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Fußfessel

Ich schaue gerade auf Arte eine Doku über diese Fußfesseln.

Hier ist nicht nur von Fußfesseln die Rede sondern auch von eingepflanzten Mikrochips die Rede. In den USA überwacht die Fußfessel auch den Alkohlkonsum der Betroffenen. Das bedeutet folgendes, eine junge Frau hat unter Alkoholeinfluss ihren Freund geschlagen. In dem Bericht wird nicht näher geklärt, ob die junge Frau ein Alkoholproblem hat. Sie muss die Fußfessel 60 Tage tragen, während dieser Zeit darf sie keinen Tropfen Alkohol zu sich nehmen. Die Fußfessel misst den Alkoholgehalt im Schweiß. Finde ich ja unglaublich. Der eine Bewährungshelfer wundert sich dann warum so viele Leute immer wieder in dem „Programm“ landen, weil sie rückfällig werden. Natürlich ist das Fußfessel-Programm deutlich billiger als Gefängnis.

Was sehr deutlich, dass die Menschen, die Zuhause ihre Strafe absitzen müssen/wollen, die schon von Foucault in „Überwachen und Strafen“ beschriebene verinnerlichte Kontrolle einen traurigen Höhepunkt erreicht.

Kommentierte Links vom 9.7.09

Die Organisierung des sozialen Krieges:
zur staatspolitischen Dimension der Hartz-IV-Reform1

Habe ich noch nicht gelesen, deswegen dies Zitat aus dem Text:

Worum es den in Politik und Verwaltung Verantwortlichen für die mit den Hartz-Gesetzen auf den Weg gebrachte Reform der Arbeits(markt)- und Sozialpolitik mithin geht, ist ordnungspolitisch die Aufrechterhaltung und Stärkung einer arbeitsethischen Gesinnung, fiskalpolitisch die Entlastung des Haushalts durch Ausgabenreduktion, arbeitspolitisch die Etablierung und Förderung des Niedriglohnsektors und sozialpolitisch die Etablierung eines Workfare-Regimes, bei dem die Gewährung staatlicher Unterstützungsleistungen abhängig gemacht wird von der Gegenleistung der Hilfeempfänger, jedwede Arbeit anzunehmen und individuelles Wohlverhalten zu zeigen. Übersehen wird bei der Problematisierung der genannten Reform aber durchweg deren staatspolitische Dimension. Diese gerät allerdings in den Wahrnehmungshorizont, wenn man mit Foucault, dem »Politik die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln ist«41 (Foucault 2001: 32), anzuerkennen bereit ist, daß »unterhalb der Formel des Gesetzes« (ebd.: 74) das Geschrei des Krieges sich wiederfinden läßt, der unsere Gesellschaft durchzieht und zweiteilt in einen Krieg der Rassen: »hier die einen und dort die anderen, die Ungerechten und Gerechten, die Herren und jene, die ihnen unterworfen sind, die Reichen und die Armen, die Machthaber und jene, die nur ihre Arme haben, […] die Leute des gegenwärtigen Gesetzes und jene der künftigen Heimat« (ebd.:
92).42

(via)

Ein Personalchef packt aus
Den Artikel wollte ich schon ewig verlinken, auch für mich selbst, ist zwar schon älter aber trotzdem hochaktuell. Ich habe im Bekanntenkreis grad son Fall von Firma an die Wand fahren. Weiß jemand inzwischen, um welches Unternehmen es sich damals handelte?