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Sind wir soweit, dass so was wieder unwidersprochen abgedruckt werden kann?

Ist mir schlecht.

Das Ganze ist so widerlich, dass ich es nicht mal verlinken mag. Wofür werden diese geifernden Hassprediger denn so vorgeschickt?
Was plant die Regierung so? Vielleicht Frauen alle zurück an Heim und Herd (würde auch das Erwerbslosenproblem sogleich erledigen) und Zwangssterilität für die, die der Unterschicht zugehörig identifiziert werden?

Ist mir schlecht.

Wer noch nicht weiß, worum es geht, kann es hier oder hier nachlesen.

Wir sind soweit, zuerst kamen die Ungeziefervergleiche und jetzt kann man das so schreiben. Die Hemmschwellen fallen, beim Aussprechen und beim Abdrucken. Das ist eine politisch gewollte Entwicklung und zwar gewollt von egal welcher der sogenannten etablierten Parteien, die in den vergangen Jahren hemmungslos dafür sorgten, dass die Schere zwischen Arm und Reich sich weiter öffnete. Die wollten/wollen, dass jeder denkt, dass Erwerbslose selbst schuld sind daran, dass es keine bezahlte Arbeit mehr für sie gibt. Ja, ja, es werde nur ausgesprochen, was angeblich viele denken. Keine Ahnung, ob das so ist. Ich kenne diese vielen alle nicht persönlich aber unsere Politikerdarsteller denken so und deswegen wirds auch abgedruckt. Und es gibt inzwischen genug Chefredaktionen, die nicht einmal mehr zucken, wenn sowas auf ihrem Tisch landet.

Ach so, das Wort „Erkinderung“ schlag ich schon mal als Unwort des Jahres vor. Ich habs ja zuerst für nen Druckfehler gehalten. Unglaublich.

Nachtrag 5.11: In der Diskussion drüben bei momorulez zum Thema steht, wozu mir bisher die Worte fehlten:

Nörgler: Auch die Wannsee-Konferenz stand nicht am Anfang. Am Anfang stand: Die Juden müssen weg.
Wenn ich erst einmal eine soziale Gruppe als wegzuschaffende identifiziert habe, ist der entscheidende qualitative Schritt gemacht. Die Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels sind nur noch solche einer graduellen Abstufung. Das Stadium des herkömmlichen Sozialdarwinismus haben wir hinter uns, denn der plädierte dafür, sich – passiv – um die Minderleister nicht zu kümmern, da deren Elend, weil sie Minderleister sind, gerecht ist.

Nun aber kümmert man sich sehr wohl. Vorschläge, wie der Gefahr aktiv zu begegnen sei, liegen auf dem Tisch.
Momorulez hat richtig gesehen, dass im Wege eines klassischen Umkehrdiskurses nicht mehr die die Ruhigstellung der Unterschichtler die Ursache des Sozialstaats ist, damit der Bürger kein Feuer unterm Dach hat, sondern nun wird der Sozialstaat als Ursache der Existenz der Unterschicht benannt. Also: Sozialstaat weg, keine Unterschicht mehr. Aber wenn die dann trotzdem noch da sind und als Obdachlose, Bettler, Innenstadtentglaser und Autoabfackler präsenter sind denn je – was dann? Den gegen Widerstände mühselig abgeschafften Sozialstaat wieder einführen wäre die eine Option. Die andere wäre …

Sie sehen aus, wie jeder andere…

…sind aber brandgefährlich:

Denkfabriktäter

Über den Autoritären Charakter

Puh, ich bin mal wieder beeindruckt, was Sebastian da wieder geleistet hat (klick hier). Dieser Artikel enthält wirklich einen guten Ansatz dazu, ein Stück die Welt besser zu verstehen. Lesen, alle, die hier vorbeikommen, nehmt euch ein bisschen Zeit und lest!

Dann stellt sich nun die Frage, was für Ursprünge ein solcher Charakter hat. Natürlich ist es Angst, wie Sebastian auch schon schreibt, aber warum weisen Menschen mit einer solchen Charakterstruktur einen solch kindlich-unentwickelten Umgang mit Angst auf?

Mir fallen spontan die beiden Clips von Alice Miller, die monoma von „als ob leben“ hier und hier verlinkt hat. So als spontane erste Assoziation.

Ich würde es wirklich begrüßen, dass wir solche Beiträge in Blogs besser zusammen bringen könnten, vielleicht bilden wir damit ja einen solchen „Rat“, wie sie hier gefordert werden.