Persönlich

Vor einiger Zeit kam das Buch „Die geprügelte Generation“ heraus.Es handelt von dem Ausmaß und den Folgen für mindestens eine Generation, deren Erziehung durch Schläge und Prügel geprägt war. Da ich als Kind selbst geprügelt worden bin, konnte ich es bisher nicht lesen, ich habe es angefangen und nach 20 Seiten weggelegt, seit dem liegt es wie Blei in meinem Bücherregal.

Eine Freundin von mir hat es komplett gelesen und die Erkenntnis, dass die Prügel fast fast alle betroffen haben aber keine*r darüber geredet hat. Eine erschreckende, grausame und verschwiegene Realität. Diese Art Tabus erhalten diese Strukturen.

Seit dem beschäftigen mich diese Tabus. Nein, eigentlich beschäftigen mich die Tabus in meinem Leben schon seit Jahren, weil neben den Schlägen und Prügeln, die ich bezogen habe, spielten noch weitere Strukturen in meiner Kindheit eine zentrale Rolle und es ist mir klar geworden, dass es wichtig ist, dass auch darüber öffentlich gesprochen werden muss, weil auch diese Strukturen nicht meine Familie und mich exklusiv betreffen.

Es fällt mir schwer darüber zu schreiben. Denn obwohl ich als Kind keinen Einfluss darauf hatte, was mir widerfahren ist, empfinde ich sehr viel Scham. Diese Scham ist eine direkte Folge der Strukturen in denen ich großwerden musste. Diese Scham schützt die Täter*innen und auch die Gesellschaft, die diese Strukturen fördert.

Ich bin mit einer Mutter groß geworden, die, wie ich heute weiß und diese Erkenntnis ist noch nicht sehr alt, vermutlich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung* hat. Mein Vater passte in diese Struktur, da er aufgrund seiner Lebensgesichte ein weicher und gefühlvoller Mann geworden war, der überhaupt keinerlei Durchsetzungsvermögen hatte und sich solange er mit meiner Mutter verheiratet war, an sie anpasste.

Das bedeutet für mich, dass es in meiner Kindheit und Jungend niemals um mich ging. Alle meine Leistungen und Erfolge waren lediglich Folge des Tochterseins einer grandiosen Mutter, ich war ihr Erfolg. Wenn ich mich klein und ängstlich fühlte, wurde ich komplett allein gelassen. Schlimmer noch, Äußerungen von Angst und Unsicherheit wurden mit expliziter Häme und Abwertung bedacht. „Fehler“ machen, war für mich nicht denkbar, selbst wenn ich sie machte. Um es noch mal deutlich zumachen: Alles was ich als Kind oder Jugendliche „leistete“ (und sei es nur das Laufen lernen) war die Folge der Erziehung meiner Mutter und hatte nur mit ihr nicht mit mir zu tun. Alles was mir nicht gelang, damit wurde ich komplett allein gelassen und dafür auch noch massiv abgewertet, herunter gemacht und beschämt.

