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Schon viel erlebt

Ja, das stimmt, wer hier regelmäßig mitliest, weiß, dass ich schon so einiges gesehen habe, wenn es um das Gesetzesmachwerk ALGII geht, aber das hier schlägt dem Fass dem Boden aus.

Kleine Asozialitäten aus der BundesAgentur: Krankheitsbedingter Mehrbedarf wird nur noch nach Body-Mass-Index gewährt.

Das ALG-II und die Grundsicherung (Alter/Erwerbsminderung) bietet, bei entsprechender Indikation (Krebs, Aids, Multiple Sklerose und ähnlicher Horror), die Möglichkeit einen sogenannten Mehrbedarf für Ernährung aufgrund einer verzehrenden Krankheit geltend zu machen. Als Voraussetzung für diese überaus generöse Sozialleistung (25,56 Euro monatlich) genügte bisher eine einfache ärztliche Bescheinigung. Das ist nun anders. Und wir (die Bundesbürger-Innen) haben einen Grund zum Fremdschämen mehr(…)

Das sei nämlich alles viel zu einfach, dachte sich ein (von uns!) gutbesoldetes Beamtenkind: «Die fressen sich nen’ Ranzen vorm Plasma-TV an, während ich mir in der Bundesagentur eine Aktenstaublunge ventiliere. (Gedanke entsprechend Sarrazin & Co.)» Also hat das arme Ding (Abbildung ebenfalls entsprechend) die Anlage MEB um folgenden klugen Passus ergänzt:

… Fällt der BMI unter 18,5 und/oder ist ein schneller, krankheitsbedingter Gewichtsverlust von über 5 Prozent im Vergleich zu den vorausgegangen drei Monaten zu verzeichnen, kann von einem erhöhten Ernährungsbedarf ausgegangen werden (nicht bei willkürlicher Abnahme bei Übergewicht).Dies muss ebenso, wie das Vorliegen einer solchen Krankheit, durch einen Arzt bestätigt werden.

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Ausgeglüht

Ich habe ja kürzlich über die Ergebnisse des Energiesparlampentests der Ökotest geschrieben.

Man muss sich schon fragen, was so in den Hirnen von Politikern vorgeht. Die Jungs und Mädels wollte bis 2012 die Glühbirne abschaffen und halten das für die Errungenschaft im Bereich Ernergiesparen schlechthin. Da muss man sich doch fragen, welche Lobbiest da die Finger drin haben.

Wie kommt das eigentlich, dass da ein Produkt politisch erzwungen werden soll, dass nicht nur ein industrielles Auslaufmodell ist, mieses Licht abgibt und eine desaströse Ökobilanz hat, da es Sondermüll ist? Laut Ökotest macht Licht 1,5 Prozent der Haushaltsernergie aus. Wie die Ökotest feststellte, verbraucht eine von den getesteten Lampen sogar mehr Strom als Glühbirnen. Das ist doch nicht zu glauben, dass sie da Zwang ausüben wollen. Der Kampf über die Deutungshoheit zum Thema tobt jetzt seit Oktober und irgendwie geht es mir so, dass ich die Ökotest für vertrauenswürdiger halte als eine Interessenverband der entsprechenden Industrie.

Ja, ich habe sogar ein 100 Wattglühbirne mit sehr hohen Blauanteil im Haus. Die brauche ich auch, da ich vor allem im Winter für einige Dinge sehr klares Licht brauche. Wenn diese ab September nächsten Jahres nicht mehr verkauft werden soll, mache ich Hamstereinkäufe. Ansonsten habe ich schon geplant auf die viel gelobte Energy Saver umzusteigen, sobald ich da Bedarf habe. Oder ich verwende Kerzen.

Neben den eindeutigen Ergebnissen der Ökotest, geht es mir persönlich so, dass ich im Licht von Energiesparlampen ständig das Gefühl habe, nicht scharf genug zu sehen, die Farben sind falsch und nach einer Weile sind meine Augen durch das Flimmern überanstrengt. Warum sollte ich mit soetwas meinen privaten Bereich bestücken?

Wenn das Argument der EU, zum Argument des Quecksilbers in Energiesparlampen, allen Ernstes ist, dass dann weniger Quecksilber aus den Schornsteinen der Kohlkraftwerke geblasen werde, kriege ich einen echten Hals. Schafft die Dreckschleudern ab. Wie ist das doch gleich, die Dreckschleuder da hinten in der Vordereifel, wo die Kohle im Tagebau aus der Erde geholt wird, hat einen Effizienz von 25%. Vielleicht sollte man da mal was unternehmen, dann können wir auch weiterhin Glühbirnen benutzen.

Nachtrag: Ein wirklich schöner Artikel zum Thema (via)

Clement drangsaliert

Lesen!