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Ich reg mich zu wenig auf

Nachdem ich gestern auf Twitter schon meine Erkenntnis gepostet habe, wird es wirklich Zeit dieses Blog wiederzubeleben. Für alle, die das gestern nicht mitbekommen habe, hier meine Tweets von gestern Abend:

Ich rege mich viel zu wenig auf!
seit Jahren dümpelt mein Blog so vor sich hin, ich meide Nachrichten, Nachrichtenmagazine und dergleichen, weil die mich aufregen, immer entweder die Inhalte regen mich auf oder die Nicht-Nachrichten, das Gesabbel der Politiker*innendarsteller*innen. Die regen mich auf, aber sowas von. Irgendwie habe ich gedacht, ich sollte mich nicht aufregen, ich sollte ruhig, sachlich (!) usw. die Dinge angehen. Geht nicht, die wachsende Empathielosigkeit in unseren Gesellschaften, die Habgier,das alles regt mich auf. Ich weiß jetzt auch, warum ich lieber gutes Kabarett gucke, weil die sich aufregen und das für mich stellvertretend tun. Das reicht mir nicht mehr. Ich will mich nicht mehr beruhigen. Ich bin besorgt, ohnmächtig im Angesicht von so vielem und das regt mich auf. Ich hätte jetzt hier und heute kein Problem mich auf eine Bühne zu stellen und euch mindestens 2 Stunden lang zu erzählen (auch interessant) was mich aufregt, weil ich nämlich eine Sache wirklich gut kann. Zusammenhänge herstellen. Ich gehe vielleicht nicht beim einzelnen Thema in die Tiefe aber ich sehe Zusammenhänge. Heut bin ich durch mein eigenes Blog gescrollt, die besten Texte da sind die, in denen ich mich aufrege. Viel zu wenig aber das wird sich ändern. Ich kann mir vorstellen, Nachrichtensendungen und sogenannte Nachrichten wieder sehen zu können, wenn ich mich endlich angemessen aufregen kann. Bisher hab ich echt gedacht, ich müsste Aufregung vermeiden aber das ist doch mein Talent, ich kann mich total aufregen und dabei nicht den Faden verlieren, in Seitengebiete gehen und wieder zum Hauptthema zurückkommen. Ich kann das, im privaten Gespräch mache ich das häufig. Auf einer Bühne hätte ich zumindest den Vorteil, dass mich dort solange es dauert, die Leute dafür bezahlen (oder auch nicht) und mich nicht unterbrechen. Ist in dem Setting nicht vorgesehen.Ich muss jetzt erst mal was essen und dann will ich gucken, dass ich den Staub und die Wollmäuse aus dem Blog kehre. Diese deutsche Kultur ist so bedächtig, blos nicht aufregen, wer laut wird, ist unsachlich. Na und, als wären es die anderen nicht. Irgendwie habe ich gedacht, ich bräuchte weit mehr Expertise in diesem und jenem Gebiet so ein Quatsch, wie auch dieser essayistische Anspruch an mich selbst. Weil ich immer dachte/fühlte ich sei nicht gut genug. Das regt mich auch auf aber anders.
(alles Originalzitate vom 18.01.2017, ich habe lediglich Tippfehler korrigiert)

Ja, so sieht es aus. Ich spüre, dass ich mich aufregen muss, um meine Sprachlosigkeit überwinden zu können, um meinen Gefühlen von Fassungslosigkeit und Ohnmacht eine Form geben zu können und mich nicht weiter  ins Schweigen treiben zu lassen.

Die meisten Menschen in meinem Umfeld reagieren auf mich oft mit Irritation und tatsächlich dachte ich, ich dürfe nicht irritieren. Immer wieder diese alten Impulse mich anzupassen, den von mir bei anderen wahrgenommen Erwartungen gerecht werden zu wollen und wie alle immer froh sind, wenn alle anderen um sie herum, das bitte auch machen. Ich will überhaupt nicht verleugnen, dass es Jahrzehnte gedauert hat, bis ich an diesem Punkt gekommen bin. Bis ich mir genug Boden unter den Füße und genug Liebe ins Herz erarbeitet habe, denn beides waren keine Voraussetzungen im Anfang meines Lebens.

