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Innenstadt

Heute musste ich in der Stadt was besorgen. Ich gehe sehr selten auf die Schildergasse oder in die Passagen am Neumarkt. Wenn ich mich recht erinnere, war ich dieses Jahr noch nicht einmal dort gewesen. Da ich zu Karstadt wollte, ging ich durch die Neumarktpassage, die mochte ich immer, kleine Läden, Gastronomie, ein bisschen Marktplatz und Leben.

Doch zu meinem großen Entsetzen gibt es diesen Marktplatz nicht mehr, schon der Blick auf den Gang von der B-Ebene ist weiß und kühl. Als ich reingehe, bin ich für einen Moment verunsichert, ob ich wirklich richtig bin, obwohl es ja nicht anders sein kann. Die kleinen Läden- alle weg, der Schokoladen, der Käseladen, die Einrichtungskrimskramsläden. Stattdessen ein Discounter, ein Drogeriemarkt, irgendwo zwischendrin ein Laden für Powerdrinks oder so und ein inzwischen berüchtigter Textileinzelhandel, der gern unter dem Stichwort „Wegwerfkleidung“ genannt wird. Der eröffnet dort bald und hat wohl die gesamten Flächen im hinteren Teil der Passage gemietet. Alles ist umgebaut und modernisiert und wirkt steril, wie auf einem selten begangenen Flur eines Krankenhauses.

Draußen sehe ich erst den Bauzaun, der vom Neumarkt aus nicht zu sehen war. Da ist ein Banner, „Neu, Neuer, Neumarkt“ , nun ja, neuer vielleicht aber nicht schön. Kein Ort mehr, wo eins sich gern aufhält. Ich frage mich in solchen Situationen dann immer, ob wirklich irgend jemand verantwortliches ernsthaft glaub, dass das eine Verbesserung ist. Es ist unattraktiv. Klar, ich bin mir sicher, die erwähnten Ketten können sicherlich, die sicher auch neuen Mieten in der Passage zahlen aber ich (auch wenns niemanden interessiert) werde dort wohl nicht mehr hingehen.

Linie 9

Ich fahre vergleichsweise selten mit Bahnen der KVB, wenn es irgend geht, meide ich sie sogar. Das hat unterschiedliche Gründe aber derzeit bin ich leider auf sie angewiesen und das was sich da abspielt, empfinde ich als absolute Zumutung.

Ich fahre meistens mit der Linie 9 und ich habe bisher nur einmal (!) erlebt, dass diese Bahn zu der Zeit in der Haltestelle ist, die im Fahrplan angegeben ist. Es kann aber auch sein, dass dies die vorhergehende Bahn gewesen ist, die mit 10 Minuten Verspätung einfuhr. Entweder kommt sie Minuten zu spät oder es fällt eine Bahn aus. Oder, auch eine Variante, die eine Bahn hat soviel Verspätung, dass ihr die nächste sozusagen am Hintern hängt. Weswegen erstere dann umgeleitet wird. Wenn die Linie 1, die teilweise parallel mit der Linie 9 geführt wird, mal nicht so pünktlich kommt, wird dies immer auf der Anzeige gemeldet. Bei der Linie 9 habe ich da noch nie erlebt. Ich kann nur vermuten, dass die Mitarbeiter*innen der KVB denken, die Nutzer*innen der Linie 9 brauchen diese Information nicht mehr, weil sie es ja nicht anders kennen. Und dann erst die Zeitanzeige. Ich komme auf den Bahnsteig und die nächste Bahn wird in 2 Minuten angekündigt – fünf Minuten lang, gerne auch mal länger. Was diese Sache angeht, fühle ich mich regelmäßig verarscht. Ich habe leider eine leichte Gebehinderung und gehe, wenn ich das Rad nicht nutzen kann, deswegen früh los, wenn ich einen Termin habe. Damit ich mich nicht hetzen muss, weil ich mir dabei sonst wehtun würde. Aber da macht mir die KVB regelmäßig einen Strich durch die Rechnung. Es nervt nur noch.

Gestern auf der Heimfahrt schlossen dann auch noch die Türen der Bahn, in der ich stand, nicht richtig. Es klaffte ein Spalt von 2-3 cm zwischen den Türen und ich habe mich gefragt, ob die jetzt gleich während der Fahrt auffliegen.

Im Winter fällt auch gern mal die Heizung aus und im Sommer ist sie überflüssigerweise an. Nein, nicht ausnahmsweise mal, sondern eher häufig.

