Die sexuelle Gewalt ist nicht das Problem

Anläßlich des Papstbesuchs 2005 in Köln habe ich ja gelernt, dass die Kosten für Ausbildung von Pristern, Unterhalt von Kirchen und was weiß ich nicht alles, nicht etwa von den Kirchen selbst getragen werden, sondern zum größten Teil aus allgemeinen Steuermitteln getragen werden. Unabhängig davon, ob jemand Kirchensteuer zahlt oder nicht. Das geht auf alte Verträge der Kirchen mit dem Staat Preußen zurück, für die wir heute noch alle einstehen.

Insofern sehe ich nicht ein, wieso sich Kirchen und die Einrichtungen, die sie betreiben, Sonderrechte für sich beanspruchen können. Dieses Unwesen gehört abgeschafft, wie auch die Kirchensteuer. Es ist ja einmalig, dass die Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft von der Zahlung von staatlich eingetriebenen Steuern abhängt. Wie auch immer, das ganze ist eh schon skandalös genug.

Jetzt meldet der Kölner Stadtanzeiger (via fefe), dass nach Recherchen, sich herausgestellt hat, dass in Köln Krankenhäuser in katholischer Trägerschaft vergewaltigte Frauen abgewiesen haben. Sie wären zur Untersuchung zur Beweissicherung und weiteren Behandlung nicht bereit, weil damit auch ein Beratungsgespräch und ein Schwangerschaftsabbruch einher gehen. Genaugenommen steht in dem Artikel, dass dies diesen Kliniken seit zwei Monaten verboten wäre.

Immerhin betrifft das in Köln eine große Anzahl von Kliniken: Krankenhäusern in der Region Köln die von der Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria geführt werden gehören: St. Franziskus-Hospital, Köln-Ehrenfeld; Heilig Geist-Krankenhaus, Köln-Longerich; St. Marien-Hospital, Köln-Innenstadt; St. Vinzenz-Hospital, Köln-Nippes; Kunibertsklinik, Köln-Innenstadt.

Ein Sprecher der katholischen Kirche äußtert sich dazu:

Wie Erzbistumssprecher Christoph Heckeley bestätigt, ist in katholischen Kliniken eine Notfallkontrazeption grundsätzlich ausgeschlossen. Sie widerspreche den ethischen und moraltheologischen Grundsätzen der katholischen Kirche. (…) Grundsätzlich gelte, dass man Frauen, die beides verlangten, an ein anderes Krankenhaus verweisen müsse. (Quelle)

Was ist das eigentlich für ein Bekenntnis für Gewalt (wer nichts dagegen unternímmt, befürwortet es stillschweigend) und gegen Hilfe? Aber die Arguemtation ist für die katholische Kirche konsistent. Schließlich ist das Problem ja nicht, dass ein Fall von sexueller Gewalt vorliegt sondern dass die „Pille danach“ verschrieben werden muss, das lässt sich mit deren Moralvorstellungen nicht vereinbaren. Mit sexueller Gewalt hat die katholische Kirche bekannterweise weniger ein Probelm.

Nachtrag: Heute wurde hier Hotline der katholischen Kirche für Opfer sexueller Gewalt abgeschaltet und vor einigen Tagen wurde die Studie, die die sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche untersuchen sollte, eingestellt.
Ein sauberer Verein.

Hier noch ein Beitrag, der die Verfassungrechtliche Überwachung dieser radikal-fundamentalistischen-christlichen Minderheit fordert: Erzbistum Köln – Zeit für die Überwachung durch den Verfassungsschutz!

3 Antworten zu “Die sexuelle Gewalt ist nicht das Problem

  1. dieandereperspektive

    Ist lediglich konsequent und offenbart deren wahres Gesicht. Ich kann all diejenigen, die noch nicht aus dieser Kirche ausgetreten sind, nicht mehr verstehen. So gilt auch hier mehr Schein als Sein.

  2. Ja, diese bescheuerte „Ein- und Austreten“ in Deutschland. Ich bin beileibe nicht gläubig aber getauft und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, gehöre ich damit zu den „Geretteten“, da kann ich nicht austreten, außer ich wechsele die Religion. Das das hier in Deutschland möglich ist, ist dermaßen absurd.

    Schlimmer finde ich aber dass die christlichen Kirchen alles mögliche aus Steuergeldern finanziert bekommen und trotzdem sich im Arbeitsrecht oder bei der Aufnahme von Kindern in ihre Kindergärten oder beim allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und eben jetzt bei den Krankenhäusern ein Extrading durchziehen dürfen. Widerlich, heute zufällig MorgenMagazin geguckt? Das war schmerzlich. Ein Opfer sexueller Gewalt durch einen Priester und ein Vertreter der katholischen Kirche kamen da zu Wort, im Kontext der Abschaltung der Hotline.
    Bigotte verlogene Bande. Lauter alte Männer mit einem rückwärtsgewandten und geschichtsklitternden (die Kirche war historisch nie wirklich unangefochten) Horizont.

  3. Niemand käme auf die Idee in Deutschland ein Krankenhaus der Zeugen Jehovas zu genehmigen, welches unter anderem aus Glaubensgründen keine Bluttransfusionen erlaubt.
    Also allen Krankenhäusern die diese Untersuchungen verweigern, die Genehmigung entziehen.

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