Dieser Gedanke, ich habe mir das Erarbeitet – ja mit Unterstützung anderer UND ich habe nie das Handtuch geworfen, obwohl es manchmal so schlimm war, dass ich nah dran gewesen – ist auch eine Quelle meiner Aufregung. Denn Menschen, die menschenverachtend sind, müssen das nicht sein. Die werden so  nicht geboren und auch wenn Kindheit und Jugend unfassbar prägend  sind, sind sie kein Schicksal. Ich habe keine Verständnis für menschenverachtendes Verhalten von Erwachsenen, für Menschen, die Kinder schlecht behandeln und daran nichts ändern wollen. Es halten zu viele  – ich auch viel viel zu oft – die Klappe, die in der Position sind, etwas sagen zu können, gegen die kleinen und großen Ungerechtigkeiten im Alltag, den absurden Chef, die rassistische Bemerkung von Freund*innen, die sie gedanken- und gefühllos von sich geben.

Ach, heißt es dann, reg dich doch nicht auf, ich habe es nicht so gemeint.

Ja, wie denn dann? Wolltest du nur den Mund bewegen?

Ich spüre die Zensorin in meinem Kopf aktiv werden, die meinte grad, ich müsste einen super Schluss schreiben. Nö. Erstmal hier Ende.

 

 

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Neoliberal in den Faschismus

Es marschieren wieder Menschen offen und leben eine unmenschliche und egoistische Menschenfeindlichkeit aus, die einen Vergleich hat. Das gab es in Deutschland schon einmal. Alles gab es schon einmal, die wirtschaftliche Verunsicherung, die Abstiegsängste der sogenannten Mittelklasse. Auch die Zurichtung des Menschen auf Funktion und Nützlichkeit. Die kalte Persona entstanden aus der Verdrängung der Folgen es sogenannten 1. Weltkrieges ersteht wieder auf aus den Trümmern des Sozialstaates, der sich schon längst zu einem Kontroll- und Überwachungsstaat mit wirtschaftspolitischer Ausrichtung gewandelt hat und den einzelnen Menschen ein lapidares „Streng dich mehr an“ als Lösung hinwirft.

Ich beobachte, lese, manchmal kommentiere ich auf Twitter aber im Großen und Ganzen fühle ich mich ohnmächtig und sprachlos. Manchmal könnt ich vor Wut aus der Haut fahren und gleichzeitig möchte ich mich auf eine goldene Insel zurückziehen, wo alles gut ist.

Ende März jährt sich meine Bloggerei zum zehnten Mal, schon damals war ich besorgt über den gewollten Umbau der Grundannahmen der Gesellschaft. Die Forcierung des neoliberalen Paradigmas der Vereinzelung, die Zerstörung der Gemeinschaften perfiderweise als Fortschritt tituliert und von den „Massen“ geschluckt. Alles ein Deckmantel für die unbegrenzte Zerstörung des Planeten und der Menschen im Namen von wirtschaftlichem Wachstum. Fassungslos macht mich das. Ja, ja, es gibt Erklärungen, die individuelle Entscheidungen einzelner fassen vermögen aber die Gesamtentwicklung. Es ist ihnen alles so egal, sie sind nur interessiert an Wachstum. Im Gefolge dessen werden seit 50 Jahren Sozialsysteme in Europa demontiert, die doch eigentlich hätten ausgebaut und weiterentwickelt gehört hätten. Ja, ich lebe noch in dem Menschheitstraum eines besseren, gerechteren Lebens für alle Menschen. Ja, auch zu dem Preis, dass wir hier in Europa uns zurücknehmen müssen. Nicht so viel besitzen, nicht so viel konsumieren, weniger besserwissen, mehr Geschichte durcharbeite, mehr Demut gegenüber den Folgen europäischen Handelns in der Geschichte und Gegenwart, aber vielleicht auch mehr gemeinsam machen, mit der Nachbarin oder wem auch immer. Dieser Optimismus in mir, ich habe ihn vor nicht allzulanger Zeit in mir entdeckt. Vielleicht weil ich verstand, dass Adorno nur deshalb weitermacht, weil er glaubte, dass es sich lohnt, dass sich etwas ändern kann. Was würde er wohl sagen, lebte er heute. Ich weiß nicht mehr, ob es sich lohnt, ich sehe nur keinen anderen Weg. Kind der Aufklärung. Welch Zynismus war doch die Aufklärung an deren Peripherie Sklaverei, Brutalität und Mord den Reichtum Europas sicherte.