Wie gravierend die Störung meiner Mutter ist, wird vielleicht deutlich, wenn ich noch erwähne, dass meine Mutter, als ich mit 17 Jahren dann schwere Depressionen bekam, sich komplett von mir abgewandt. Es hat sie nicht interessiert und es gab überhaupt keinerlei Möglichkeit mit ihr darüber in Kontakt zu treten. Ihre Kernaussage damals war, dass ich selbst schuld an meinen Depressionen und meiner Verzweiflung sei, weil ich „immer darin rühre“. Als sie auf den Esoteriktripp kam, erklärte sie mir allen Ernstes, dass ich mir sozusagen meine Familie selbst ausgesucht hätte und somit selbst für alles verantwortlich bin. Der Kontaktabbruch ging dann auch von ihr aus, als ich so 22 Jahre alt war. Inzwischen haben wir über 20 Jahre keinen Kontakt miteinander. Als meine Schwester jung an Krebs starb, erhielt ich nur durch Zufall davon Nachricht und als ich zur Urnenbeisetzung kam, erklärte sie einer Bekannten, dass ich da nichts zu suchen hätte. Erst als ich letzes Jahr las, dass in der psychiatrischen Praxis Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung als unbehandelbar gelten, wurde mir klar, dass ich keine Chance hatte. Bis zu diesem Punkt hatte ich diese Idee, dass es vielleicht doch irgendwie ein bisschen möglich wäre, Kontakt zu dieser Person aufnehmen zu können. Natürlich wusste ich die Wahrheit schon lange, aber das Wahrhaben wollen, stand bisher auf einem ganz anderen Blatt. Meine Mutter ist eine gut in ihrem sozialen und beruflichen Umfeld eingebundene Person. Viele Menschen schätzen sie sehr und wenden sich, wenn sie Rat und Hilfe brauchen an sie. Ich schreibe das dazu, damit nicht der Eindruck entsteht, dass meine Mutter irgendwie seltsam rüberkommt. Na ja, für mich heute schon aber für die Masse der Menschen ist sie „normal“.

Soweit ich das bisher rekonstruieren konnte, habe ich sehr schnell und sehr früh gelernt mich gegen diese Behandlung zu schützen. So einem sehr hohen Preis. Einem Preis, den ich bis heute zahle. Immer wenn ich mit Gefühlen der Unsicherheit in Kontakt komme, fahren sofort alle Abwehrstrukturen in mir hoch. Das Problem dabei ist nur, dass diese Abwehr im höchsten Maße destruktiv und zerstörerisch ist. Meine Abwehr oder Schutzstrukturen bestehen im Großen und Ganzen aus der Abwehr und inneren Verleugnung von Unsicherheit und Angst. Das heißt, ich verleugne heute diese Gefühle in mir, in der gleichen Weise, wie ich es als Kind gelernt habe, dass es für diese Gefühle keinen Raum gibt. Allerdings nicht in einer liebevollen und unterstützenden Art, sondern in einer grausamen und unerbittlichen Flut von gedanklichen Einschüchterungen. Eine Flut von inneren Vorwürfen, „es“ wieder mal nicht geschafft zu haben, versagt zu haben, lebensunfähig zu sein. Darauf habe ich meist mit einer Depression reagiert, die dann alles zudeckte und mich in einen Zustand diffusen Unglücks versetzte aber die heftigen und schwerwiegenden Grausamkeiten abstellten.

Ich bin damit erst seit einigen Monaten bewusst im Kontakt und es gibt seit dem viele Tage an denen ich entsetzt bin über Grausamkeit bin, die ich wohl erlebt haben musste, da meine Schutzstrukturen genau diese Grausamkeit spiegeln. Die heftigen Attacken durch mein Über-Ich lösten immer Scham in mir aus, weil ich den Anforderungen nicht genügte, was in der Folge auch dazu führt, dass ich kaum in der Lage gewesen bin darüber zu sprechen. Da ich mich an weite Teile meiner Kindheit nicht erinnern kann, muss ich vieles rekonstruieren. Ein Weg ist, mein heutiges Verhalten mir selbst gegenüber, als die Verinnerlichung des Verhaltens meiner Mutter mit gegenüber zu lesen. Mit anderen Worten, die Schamgefühle heute, spiegeln die tiefe Beschämung wider, der ich als Kind ausgesetzt war. Scham ist ein sehr schwieriges Gefühl, sie verschließt die Lippen. Heute denke ich, dass dieses Vergessen weiter Teile meiner Kindheit eine der wenigen Schutzstrukturen ist, für die ich dankbar bin. Denn es zeigt, dass in diesen Phasen meiner Kindheit Dinge passiert sind, über die meine Phsyche einen gnädigen Schleier gelegt hat.

