Essen gehen

Am Samstag war ich Frankfurt. Die Freundin, bei der ich übernachtete, hatte mich im Nachgang zu meinem Geburtstag im August zum Essen eingeladen. Sie weiß genau, dass ich es liebe Essen zu gehen und ich habe mich sehr gefreut. Sie hatte drei Restaurants zur Auswahl vorgegeben, ein türkisches, ein persisches und ein alternatives Restaurant. Ich entschied mich für das türkische, ich hatte so eine große Sehnsucht nach einem guten türkischen Restaurant und da dieses Restaurant in Frankfurt ist, konnte ich sicher sein, dass meine Vorstellungen nicht enttäuscht werden.

Und wie ich es erwartet hatte, war das Restaurant hervorragend, schönes Ambiente, sehr nette Bedienungen und sehr leckeres Essen. (Für alle, die es interessiert, es war das Sümela II) Die Preise waren etwas gehobener. Beim Anblick des Amuse-Gueule hatte ich erst die Befürchtung in ein Restaurant mit artifiziellen Mirkoportionen geraten zu sein aber ein Blick auf den Nachbartisch beruhigte mich, das Essen sah wie gute bodenständige Küche aus und kam in entsprechenden Portionen. Lediglich der Beilagensalat war vollkommen überflüssig und entsprach der Qualität der Salat, die ich aus Küchen kenne, die eigentlich keinen Beilagensalat kennen. Den habe ich auch nicht gegessen.

Während wir also sehr glücklich aßen, denn gutes Essen macht einfach glücklich, unterhielten wir uns über das Restaurantelend in Köln. Mir ist der Kontrast zwischen Köln und Frankfurt ein komplettes Rätsel. Ich habe bisher in Köln nicht ein Restaurant gefunden, dass auch nur im Ansatz mit denen in Frankfurt vergleichbar gewesen ist. Damit meine ich nicht diese ganzen erweiterten Dönergrille sondern so eine Einrichtung, wo die Küche nicht am Eingang platziert ist, auf den Tischen Tischdecken liegen und passende Servietten aufgedeckt sind und was am wichtigesten ist, gute landestypische Küche serviert wird. Das Sümela II serviert Speisen aus der Schwarzmeerregion und das andere von mir sehr geliebte Restaurant in Franfurt, das Tandure – ich weiß gar nicht, ob es das noch gibt – deckt die anatolische Region ab.

Warum geht das nicht in Köln? Und ich frage schon immer die Menschen, die möglicherweise Ahnung haben könnten. Manchmal aber habe ich den Eindruck, dass die Menschen hier in Köln die mieserable Ausstattung und Qualität der Restaurant so gewöhnt sind, dass sie sich überhaupt nicht vorstellen können, dass es wirklich gute Restaurants geben kann. Wenn ich allein an den Reinfall mit dem persischen Restaurant hier in Köln denke. Teuer, fantasielos und geschmacklos, da hatte ich in Franfurt im Kish deutlich mehr Spaß in jeder sensorischen Hinsicht für einen besseren Preis.

Ich sagte zu der Freundin, es kann doch nicht sein, dass meine Butch und ich immer nach Frankfurt fahren müssen, wenn wir mal gut essen gehen wollen. Das einzige Restaurant, das ich in Köln wirklich gern besuche, weil es meinen Ansprüchen einigermaßen nahe kommt, ist das libanesische Restaurant Beirut.

Und das beschränkt sich nicht nur auf sogenannte Spezialitätenrestaurant, vor Jahren sind wir mal Gänse essen gegangen. Da wir nur zu zweit sind, lohnt sich der Aufwand eine Gans zu machen, für uns nicht. Also gehen wir in der Vorweihnachtszeit gern in ein gutes Restaurant zum Gänse essen. Das Restaurant hatte wirklich Empfehlungen und was war, die Gans war trocken, der Rotkohl phantasielos und an die Klöse erinnere ich mich nicht mehr und dafür wars überteuert. In Frankfurt weiß ich heute noch auf Anhiebt zwei Restaurants, wo ich Leute ohne Bedenken hinschicken würde, wenn sie Gelüste auf „deutsche“ Küche haben. Ein Elend ist das.

Empfehlungen werden im Kommetarbereich gern angenommen aber bitte nicht das Bospourus, da waren wir schon. Es geht mir eben nicht nur darum, dass es Tischdecken gibt und die Preise schön hoch sind, sondern dass das Essen gut ist. Das ist das Bospourus bei uns komplett durchgefallen.

2 Antworten zu “Essen gehen

  1. Liebe Somlu,

    ich kann Dir da nichts empfehlen, da ich in Köln keine Restaurants kenne. Aber Dein Beitrag hat mir Appetit gemacht. Von daher schöne Grüße!

  2. Ich muss sagen, ich finde das kleine DoyDoy in der Keupstraße gut, jedenfalls geschmacklich, aber der Service ist in den meisten türkischen Restaurants (leider) nicht berauschend.
    Ansonsten würde ich mal deine türkischen Freunde fragen, ob Ihr mal zusammen kochen könntet, denn türkische Hausmannskost schmeckt viel besser, als das, was einem in den meisten Restaurants als türkisches Essen suggeriert wird.

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