Politik, Journalist*innen und Verantwortliche (und auch weniger Verantwortliche) in Institutionen und Behörden klammern sich an eine irrationale Angst vor dem Kommunismus et al., der die europäische Geschichte seit 150 Jahren durchzieht. Dagegen sind rechte Positionen und Gewalttaten zu vernachlässigen. Es fällt mir mehr und mehr schwer, nachzuvollziehen, wieso diese Irrationalitäten nicht breiter erkannt werden. Es fällt mir so schwer nachzuvollziehen, dass es funktioniert, wo alles so offen auf der Hand liegt.
Diese Menschen behaupten mit ihren Märschen gegen Menschen einer Glaubensgemeinschaft, dass diese entfernen (was immer das heißen mag) würde ihre Probleme lösen. Glauben diese Menschen ernsthaft, dass das meritokraitsche Heilsversprechen, wenn sie sich anstrengten, würden sie auch nicht absteigen, sich erfüllt, wenn Muslime aus dem Land sind? Auf der Glaubensebene scheint es so zu sein. Aber es ist Feigheit. Ich sehe die Feigheit dieser Menschen, sich gegen die zu wenden, die ihr kommendes Elend zu verantworten haben. Niedriglohn, Abbau von Sozial- und Arbeitsrechten, Zerstörung der Altersicherung, Zerstörung der Umwelt im Namen von wirtschaftlichen Wachstum. Feigheit. Sie könnten seit Jahren auf der Straße stehen und für ihre Rechte kämpfen, statt jetzt gegen Muslime und Muslimifizierte und alles anderen Menschengruppen, die sich von ihnen unterscheiden oder von denen sie denken, sie unterschieden sich. Eine der Symbolfiguren dieser Entwicklung faselt etwas vom Aufstand der Anständigen. Ein Anständiger, der die Lebenshoffnungen so vieler zerstört hat. Da will ich keine Anständige sein. Wahrscheinlich war ich das sowieso nie. Ein*e Anständige*r darf nicht mitfühlen und nach Gerechtigkeit fragen. Mitgefühl und Gerechtigkeitssinn sind nicht erwünscht. Anständige wissen was richtig ist, ich bin mir immer weniger gewiss.

Sie bauen alles um, die Spielräume, die vor 30 Jahren schon nicht so groß waren, schwinden im Angesicht des Rattenrennens, um mehr wirtschaftlichen Wachstum und Sicherstellung der eigenen Position. Es wird kälter im Land. Und wieder und wieder heißt es: „Streng dich EINFACH MEHR an, dann wird es schon“. Wie Tantalos greifen sie nach den Weintrauben, die sie doch nicht erreichen und treten nach denen, von denen sie glauben, das sie ihnen die unerreichbaren Weintrauben wegnehmen könnten. Sie handeln im Glauben, das brächte die Weintrauben näher.

Während auf der einen Seite, die Sicherheit der Menschen preisgegeben wird, weil zu viel Sicherheit die Freiheit zerstören soll und geleugnet wird, dass Sicherheit im Leben der Garant für persönliche Freiheit ist, bauen sie paternalistisch einen angeblichen Schutz vor Bedrohungen aus und zerstören damit die Freiheit und kontrollieren alle und alles. Ein perfides Spiel mit Worten und ihrem Inhalt. Was für eine Verdrehung. Das ist nicht zu verstehen, vielleicht ein bisschen mit dem Verstand aber nicht mit dem Gefühl. Es ist so grundfalsch, dass ich es kaum glauben kann, dass es passiert. Adorno und Becker sprachen vor 45 Jahren im Radio darüber, wie es gelänge, die Menschen zu entbarbarisieren. Sie sprachen vom Autoritätsprinzip, dass jede „unerhellte Autorität“ abgebaut gehört. Wie in einem Albtraum ohne Aufwachen greifen diese Strukturen wieder, diesmal im Gewand eines globalen ökonomischen Prinzips, dass den Begriff der der Selbstverantwortung der Einzelnen pervertiert. Dieses Prinzip wird ebenso auf globale Zusammenhänge übertragen, keine Geschichte mehr, keine Verantwortung für die komplexen Strukturen, die heutige Verhältnisse hervorbrachten. Wie auch der Mensch, ist jeder Staat nur für sich selbst und aus sich heraus verantwortlich, was passiert.