Bis vor kurzen war für mich die Dynamik bei der Abwehr „unerwünschter“ Gefühle überhaupt nicht wirklich spürbar. Es passierte schneller und automatischer als ich es selbst mitbekommen konnte. Das Ergebnis war aber immer dasselbe. Früher hatte ich schwere Depressionen und heutzutage, wo ich weit mehr in der Lage bin mich anzunehmen, hatte ich depressive Verstimmungen. Diese Depressionen sind und waren eine Art Erstarrung, die es mir ermöglichte diese Gefühle von Angst, Unsicherheit und die Scham über mein vermeintliches Versagen abzuwehren und den erheblichen und grausamen Forderungen meines Über-Ichs zu entkommen. Eine Art Totstellreflex, der es mir ermöglichte durch meine Kindheit und Jugend zu kommen. Nur ist es problematisch in solchen Strukturen gefangen zu sein und eine solche Struktur beeinträchtig den Alltag erheblich. Angst und Unsicherheit sind Gefühle, die zum Leben dazu gehören und unter guten Umständen, können Kinder lernen in angemessener Weise mit ihnen umzugehen. Ich habe das nie gelernt, ich bin grade dabei es zu lernen und das ist alles andere als ein Spaziergang. Die Erkenntnis, dass ich als Kind niemals an die Hand genommen wurde und dabei unterstützt wurde mit Angst und Unsicherheit angemessen umzugehen, sondern nur gelernt habe, diese Gefühle abzuwehren und als etwas kennenzuleren, dass ich niemals spüren darf, ist sehr schmerzhaft und manchmal kaum auszuhalten.

Das diese Strukturen es mir schwer machen, ein Leben zu führen, wie ich es mir wünsche. Oft reichen Kleinigkeiten reichen, um mich emotional aus der Bahn zu werfen. Manchmal habe ich das Gefühl in Angst und Unsicherheit zu ertrinken und bin kaum in der Lage auf die Anforderungen im Alltag zu reagieren. Dann wieder stehe ich unter dem Einfluß eines grausem und gnadenlosen Über-Ichs, mit dem ich mich selbst für komplett unfähig erkläre. Inzwischen ist dieses System am kollabieren. Da ich aber wenig Handlungsoptionen außerhalb dieses Systems habe, sind die vergangenen Wochen und Monate sehr anstrengend und manchmal wünschte ich mir, ich könnte einfach aussteigen (nein keine Selbstmordgedanken, sondern die Phantasie von einem anderen Leben, irgendwo anders aber ich weiß ja, dass ich mich immer mitnehme). Nach außen wirke ich auf viele Menschen sehr selbstbewußt und selbstsicher, das sind Strategien, die ich mir zugelegt habe, weil ich ja nicht ängstlich und unsicher sein durfte. Ich bin auch ganz gut darin nach außen hin zu funktionieren. Aber wer genau hinsieht und ein bisschen Ahnung hat, sieht auch, wie defensiv ich mich oft verhalte, weil ich mit Kritik oder das was ich dafür halte (diese Über-Ich-Struktur führt leider auch dazu, dass ich Äußerungen mir gegenüber als „vernichtend“ lese, obwohl sie überhaupt nicht so gemeint sind) einen schwierigen Umgang habe/hatte. Wie schon angedeutet, dieses System ist nicht mehr so hermetisch geschlossen, sonst wäre ich kaum in der Lage darüber zu schreiben.