Das einzig positive, was ich über die Linie 9 sagen kann, ist, dass sie selten wirklich überfüllt ist. Ich musste mal eine Weile zu Schulbeginnszeiten quer durch die Stadt, das war neben den Verspätungen eine echte Qual. Ich verstehe wirklich nicht, warum nicht mehr Bahnen zu diesem Zeitpunkt eingesetzt werden. Und die Linie 16 Richtung Bonn ist grundsätzlich ein Elend.

Ich frage mich manchmal, was Leute erleben, die wirklich jeden Tag auf die KVB angewiesen sind. Die KVB will ja gern, dass mehr Menschen mit Bussen und Bahnen fahren. Aber so wird das nichts.

Dann werden gegen Dezember immer die Preise erhöht. Für was eigentlich? Laute, überfüllte, verspätete und defekte Züge sind echt keine Werbung.

Die sexuelle Gewalt ist nicht das Problem

Anläßlich des Papstbesuchs 2005 in Köln habe ich ja gelernt, dass die Kosten für Ausbildung von Pristern, Unterhalt von Kirchen und was weiß ich nicht alles, nicht etwa von den Kirchen selbst getragen werden, sondern zum größten Teil aus allgemeinen Steuermitteln getragen werden. Unabhängig davon, ob jemand Kirchensteuer zahlt oder nicht. Das geht auf alte Verträge der Kirchen mit dem Staat Preußen zurück, für die wir heute noch alle einstehen.

Insofern sehe ich nicht ein, wieso sich Kirchen und die Einrichtungen, die sie betreiben, Sonderrechte für sich beanspruchen können. Dieses Unwesen gehört abgeschafft, wie auch die Kirchensteuer. Es ist ja einmalig, dass die Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft von der Zahlung von staatlich eingetriebenen Steuern abhängt. Wie auch immer, das ganze ist eh schon skandalös genug.

Jetzt meldet der Kölner Stadtanzeiger (via fefe), dass nach Recherchen, sich herausgestellt hat, dass in Köln Krankenhäuser in katholischer Trägerschaft vergewaltigte Frauen abgewiesen haben. Sie wären zur Untersuchung zur Beweissicherung und weiteren Behandlung nicht bereit, weil damit auch ein Beratungsgespräch und ein Schwangerschaftsabbruch einher gehen. Genaugenommen steht in dem Artikel, dass dies diesen Kliniken seit zwei Monaten verboten wäre.

Immerhin betrifft das in Köln eine große Anzahl von Kliniken: Krankenhäusern in der Region Köln die von der Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria geführt werden gehören: St. Franziskus-Hospital, Köln-Ehrenfeld; Heilig Geist-Krankenhaus, Köln-Longerich; St. Marien-Hospital, Köln-Innenstadt; St. Vinzenz-Hospital, Köln-Nippes; Kunibertsklinik, Köln-Innenstadt.

Ein Sprecher der katholischen Kirche äußtert sich dazu:

Wie Erzbistumssprecher Christoph Heckeley bestätigt, ist in katholischen Kliniken eine Notfallkontrazeption grundsätzlich ausgeschlossen. Sie widerspreche den ethischen und moraltheologischen Grundsätzen der katholischen Kirche. (…) Grundsätzlich gelte, dass man Frauen, die beides verlangten, an ein anderes Krankenhaus verweisen müsse. (Quelle)

Was ist das eigentlich für ein Bekenntnis für Gewalt (wer nichts dagegen unternímmt, befürwortet es stillschweigend) und gegen Hilfe? Aber die Arguemtation ist für die katholische Kirche konsistent. Schließlich ist das Problem ja nicht, dass ein Fall von sexueller Gewalt vorliegt sondern dass die „Pille danach“ verschrieben werden muss, das lässt sich mit deren Moralvorstellungen nicht vereinbaren. Mit sexueller Gewalt hat die katholische Kirche bekannterweise weniger ein Probelm.

Nachtrag: Heute wurde hier Hotline der katholischen Kirche für Opfer sexueller Gewalt abgeschaltet und vor einigen Tagen wurde die Studie, die die sexuelle Gewalt in der katholischen Kirche untersuchen sollte, eingestellt.
Ein sauberer Verein.

Hier noch ein Beitrag, der die Verfassungrechtliche Überwachung dieser radikal-fundamentalistischen-christlichen Minderheit fordert: Erzbistum Köln – Zeit für die Überwachung durch den Verfassungsschutz!