Hart arbeiten und keine Reichtümer nach Hause bringen

Immer wenn die SPD von Arbeit fasel, redet sie von einer Tätigkeit, die es bald so oft nicht mehr geben wird, die Realität heute ist schon schlimm genug und ich fürchte es wird noch schlimmer werden:

Die junge Frau arbeitet Teilzeit (60 Stunden monatlich) für eine Kette im Textil Einzelhandel. Sie arbeitet deswegen so wenig, weil sie einerseits ein Kind hat und andererseits nicht wirklich gesund ist. Deswegen geht sie jetzt in eine Kur. Auf mein Nachfragen erfahre ich, dass sie von ihrer Arbeitgeberin weder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bekommt noch bezahlten Urlaub. Sie ist so ausgepowert und fertig, dass klar ist, dass sie nicht die Kraft und Energie hat, sich dagegen zu Wehr zu setzen. Natürlich bezieht sie Leistungen nach dem SGBII und ich frage mich, wieso das Jobcenter das so hinnimmt, schließlich muss ein solches Vertragsverhältnis aus Steuermittlen kompensiert werden.

In einigen Branchen gibt es inzwischen Verträge, die so laufen: Es gibt zwar einen Vertrag über eine gewisse Summe, zB 600 Euro also ca. 70-80 h/monatlich (das ist also schon fast ein Halbtagsjob!) Arbeit. Aber bezahlt werden nur die tatsächlich geleisteten Stunden, das kann mal mehr und mal weniger sein. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bezahlter Urlaub orientiert sich am Vertrag. Nicht an den tatsächlich geleistetn Stunden, wie es das Teilzeitarbeitsgesetz vorschreibt. In den USA gibt es schon sogenannte 1 Dollarjobs, die im Prinzip genauso funktionieren. Hier in Deutschland sind vor allem die Dienstleistungsbereiche in der Pflege/Hauswirtschaftliche Hilfen von solchen Verträgen betroffen. Institutionen der Wohlfahrt, die Pflege noch mit guten Arbeitsverträgen durchführen, leisten sich einen ambulanten Pflegedienst als Zuschussgeschäft, weil das, was die Kassen dafür zahlen nicht ausreichen MitarbeiterInnen anständig zu bezahlen.

Das ist so bedrückend, so 19. Jahrhundert, einfach gesagt, Tagelöhnerei.

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