Die deutsche Sprache ist kaputt

Auf dem 29. Chaos Communication Congress hielt Anatol Stefanowitsch einen großartigen haecksenangepassent* Vortrag über das Generische Maskulinum: Sprache, Ungleichheit und Unfreiheit und zeigte an einem Perl-Script, dass die deutsche Sprache kaputt ist und gehackt gehört:

Perl Script

Perlscript2

Die Sprache ist kaputt

Die Sprache muss repariert werden
(Quelle: Alle Folien sind Screenshots, die ich während des Vortrag erstellt habe)

Besonders auf die schon bekannten Sprachhaecksen, vor allem Luise F. Pusch, auch feministische Sprachwissenschaftlerinnen genannt, hat er in diesem Zusammenhang hingewiesen, was mich persönlich sehr gefreut hat. Darüber hinaus verwies er die Kritik an der feministischen Sprachkritik deutlich in ihre Schranken, in dem er anmerkte „Welcher Hacker sagt sonst, wir dürfen das System nicht anfassen und nicht verändern?“ und empfahl „wenn die aktuellen sprachhacks fuer geschlechtergerechtere sprache nicht gut sind, dann erfindet bessere!“

Was mir nur beim Zuhören so durch den Kopf ging, war, dass es schon ein Elend ist, dass Antatol Stefanowitsch teilweise die gleiche (vermute ich mal) Quellen für seine Argumentation heranzog,mir schon seid 30 Jahren bekannt sind und alles aber alles was er vortrug, schon diskutiert wurde. Sicher nicht in einer nerdangepassten Form, die ich wirklich unterhaltsam und anschaulich finde. Eine weitere Überlegung, die mir schon seit Tagen durch den Kopf geht und die ich vorerst als Frage in den Raum stellen, wären die Reaktionen auf den Vortrag andere gewesen (und möglicherweise auch die Zusammensetzung des Publikums), wenn derselbe Vortrag von einer Frau* gehalten worden wäre? Direkt überlegt, würde einer Frau* und Feministin weniger gut zugehört werden? Das ziehlt auf den letzten Punkt der zweiten Folie, die auf die Gesellschaftshacks verweist.

*hier gilt das generische Femininum :)

Hier noch ein Link zu einem anderen >>Vortrag von Anatol Stefanowitsch auf der Openmind 2012

2 Antworten zu “Die deutsche Sprache ist kaputt

  1. Der Vortrag ist so was von klasse! Ich finde ihn genial und außerdem schafft er es, dass ihm Menschen zuhören, die sich sonst nicht so für sprachliche Feinheiten interessieren.

  2. „Eine weitere Überlegung, die mir schon seit Tagen durch den Kopf geht und die ich vorerst als Frage in den Raum stellen, wären die Reaktionen auf den Vortrag andere gewesen (und möglicherweise auch die Zusammensetzung des Publikums), wenn derselbe Vortrag von einer Frau* gehalten worden wäre? “
    hallo liebe Somlu, auch das ist mir durch meinen kopf gegangen, als/während ich mir diesen ganzen vortrag ansah, anhörte und reflektierte – bevor ich deinen blog und deinen eintrag hierzu fand. und mir fiel irgendwie sofort ein „jaaaa Luise F. Pusch“. weil ich mir erst letztes jahr all ihre bücher neu kaufen musste, weil … und ich sie also frisch in erinnerung hatte. und mir fielen auch diverse, aktuelle soziologische und psychologische meta-fall-studien zu u.a. gegendertem sprechen/hören/wahrnehmen/verhalten ein, die mich i.l.d. des letzten jahres intensiv beschäftigt haben. und auch Cordelia Fine (Delusions of Gender). von daher passt’s auch m.e. aktueller denn je zu #aufschrei und alltagssexismus.de
    viele grüsse

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