Warum das alles aber im Alltag nicht so auffällt, liegt auch an Strukturen, die außerhalb von mir und meiner Familie liegt. Ich bin überhaupt nicht allein mit meinen Erfahrungen. Da ich ja inzwischen Expertin in eigener Sache bin, erkenne ich leicht Menschen, die ähnliches erlebt haben und die ähnliche Strukturen aufweisen. Es ist ein verdammtes gesellschaftliches Problem. In unsere Gesellschaft werden die Menschen am meisten „geschätzt“ und „belohnt“, die funktionieren. Die in der Lage dazu sind, sich von ihren Gefühlen und Impulsen weit genug abzutrennen, dass sie den Anforderungen dieser Gesellschaft genügen könnne. Besonders in den vergangenen 15 – 20 Jahren hat sich, meiner Wahrnehmung nach, diese Entwicklung verschärft. Unsicherheit, Angst, Bedürfnisse nach sozialen Bindungen/Kontakt, Scheitern das alles ist heute was für „ Versager*innen“. Ich habe so viele Menschen kennen gelernt, die genau mit diesem Thema kämpfen, irgendwie dieser Anforderung nach „Funktionieren“ entsprechen zu wollen und die sich beschissen fühlen, weil sie es nicht schaffen. Der Spruch „Wer wirklich was erreichen will, kann es auch schaffen“ ist in seiner gesamten Tragweite grausam. Weil dieser Spruch die Probleme, die eine oder einer im Leben hat, allein und ausschließlich auf die einzelen Person zurück verweiset und größere Strukturen komplett leugnet. Und es erschreckt mich auch immer wieder, wie viele Menschen dies verinnerlicht haben und dann kaum noch wissen, wie sie in ihrem Leben klar kommen können.

Wie weit das in unserer Gesellschaft inzwischen geht, zeigte mir kürzlich ein Bericht über einen Beitrag in der 3sat Kulturzeit, in der offenbar unwidersprochen ein britischer Psychologieprofessor seine These, dass wir von „funktionierenden“ Pyschopathen lernen können, in unserer Gesellschaft besser klar zu kommen, verbreiten kann:

(…) in dem er ausführlich auf die „Vorbildfunktion der Psychopathen“ einging. Diese seien durchsetzungsfähig, könnten sich auf das Wesentliche konzentrierten und handelten sehr überlegt. Von diesen Charaktereigenschaften könnten wir alle im Alltag profitieren. Für Psychopathen sei wegen ihrer weitgehenden Angstfreiheit „alles möglich“ und sie besäßen eine „unbekümmerte Rücksichtslosigkeit“. Eine „bisschen Psychopathie“ käme uns allen zu Gute, Psychopathie wirke als „Karriere-Turbo“.

Quelle

Das so etwas unwidersprochen gesendet wird, zeigt mir überdeutlich, wohin die Reise in unserer Gesellschaft derzeit geht. Und weil das nicht weiter gehen darf, weil es bitter notwendig ist, dass andere Werte als „Karriere“ und „Funktionieren“ zu zentralen Werten werden. Ich denke dabei an Mitgefühl und Einfühlungsvermögen. Weil das alles so ist, habe ich mich entschieden, über diesen Teil meines Lebens zu schreiben. Ich weiß, dass ich mit meiner Geschichte nicht allein bin und ich habe verstanden, dass sich überhaupt nichts ändert, wenn alle darüber schweigen.

*es ist eine Laiinendiagnose und ich nehme sie vor, weil sie so vieles erklärt, was mir bis zu diesem Punkt unerklärlich gewesen ist.

Nachtrag: Wer sich den Beitrag zu den Psychopathen selbst ansehen will, findet den hier: https: //www.youtube.com/watch?v=H5OmpM4GEa8

14 Antworten zu “Persönlich

  1. Wow! Das finde ich sehr mutig und richtig, richtig prima, einen so persönlichen Text ins Netz zu stellen! Das kann auch für Andere eine wirklich großartige Katalysatorrolle übernehmen; und hoffentlich tut es Dir auch gut!

    Manches kenne ich; vor allem Folgendes:

    „Alle meine Leistungen und Erfolge waren lediglich Folge des Tochterseins einer grandiosen Mutter, ich war ihr Erfolg. Wenn ich mich klein und ängstlich fühlte, wurde ich komplett allein gelassen.“

    Meine Mutter war ja ironischerweise Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin, insofern tauchte das bei uns in reflexiver Form auf: Ihre schwere narzißtische Störung war ständig Thema, was so eine Art Immunisierungsstrategie gegen mögliche Selbstvorwürfe war, die sie hätten quälen können. Folgen daraus waren nicht mehr thematisierbar. Und ich war halt der, „bei dem nichts falsch gemacht wurde“, deshalb wurde jede Traurigkeit mit teils unterschwelliger Aggression bekämpft und für grundsätzlich unbegründet erklärt.