Und mit Häme und Fingerzeig werden die Zurückgelassenen auf dem Pranger der Medien und Politik und auch im Privaten für ihre hoffnungslose Situation veurteilt. Das muss aufhören, diese Lüge über die Chancen der Einzelnen durch persönliche Anstrengung, die jede strukturelle und auch gewollte Benachteiligung verleugnet. Es ist die Rede vom „verrohten Bürgertum“. Diese Rohheit wird jetzt auf die Straße getragen. Rohheit ist frei von Mitgefühl und Gerechtigkeitssinn. Roheit sieht nur sich selbst und die eigene Position. Rohheit nennt sich auch „Zalando-Tag“, wo erwerbslose Menschen unter Androhung des Verlusts ihres sogenannten Existenzminimums in erschöpfende und unterbezahlte Arbeit gezwungen werden. Rohheit ist diese Gemeinde, die am Ortseingangsschild Flüchtlingen erklärt, sie wären willkommen nur nicht hier. Rohheit von Freiheit und „Brüderlichkeit“ zu sprechen und überall an der Peripherie Europas Mauern errichten, damit die, über deren Elden sich so wohlig sprechen lässt, keine Chance haben. Rohheit ist der*die Lehre*in, die meint einen untrüglichen Gerechtigkeitssinn auszuüben, wenn sie die Leistungen nicht weißer Kinder bewertet und nicht davon weiß und wissen will, dass diese sich doppelt, ach was dreifach anstrengen müssen, um genauso gut wahr genommen zu werden. Rohheit ist die Polizei, die Mord nicht sehen will und von Selbstmord faselt. Rohheit ist es, zu sagen, dass Hunger kein Grund ist, seine Heimat zu verlassen. Rohheit, die sich roh gegen die wendet, die sie ausüben und noch mehr Rohheit gebiert. „Streng dich an, dann schaffst du es“ Rohheit überall.

Die Tierfuttermittelindustrie beutet die Notlage von Tierhalter*innen aus

Katzen_am_Morgen

Die obere Katze auf dem Bild ist unsere „Maus“. Sie kam mit 3 Monaten zu uns und war ein nervöses, verängstigtes Kätzchen, vermutlich aus einem wilden Wurf. Ziemlich schnell stellte sich heraus, dass sie an einer chronischen Magenentzündung litt. Fütterung war und ist, seit sie mit uns lebt, ein beständiges Thema. In den letzten Monaten durch eine eher zufällig erfolgte Futterumstellung verschwanden die Magenprobleme vollkommen. Die Geschichte dieser Erkrankung ist ein eigenes Blogpost wert, spielt aber hier keine Rolle aber was wichtig ist, dass diese Geschichte uns gelehrt hat, selbst informiert zu sein, um Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen so gut es geht vorzubeugen.

Im letzten Jahr fing sie an abzunehmen, sie wurde geselliger und spielte mehr. Dann fing sie an zu niesen. Alles zusammen machte mich skeptisch, so schön die Veränderung dieser sonst eher scheuen Katze war, so sehr klingelten bei mir die Alarmglocken, weil Charakterveränderungen auch ein Hinweis auf Probleme sein können. Es war Zeit die Tierärztin zu besuchen, primär ging es uns um das Niesen.

Eine Blutuntersuchung vor einem Jahr hatte ergeben, dass sie mehr Wasser trinken solle (es gab wohl schon zarte Hinweise auf Probleme), seit dem bekommt sie Wasser über das Feuchtfutter. Die Blutuntersuchung kürzlich zeigte erhöhte Werte, die auf eine Nierenfunktionsstörung hinweisen. Allerdings zu diesem Zeitpunkt die Ursache des Niesens noch nicht abgeklärt. Eine Entzündung im Körper kann auch zum Ansteigen dieser Werte führen. Die Blasenbiopsie haben wir letzten Freitag durchführen lassen, die Ergebnisse liegen uns noch nicht vor(1). Die Tierärztin ist ziemlich überzeugt mit ihrer Diagnosevermutung richtig zu liegen, zumal der Urin sehr klar ist, was ja auch ein Hinweis auf Nierenfunktionsprobleme ist.

Faktisch wissen wir noch nichts sicher. Sicher ist, dass etwas nicht in Ordnung ist. Ich bin auch schon auf Diskussionen mit der Tierärztin eingestellt, weil ich sehr gerne möchte, dass diagnostisch alles gemacht wird, was möglich ist, um sicherzustellen, dass es sich um eine chronische Nierenfunktionsstörung handelt und nicht um eine vorübergehende Sache aufgrund einer anderen Erkrankung. Außerdem werden wir uns eine zweite Meinung einholen, glücklicherweise kennen wir noch eine Tierärztin, die sich insbesondere mit Katzen gut auskennt.

