Sicherheit nicht genauso also identisch daherkommen, wie die Entwicklung in der Weimarer Republik. Da helfen nur Analogien.

Und außerdem, wenn man nur ein bisschen recherchiert, dann finden sich diese Analogie in den Reden von Gregor Gysi schon seit mindestens einem Jahr, auch im Plenum des Parlamentes. Erstaunlich, dass dies nicht schon viel früher skandalisiert worden ist.

Wer sich anhören möchte was Gregor Gysi tatsächlich gesagt hat, kann das hier machen, ab Minute 9:30 geht es los. Die gesamtes Rede ist darüber hinaus auch sehenswert.

Wer es ausführlicher erklärt haben möchte, kann sich die Rede von vor einem Jahr anhören: Rede zum Europäischen RatMörz 2011

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