    Was Du über den Beziehungsabbruch durch Deine Mutter schreibst finde ich derart unsäglich traurig und grausam, das ging mir eben durch und durch. Ich habe von meiner Seite auch jeden Kontakt abgebrochen, allerdings mit fast Mitte 40, weil die Frau mich verrückt macht, und eben von mir aus.

    Aber so früh und in so einem Zusammenhang wie in Deinem Zusammenhang, meine Güte, das ist echt drastisch. Vollste Emphatie, solche Wunden schließen sich ja nicht wirklich.

    Finde auch die gesellschaftliche Ebene ungemein wichtig, die Du aufmachst. Hier um mich rum grassieren gerade Burnouts geradezu epidemisch, die ja oft eine Reaktion auf diesen Funktionsdruck bei gleichzeitiger Totalvermachtung sind. Das führt oft zu einem analogen und doch völlig anders gelagertem Problem, wie Du es über die Beziehung zu Deiner Mutter schreibst: Alle zerbrechen sich nur noch den Kopf anderer Leute und verlernen völlig, so was wie ein Selbstgefühl zu entwickeln. Alle sind ständig dabei, die Probleme anderer Leute zu lösen – die der Chefs und Kunden. Weil alle immer antizipieren müssen, was diese denken und wollen könnten. Das kann sehr krasse Ausmaße annehmen, man liegt nachts wach und grübelt, was die wollen könnten, was deren nächster Schachzug ist, wie man den antizipieren könnte, wie man potenzielle Angriffe voraus ahnt und dann was tut, sie zu vermeiden – und irgendwann klappen dann alle, immer ängstlicher werdend, zusammen.

    Danke Dir für Deinen so intensiven und tatsächlich ergreifenden Text!

  2. Danke für den Text. Ich hatte zwar keine schwierige Kindheit und bin auch nicht verprügelt worden, aber es ist viel andere Scheiße passiert in meinem Leben. Ich leide an einer generalisierten Angststörung und habe die Erfahrung gemacht, daß man in dieser Gesellschaft zusätzlich auch noch für das Nicht-Funktionieren erheblich bestraft wird; von dem her weiß ich genau, was Du sagen willst. Und ich gebe Dir recht.
    Whatev.
    Und der „Psychopathen-Beitrag“ zeigt mal wieder: „It is no measure of health to be well adjusted to a profoundly sick society.“

  3. ich danke dir für deinen mut. das, was du schreibst, berührt mich sehr und ganz naiv herausgesprochen: es macht mich unendlich traurig, dass man, je mehr man für seine innere wahrheit kämpft, sich umso einsamer fühlen muss. dein text gibt mir das gefühl, nicht ganz so alleine zu sein. danke, das ist heilsam.

  4. Ein Bewusstsein über diese negativen Introjektionen ist ein erster wichtiger Schritt. Der Mut dies nach Außen zu bringen und zu thematieren der zweite und irgendwann kommen die Handlungoptionen, die höhere Bewertung und vermehrte Annahme positiver Wege.
    Es kommt langsam, aber es kommt.
    Ab dem Moment in dem klar ist, worum es geht, geht es nicht mehr zurück. Es verändert sich schon durch das Bewusstsein selbst.

    Viele Grüße und nochmal ein dreifaches hiphip Harraa! für deinen Mut :D

  5. Gutes Thema, guter Text! Leider…finde ich mich selbst viel zu sehr darin wieder.

    Alles Gute wünsche ich Dir!

  6. Hallo :)
    erstmal danke fürs Kommentieren. Ich habe mich über jeden Kommentar sehr gefreut, ich hatte schon Sorge, dass niemand kommentiert. Wäre irgendwie komisch gewesen für mich.

    @momorulez, ja irgendwie ist kaum noch jemand bei sich, sondern immer bei anderen. Das macht den Kontakt manchmal echt kompliziert. Ich bin ja genauso, vor lauter Stress was falsches sagen zu können, sag ich oft nix. Wie ich immer deutlicher wahrnehme, ist das keine gute Strategie.

