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Spaß haben

Über den Platz erscholl vielstimmig und etwas leiernd einiges an populären Schlagergut, als die Jungs dann bei Marseillaise und Deutschlandlied angekommen waren, fragte ich mich schon, was die Brauerei da am Heumarkt ihren Gästen am frühen Abend ausschenkt.

Immer wieder zogen kleine Trupps von Jungs oder Mädels über den Heumarkt, denen anzusehen war, dass sie den Spaß noch suchten. Zugegeben, die Idee den Typen auf dessen T-shirt „Bräutigam“ stand, eine lange Kette mit einer Pappmaschékugel tragen zu lassen, war einigermaßen witzig aber so richtig fröhlich sahen er und seine „Kumpel wie Sau“ auch nicht aus.

Da war diese Truppe Typen, einer von ihnen trug ein Plüschpferd. Er steckte nackt bis auf einen roten String mit seinem weißen Fleisch (manche Dinge wollte ich eigentlich nicht so genau wissen) in einem Plüschpferd und an der Hand eine Flasche Bier. Als ich ihn bemerkte, rekelte er sich auf einem der Taxis, die dort auf Gäste warteten. Dann erklärte er sich mit leicht schleppender Aussprache, dem verzeifelt lächelnden Fahrer mit den Worten „Wir haben Spass“.

Immer wieder zogen kleine Trupps von Jungs oder Mädels über den Heumarkt, denen anzusehen war, dass sie den Spaß noch suchten. Einig sahen nahezu verbissen aus oder konnten ihre Langweile kaum verbergen.

Es war auch klar, dass der Spaß, oder was da immer drunter verstanden wird, mit steigendem Alkohllevel und Beginn der Dämmerung schon noch kommen würde.

Während ich das alles so beobachtete und mir dabei sehr leckere Ente mit Curry und Früchten schmecken ließ, fragte ich mich, was wohl mit den Menschen passieren würde, wenn es ab morgen einfach überhaupt keinen Alkohol, nicht mal die kleinste Kirschwasserpraline, mehr gäbe.

Weiberfasnacht

Da ich nun schon bald 5 Jahre in Köln lebe, dachte ich mir, ich könnte mal versuchen am Straßenkarneval teilzunehmen. Eine Bekannte wollte mich auch mitnehmen. Allerdings habe ich vollkommen unerschätzt, dass dazu offenbar auch der maßlose Konsum von Alkohol gehört. Ich trinke selten mal einen Rotwein oder auch mal einen Cocktail und die Zeiten in denen ich freundschaftlichen Umgang mit der Keramik pflegte, sind auch schon eine Weile her. Genaugenommen erfüllt mich ein Ereignis bei dem man im Vorfeld schon klären muss, wie man als Bierverweigerin auf dem Straßenkarneval klarkommt mit blankem Horror. In irgendeiner Sendung im wdr wurde ein Mediziner zum Umgang mit Alkohl während Karneval befragt und die Moderatorin machte ziemlich klar, dass Nicht-Trinken nicht geht.

Was soll das? Wieso ist das Saufen bis zum Nothelferzelt eigentlich so wichtig? Ich kann mich an eine Party anläßlich eines Lesbenfrühlingstreffens erinnern, da ging es ohne Alkohlauschank und Rauchen auch. Es war sogar sehr angenehm, da die hässlichen Szenen gegen Ende solcher Veranstaltungen nicht auftauchten. Verkrachte Päärchen, die in solchen Situationen gerne alkoholgeschwängert ihr privates Glück vor allen Augen ausbreiteten, gab es nicht. Ich habe an diesen Abend nur gute Erinnerungen.

Ich vertrage ja auch nix mehr, wenn ich mal mehr trinke, habe ich danach 3 Tage damit zu tun, das macht echt keinen Spass, inzwischen lass ich es lieber. Gibts ne alkohlfreie Zone irgendwo im Karneval? Oder ist es tatsächlich so, dass Saufen Pflicht ist?

Jetzt weiß ich immer noch nicht, ob ich da heute Mittag losgehen soll oder nicht.