Parallelwelten
Verfasst von somluswelt am 12. November 2009
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Origami Sterne
Verfasst von somluswelt am 8. November 2009
So langsam geht es ja schwer auf Weihnachten zu. Ich liebe diese Zeit ja sehr auch wenn ich dieses Jahr recht wenig Zeit habe, die Vorweihnachtszeit so richtig zu genießen. Andere sagen schon auch mal ich hätte eine Weihnachtsfetisch. Der Weihnachtszeit verdanke ich letztlich auch meine Origami-Leidenschaft. In einem Winter vor einigen Jahren langweilte es mich, den x-ten Fröbelstern zu falten und ich gab mal das Stichwort „Stern falten“ in die große Suchmaschine ein. Nun ja, der Rest ist Geschichte. Bei einer letzten Aufräumaktion war ich erfreut und entsetzt, wieviel Papier sich inzwischen bei mir angesammelt hat.
Ich falte mit Vorliebe modulare Objekte, wie man es ja an meinem Avatar sehen kann oder Blumen oder Schachten, derzeit produziere ich aus hochwertigen Papierresten auch Schmuck. Der sogar besser aussieht als ich erwartet habe.
Weil derzeit so viele Anfragen nach Origamisternen in meiner Statistik auftauchen, nehme ich das mal zum Anlass allen Interessierten einige meiner Lieblingssterne vorzustellen.
Der 8-strahlige Stern von Carmen Sprung war der erste, den ich vor Jahren im Internet fand (Anleitung).
Die 3D Sterne von Ralf’s Origamipage gehören ebenfalls zu den ersten Sternen, die ich damals im Internet fand. Sie sehen zwar kompliziert aus, sind es aber nicht wirklich. Die Anleitungen für einen vierzackigen und sechszackigen Stern kann man auf seiner Seite finden (Direktes Verlinken ist nicht möglich).
Der Bascetta Stern sollte inzwischen fast allen FalterInnen bekannt sein. Die auf dem Foto sichtbare Kugel mit Sternen ist aus „Unit Origami“ von Tomoko Fuse, der Herrin des modularen Origami.
Einen gefalteten Herrenhuterstern habe ich auch einmal ausprobiert. Da ich ihn aber nicht geklebt habe, weil es ja angeblich ohne gehe, zog ich also guten Mutes die Sicherungsgummis nach der Fertigstellung von den Spitzen und die Pracht zerfiehl innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums. Ein ganzes Wochenende Papier zuschneiden, falten und zusammenstecken waren dahin. Wer es aber probieren möchte hier ist die Anleitung. Und das Kleben nicht vergessen ;-)
Es tauchen im Internet immer wieder neue Origamiseiten auf und andere verschwinden. Die Seiten von Stephanie Meschke enthalten jede Menge Sterne und die Anleitungen zum Falten. Den modularen Stern von John Montroll, den ich aus dem großen Origami Weihnachtsbuch kenne, mag ich auch sehr gern.
Aus dem selben Buch habe ich auch die Wintersonne, die sich als Verschenkschlager herausgestellt hat. Inzwischen versehe ich sie meist mir einer Bleikristallkugel, damit sie am Fenster das Sonnenlicht auch wirklich einfangen kann.
Noch ein paar Worte zum Thema Papier. Auch wenn das Unternehmen „Paperfrog“ derzeit den Markt zu dominieren scheint, gibt es doch noch die ein oder andere Adresse für Papier, die ich allen, die es interessiert ans Herz legen möchte.
Einigermaßen bezahlbares japanisches Papier aller Qualitäten finden sich bei Miyabi. Die Auswahl an Papier ist riesig und die Preise sind wirklich moderat. Vergleicht einfach mal. Es gibt dort auch diese genialen Papierschneider zu kaufen, die PapierfalterInnen oder alle die Papier zuschneiden müssen im Haus haben sollten.
Ein eher ungewöhnliche Quelle für Papier ist die Druckerei Freudenberger. Auf „gewöhnlichem“ 80gr./qm Papier druckt Herr Freudenberger eine Vielzahl von Motiven. Das Papier ist preisgünstig und deswegen auch für Institutionen wie Kindergärten oder Schulen interessant. Einfach mal den Katalog ausdrucken. Ein Tipp von mir, es lohnt sich die Bestellung telefonisch zu machen, da nicht immer alle Varianten vorrätig sind und Herr Freudenberger auch immer mal wieder das ein oder andere ausprobiert, dass sich im Katalog nicht findet.
Wer gern mit attraktiven Geschenkpapier arbeitet, kann sich auch immer ungefähr Mitte November bei Aldi Süd mit metallisiertem Geschenkpapier auf Rollen eindecken. Es handelt sich um sehr stabiles Kraftpapier (96gr/qm), das sich für viele Weihnachtsfaltereien eignet. Diesen Donnerstag (12.11) ist es mal wieder soweit.
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Sind wir soweit, dass so was wieder unwidersprochen abgedruckt werden kann?