Jedenfalls fing ich an zu recherchieren. Glücklicherweise gibt es eine exzellente Quelle im Internet, die wirklich erschöpfend alles zum Thema Katzen mit chronischer Nierenerkrankung behandelt => TANYAS UMFASSENDES HANDBUCH ÜBER CHRONISCHE NIERENINSUFFIZIENZ (CNI) BEI KATZEN. Angeschlossen an diese Seite existiert eine Yahoogruppe zur gegenseitigen Unterstützung. Der bin ich bisher nicht beigetreten, weil yahoo mir eine Telefonnummer abknöpfen will, ohne die ich mich nicht authentifizieren kann. Darüber hinaus lohnt sich das Forum der Webseite => Mietz Mietz.

Da die Phosphatwerte, wie auch die Kreatininwerte der Katze erhöht sind, stellt sich natürlich auch die Frage nach einer angemessenen Nierendiat. Auch wenn die entgültige Diagnose noch aussteht, sprechen diese Werte für sich und wir haben angefangen uns nach entsprechendem Futter umzuschauen (Klar, bei Tierärzt*innen bekommt eins die auch aber erst einmal haben wir das dort noch nicht gekauft).

Es gibt viele Möglichkeiten ein CNI-chen zu ernähren. Einige sind aufwendiger als andere, zu Letzteren gehören die Nierendiätfutter der Tierfutterhersteller. Es sind die klassischen Hersteller oft die Premiumtöchter der Futtersorten, die in Supermärkten erhältlich sind. Aufgrund der Magenerkrankung der Maus habe ich mich damit schon lange befasst. Unserer Katzen kennen diese handelsüblichen Futtersorten, die oftmals so großen Teilen Abfall, minderwertiges Protein und für Katzen unverdauliche Getreidesorten enthalten, nicht (Erste Infos zu dem Thema). Eine Nebenfolge solcher Futter kann im späteren Leben einer Katze natürlich auch Organversagen sein. Um dieses Risiko zu minimieren, haben wir uns schon frühzeitig für hochwertige Futtersorten für unsere Fellnasen entschieden. Natürlich wäre Rohfütterungen am artgerechtesten aber leider behält die Katze rohes Fleisch nicht bei sich, also ist dies keine Option für uns.

Um die Katze überhaupt erst einmal zu entlasten, die fortschreitende Vergiftung ihres Körpers einzudämmen und sie schon mal umzustellen, wollten wir frei verkäufliche Nierendiätfutter ausprobieren. Was mich gestern im Laden schon und heute als ich noch mal darüber nachdachte in den Harnisch bringt, ist die Verkaufspolitik dieser Unternehmen. Wir haben exakt eine Sorte Futter gefunden, die in einer 200gr Dose abgefüllt war. Ansonsten erhält eins ausschließlich Futter in diesen 100 gr. Aluschälchen. Mal abgesehen von der Müllfrage, ist das die teuerste Art in der Futter verkauft wird. Das finde ich absolut unverschämt, wo ist bitte das Problem dieses Futter in 400gr. Dosen abzufüllen? Das Argument, dass das Futter sonst nicht frisch bleibt, lässt sich bei der Allgegenwart von Kühlschränken in Haushalten kaum halten. Es macht vielmehr den Eindruck von Geldschneiderei. Erst wird mit hohem Werbeaufwand Industriemüll zu Tierfutter verarbeitet, um dann das Futter, dass die Katze dann länger am Leben erhält, zu extrem überteuerten Preisen verkauft.

