Arschlöcher im Naturschutzgebiet

Es ist ja so, dass ich wirklich nicht zu den Menschen zähle, für die eine Kehrwoche eine attraktive Freizeitgestaltung darstellt. Auch habe ich noch nie den Anspruch verfolgt, dass eins von meinem Küchenfussboden essen können sollte. Je nach persönlicher Verfassung kann ich meinem Küchenboden dafür überhaupt nicht empfehlen.

Jetzt war ich eine Woche im Urlaub. Wie immer Wandern, soweit es mein Fußgelenk zulässt (und auch ein bisschen darüber hinaus, was ich jetzt abbüße). Aber bevor ich etwas ausführlicher davon schreibe, habe ich einen Punkt, der mich inzwischen richtig aufregt.

Das sind diese Leute, die ihren Müll und ihre Kippen in die schönsten Naturschutzgebiete werfen und nicht in der Lage sind, diesen mitzunehmen und anderswo zu entsorgen. Es ist eine verdammte Zumutung, überall Plastikscheiße, Kippen, Aludosen, Alufolie und was weiß ich nicht alles:

KÖNNT IHR ARSCHLÖCHER EURE SCHEISSE MITNEHMEN UND NICHT IN DEN DIVERSEN NATURSCHUTZGEBIETEN UND ANDEREN SCHÖNEN ORTEN VERTEILEN!

Es ist echt nicht schwer, einfach alles mitnehmen und beim nächsten dafür vorgesehenen Behälter, genannt MÜLLEIMER, entsorgen.

Naturschutzgebiet, seltene Orchideen, tolle Aussicht? Ja klar, rauchen wir doch mal eine und werfen ein paar Kippen auf den Boden. Oder toller Ort, Geheimtipp, seltene mediterane Pflanzen, 5 Arten halb ausgestorbener Fledermäuse im Untergrund? Ach, machen wir doch mal eine Pause und essen einen Happen – natürlich alles einzlen verpackt und ab ins Gebüsch mit den Verpackungen. Mein persönliches Highlight dieses Jahr war die Aluhülle eines Hygienetuchs neben einer Bank mit toller Aussicht im Naturschutzgebiet. Die kognitive Dissonanz, die das Teil bei mir ausgelöst hat, wirkt immer noch nach. Besonders eklig sind natürlich die Leute, die wildpinkeln und dann jedes Mal ein Taschentuch im Wald liegen lassen müssen – gut ist eins vorgewarnt aber das Zeug zeichnet sich meistens nicht durch besondere Abbaubarkeit aus. Und in 20 Jahren kommen die gleichen Arschlöcher noch mal vorbei und sagen dann, echt scheiße da, vor 20 Jahren gabs da noch Orchideen, die sind alle weg, scheiß Umweltverschmutzung oder so. Vermutlich sind das die gleichen Leute, die Abends dann schockiert eine Doku über die Pastikstrudel in Atlantik und Parzifik schauen.

Im Saarland gibts einen neuen Sport. Da dort der Müll nach Gewicht abgerechnet wird, bringen Leute ihren Hausmüll nach Rheinland-Pfalz und werfen den auf Wanderparkplätze im Wald ab. Ernsthaft, Müll im Auto zu einem Wanderparkplatz transportieren, um nix dafür zahlen zu müssen? Die würd ich mindestens ein Jahr lang jedes Wochenende, an beiden Tagen, Waldstücke aufräumen lassen.

Ich frag mich dann immer was in den Hirnen solcher Leute vorgeht. Im Gefolge der Müllerverteiler*innen stehen dann die Mountainbike*rinnen ganz ganz oben auf meiner Hassliste. Ich steh da in zwischen rekonstruierten gallo-römischen Tempeln und in den Eingängen hängen große Schilder, dort nicht mit dem Rad und so. Und dann kommen da so vier Mountainbikearschlöscher, fahren quer durch die Anlage, nur um mal ein paar Treppenstufen runterfahren zu können. Für den Ort haben sie sich nicht interessiert, sonst wüssten Sie möglicherweise, dass dieser durch den Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer*innen erhalten wird. Oder im Wald, auf ruhigen (!) verschlungenen Waldwegen, schön um Tiere zu beobachten, wenn eins sich ruhig verhält. Das klappt meist nicht, weil mit Sicherheit irgendwelche grellbunt bekleideten Leute, sich laut über die Schulter unterhaltend, diese Wege herunterbrettern müssen. Ich kann euch echt nicht leiden und ich wünsch euch komplexe PLatten hinten und vorne. Auch wenn ich natürlich nachvollziehen kann, dass für euch das Scheiße ist, bin ich entschieden eine Befürworterin des kompletten Verbots von Mountainbikes in Wäldern.

Und inzwischen habe ich eine weitere Gruppe ätzender Leute ausgemacht. Die Vogelbeobachter*innen, die mangels entsprechender Ausstattung mit ihrer Kamera besonders nah an das Nest der einzig in der Region dort brütenden Vogelart ran müssen. Immerhin, sie haben es fotographiert, denn bedingt durch die Störung, haben sie dann das letzte Nest dieser Vogelart in der Region mit der Kamera festgehalten. Glückwunsch Arschloch.

Ich finde all diese Aktionen einfach nur uncool und rücksichtslos. Für mich sind das alles Symptome all dessen was in dieser Welt nicht stimmt.

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