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Kreide fressen

Dieser Köhler, erzählt der nicht im Moment das Gegenteil von dem, was er und seine Kumpane die vergangenen 10 Jahre gepredigt haben?

Wenn ich die Zeit und den Nerv hätte, würde ich das ja mal nachrecherchieren. Hab ich aber nicht, weder das eine noch das andere. Bekomme ich eh nur miese Blutdruckwerte von. Da beschäftige ich mich doch lieber mit was wirklich sinnvollem.

Ich stelle mir das irgendwie so vor. Vorne macht der Köhler den reuigen und auch den strafendne Lehrer und hinten, dann, später beim Bier, wird sich auf die Schenkel geklopft und besprochen, wie man die Verluste weiter sozialisieren kann und wie lange es wohl braucht, bis man wieder ungestraft eine Umsatzrendite von 25% fordern darf.

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Studien

Ehrlich so langsam kann ich es nicht mehr lesen. Die xyz-Organisation hat mal wieder festgestellt, dass ALGII nicht zum Leben reicht, dass in Deutschland die Kluft zwischen Arm und Reich am schnellsten wächst (via) und dass das dreigliedrige Schulsystem Blödsinn ist.

Wofür braucht es da eine Studie, einmal durch eine mittelgroße deutsche Stadt gehen reicht schon. Hier pfeift nix mehr was von den Dächern, nein, das brüllt schon. Außer natürlich auf gewissen Berliner Dächern, da ist ja es schon alles zu spät. Ich brauche diese Studien nicht, weil ich es eh weiß und die Personen, die tatsächlich irgendetwas zu entscheiden haben, interessiert es nicht. Vermutlich gibt es diese Studien auch nur, weil es sonst noch mehr arbeitslose Geistes- und Sozialwissenschaftler gäbe.

Dieses wachsen der Kluft zwischen Arm und Reich ist doch politisch gewollt, auch wenn sich mir der Hintergrund dazu nicht erschließt. Das Bildungswesen soll bestimmten Bevölkerungsgruppen klarmachen, dass sie hier nichts zu melden haben und ALGII ist deswegen so niedrig, damit Arbeitnehmerrechte weiter abgebaut werden können. Im Allgemeinen neige ich ja nicht zu Verschwörungstheorien aber manchmal denke ich schon, dass in der Zaubererwelt grad wieder mal eine Art Voldemort unterwegs ist. Denn mit gesundem Menschenverstand, Mitgefühl, Solidarität und Gemeinschaft hat das alles schon lange nichts mehr zu tun.

Ich hatte kürzlich mal wieder so eine unsägliche Diskussion in einem Forum, in dem sich doch die Masse der Diskutanten darüber aufregten, dass Kinder aus Bedarfsgemeinschaften einen Zuschuss für notwendige Anschaffungen für die Schule bekommen sollen. Sie würden ja auch nicht viel mehr verdienen als einer bekommt, der Hartz IV erhält, diese Schmarotzer, war so der allgemeine Tenor. Statt sich dafür ein zu setzen, dass sie endlich anständig bezahlt werden, regen sie sich lieber über Leistungsempfänger auf. Klar, ist ja auch einfacher im eigenen selbstgerechten Sumpf zu brüten als sich zu organisieren und für die eigenen Rechte einzutreten. Da ich mit solchen Leuten in meinem sonstigen Leben eher weniger zu tun habe, hat es mich doch erschreckt, mit welcher Vehemenz da auf LeistungsempfängerInnen eingedroschen wurde. Die Anzahl der Leute, die dem gesamten Thema und auch den Medien eher kritisch gegenüber standen, war verschwindend gering.

Wer immer an diesen Schrauben dreht, wird erst damit aufhören, wenn, entweder endlich auch die letzte Person die neoliberalen Glaubensätze gefressen hat oder endlich die Leute angefangen sich gegen die Verblödung und Manipulation um sie herum, zur Wehr zu setzen. Und ich bin da alles andere als optimistisch, was letzteres angeht.