Aber so richtig auf der Palme war ich dann, als ich auf Petsnature folgenden Satz:

So sind zum Beispiel Proteine aus dem Muskelfleisch vom Rind wesentlich höher in der Wertigkeit als fein gemahlene Hufe. (Quelle)

Seit einigen Wochen haben die Herzensbutch und ich immer wieder darüber gerätselt, was nun mit der Phrase „hochwertiges Protein“ gemeint sein könnte. Die Tierärztin hatte diese Phrase in unserer Gegenwart so oft wiederholt, dass wir dachten, das stecke was ganz ganz Außergewöhnliches dahinter. Aber tatsächlich steckt da einfach nur dahinter, dass in diesen Nierendiätfutter eben kein Müll der Fleisch verarbeitenden Industrie (wie Knochen, Krallen oder Hufe usw.) verarbeitet werden darf. Das ist so skandalös, dass die Tierfuttermittelindustrie und die durch sie geschulten Tierärzt*innen(2) das Problem mit dem minderwertigen Futter hinter dieser Phrase „hochwertiges Protein“ verstecken und dann auch noch extraordinär hohe Preise dafür zu verlangen.
Angaben darüber, woher dieses Fleisch stammt, sind natürlich nicht zu finden, von Biofleisch brauchen wir nicht reden. (Wenn ich überlege, welche Inhaltsstoffe mit konventionell produziertem Fleisch einhergehen, frag ich mich, ob das einem CNI-chen zuträglich ist.. ach … ein Fass ohne Boden). Zumal die Reduzierung des Proteins (weil die Niere dieses nicht mehr so gut verarbeiten kann) durch Erhöhung des Fettanteils einhergeht. Das wurde uns sehr deutlich, als wir die Nährwerttabelle der Futtermittel auf oben erwähnter Seite durchgingen. Soweit mir bekannt, ist Fett immer billiger als Muskelfleisch. Woher die Bestandteile der Nierendiätfutter kommen, ist natürlich in keinem Anteil nachvollziehbar. Natürlich könnte eins auf die ebenfalls angebotenen Trockenfutter zurück greifen aber im Zusammenhang mit Organerkrankungen verbieten sich Trockenfutter bei Katzen sowieso, wie man auch sonst immer darauf verzichten sollte.

Im Kern läuft es für mich darauf hinaus, dass die Tierfuttermittelhersteller die Not der Tierhalter*innen ausbeuten, in dem sie solches Futter in der teuersten aller möglichen Varianten verkaufen.

(1) Hier stellte sich außerdem heraus, dass unser Kater unter Asthma leidet aber das ist eine andere Geschichte

(2)Tatsächlich ist wohl so, dass Tierärzt*innen im Studium nicht viel über die Ernährung der verschiedenen Tierarten lernen. Diese Information habe ich von einer sehr guten und ehrlichen Tierärztin. Außerdem lernen sie ihren Beruf in erster Linie an Schweinen und Rindern, Kleintiere lernen sie eigentlich erst richtig in der Praxis. Sie besuchen zwar Seminare zur Ernährung von Katzen, Hunden etc. dummerweise werden diese Seminare i.d.R. von den einschlägigen Tierfuttermittelherstellern angeboten. Den Rest können wir uns denken.

Ich selbst habe eine lange Diskussion mit einer Tierärztin über die Frage, ob Katzen rohes Hühnerfleisch essen sollte, da ja immer das Risiko einer Salmonelleninfektion besteht. Nach einigem hin und her, wandte ich mich an das einschlägige Barf-Forum und erhielt folgende Antwort: Katzen als Wildtiere haben einen extrem kurzen Darm (weswegen sie ja auch kein Getreide verdauen können). Das hat die Natur so eingerichtet, weil Katzen natürlich in freier Wildbahn auch Keime und Bakterien mit ihren Jagdtieren fressen und diese eben schnell (viel schneller als wir Menschen) über dem Darm wieder ausscheiden können. Insofern ist eine Salmonelleninfektion, sollte sie überhaupt auftreten, viel weniger gefährlich für Katzen. Sie haben dann Durchfall und das wäre es schon. Wenn eine fitte katzenerfahrene Tierärztin, wie die, mit der ich diese Diskussion führte, das nicht weiß, brauche ich mich in anderen Ernährungsfragen nicht an Tierärzt*innen zu wenden. Leider reagieren viele Tierärzt*innen auf gut informierte Halter*innen oftmals ziemlich verschnupft. Selbst diese, die mir die Sache mit der Ausbildung erzählt, konnte es kaum ertragen, dass ich ziemlich informiert war und obwohl ich ihr immer die Quellen für meine Informationen anbot, wehrte sie das ab. Ich wünschte mir da mal eine*n der_die einfach zugesteht, wenig Ahnung zu haben und mit uns zusammenarbeitet, statt sich ständig in seiner_ihrer (nicht vorhandenen bei Ernährung) Kompetenz als Ärzte angegriffen zu fühlen.