    @anonym (…) ich will noch mal deutlich sagen, das Thema, was mir zugestoßen ist, weil meine Mutter eine narzisstische Störung hat, viel mehr im Zentrum meiner Auseinandersetzung – derzeit. Ich persönlich empfinde die Dynamik, die ich erleben musste als deshalb so schwerwiegend, weil sie schwer greifbar und in dem gesellschaftlichen Kontext in den ich das eingebettet habe auch schwierig anzusprechen, weil das in einem gewissen Sinne „normal“ ist.

    @anika, ich danke dir, das wollte ich erreichen, dass wir alle nicht mehr so allein sind und diese schwierigen Themen nicht mehr unter der Decke gehalten werden.

    @C.Rosenblatt, ja, die Täter*innen-Introjekte, den Begriff habe ich bei dir auch erst richtig verstanden. Ich sag nur „BÄMMS“, da bin ich immer sehr bei dir, wenn es da drum geht. Und danke fürs Mutmachen, einfach weil es dich gibt :)

    @Aada, ich wünsche dir auch alles Gute und tu dir gutes (wenn du dich in meinem Text gut wiederfindest, weiß ich, dass dir das – genau wie mir – nicht so leicht fällt.

  7. breadwoman

    Vielen Dank für diesen Text! Er hat mich ziemlich aufgerüttelt und ich erkenne (leider) viele Strukturen aus meiner eigenen Kindheit und meinem heutigen Leben wieder. Ich habe das nie als strukturelles Problem gesehen und die Tatsache -so bedauernswert sie ist- dass wir keine „komischen Einzelfälle“ sind, gibt mir wirklich Kraft.
    Vielen, vielen Dank!

  8. Moin

    Eine kleine Frage drängt sich mir auf: wie siehst du deine Zukunft? :)

  9. Ehrlich gestanden, verstehe ich die Frage nicht so recht. Kannst du das mal ausführen, was du wissen willst?

  10. Ok, anders ausgedrückt: du schreibst zb. du bist oft defensiv. Arbeitest du daran das zu ändern?

    Bitte nicht falsch verstehen, ich will dich nicht schlecht machen im Gegenteil. :)

  11. hm, was mich angeht, klar arbeite ich daran, ich glaube ohne das wäre ich kaum in der Lage darüber zu schreiben? Außedem arbeite ich weniger daran mich zu ändern als mich besser zu verstehen, die Motive hinter meinem Verhalten und so langsam das Verständnis und Mitgefühl für mich selbst zu entwickeln, dass mir in meiner Kindheit/Jugend vorenthalten wurde und ich das somit auch nicht gut entwicklen konnte.

    Mir geht es halt auch um mehr als mich, weil ich erlebe, wievielen Menschen es so geht und wie wenig darüber gesprochen wird. Guck doch nur mal in einen durchschnittlichen Betrieb viele verhalten sich defensiv. schau dir doch mal an, wie oft sich Menschen für irgendwas rechtfertigen, vor allem für Fehler (aller Art).

  12. Das stimmt, und ich glaube du bist auf einem sehr guten Weg!

    Habe paar Jahre als Zeitarbeiter gearbeitet und was man da erlebt, ist teilweise schon krass. Für viele gilt: „Friss oder Stirb“, das kann’s aber nicht sein. Wo bleibt der Mensch.

  13. *g* ich denke auch, dass ich auf einem guten Weg bin.

    Wo bleibt der Mensch, tja, ein Weg ist Schweigen und Tabus zu brechen. In meiner Arbeit mache ich immer wieder die Erfahrung, dass es die Menschen entlastet, wenn ich offen über meine Sachen rede, sie sich verstanden fühlen, manchmal für Sachen für die sie selbst noch keine Worte hatten. Ich über mich inzwischen mit all dem offener zu sein. Wer mich deswegen für eine Spinnerin hält, ist mir auch egal.

  14. vielen dank für diese spannenden, geteilten gedanken!

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