Verfasst von somluswelt am 4. November 2009
Ist mir schlecht.
Das Ganze ist so widerlich, dass ich es nicht mal verlinken mag. Wofür werden diese geifernden Hassprediger denn so vorgeschickt?
Was plant die Regierung so? Vielleicht Frauen alle zurück an Heim und Herd (würde auch das Erwerbslosenproblem sogleich erledigen) und Zwangssterilität für die, die der Unterschicht zugehörig identifiziert werden?
Ist mir schlecht.
Wer noch nicht weiß, worum es geht, kann es hier oder hier nachlesen.
Wir sind soweit, zuerst kamen die Ungeziefervergleiche und jetzt kann man das so schreiben. Die Hemmschwellen fallen, beim Aussprechen und beim Abdrucken. Das ist eine politisch gewollte Entwicklung und zwar gewollt von egal welcher der sogenannten etablierten Parteien, die in den vergangen Jahren hemmungslos dafür sorgten, dass die Schere zwischen Arm und Reich sich weiter öffnete. Die wollten/wollen, dass jeder denkt, dass Erwerbslose selbst schuld sind daran, dass es keine bezahlte Arbeit mehr für sie gibt. Ja, ja, es werde nur ausgesprochen, was angeblich viele denken. Keine Ahnung, ob das so ist. Ich kenne diese vielen alle nicht persönlich aber unsere Politikerdarsteller denken so und deswegen wirds auch abgedruckt. Und es gibt inzwischen genug Chefredaktionen, die nicht einmal mehr zucken, wenn sowas auf ihrem Tisch landet.
Ach so, das Wort „Erkinderung“ schlag ich schon mal als Unwort des Jahres vor. Ich habs ja zuerst für nen Druckfehler gehalten. Unglaublich.
Nachtrag 5.11: In der Diskussion drüben bei momorulez zum Thema steht, wozu mir bisher die Worte fehlten:
Nörgler: Auch die Wannsee-Konferenz stand nicht am Anfang. Am Anfang stand: Die Juden müssen weg.
Wenn ich erst einmal eine soziale Gruppe als wegzuschaffende identifiziert habe, ist der entscheidende qualitative Schritt gemacht. Die Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels sind nur noch solche einer graduellen Abstufung. Das Stadium des herkömmlichen Sozialdarwinismus haben wir hinter uns, denn der plädierte dafür, sich – passiv – um die Minderleister nicht zu kümmern, da deren Elend, weil sie Minderleister sind, gerecht ist.Nun aber kümmert man sich sehr wohl. Vorschläge, wie der Gefahr aktiv zu begegnen sei, liegen auf dem Tisch.
Momorulez hat richtig gesehen, dass im Wege eines klassischen Umkehrdiskurses nicht mehr die die Ruhigstellung der Unterschichtler die Ursache des Sozialstaats ist, damit der Bürger kein Feuer unterm Dach hat, sondern nun wird der Sozialstaat als Ursache der Existenz der Unterschicht benannt. Also: Sozialstaat weg, keine Unterschicht mehr. Aber wenn die dann trotzdem noch da sind und als Obdachlose, Bettler, Innenstadtentglaser und Autoabfackler präsenter sind denn je – was dann? Den gegen Widerstände mühselig abgeschafften Sozialstaat wieder einführen wäre die eine Option. Die andere wäre …
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Das Glas ist fast leer
Verfasst von somluswelt am 29. Oktober 2009
Die Koalitionsgespräche sind beendet und die neue Regierung ist vereidigt. Was für ein Elend. Inzwischen frage ich mich nicht mehr, ob unsere Politikerdarsteller auf dem Mond leben, sondern nur noch auf welchem, möglicherweise Io oder Hyperion oder Hydra, wahrscheinlich einer der weiter entfernten, erdnah kann nicht sein.
Glauben diese Pappnasen da in Berlin tatsächlich sie könnten diese Förderung der Versicherungswirtschaft, die sie da ausgekungelt haben, noch als Interessenvertretung des Volkes vertreten? Oder gehen sie sowieso davon aus, dass sie ja nur von einer Minderheit gewählt wurden (in absoluten Zahlen), so dass es eh egal ist. Was soll das eigentlich, mit dieser doch so offensichtlichen Förderung der Versicherungen? Privatisierung von Gesundheitsvorsorgen, Privatisierung der Arbeitslosenversicherung, die ganzen Privatisierungen, die in den vergangenen Jahren schon gelaufen sind (z.B. Berufsunfähigkeitsversicherungen). Manchmal kann ich es kaum glauben, dass dies anderen nicht genauso ins Auge springt, wie mir.
In den letzten Tagen hatte ich ständig die Phantasie, dass in 10 oder 20 Jahren, vielleicht auch erst in 50 Jahren eine junge Studentin eine tiefe Recherche für ihre Magisterarbeit anstellt und die ganzen Schmiergeldzahlungen, die in letzten 20 Jahren zwischen Versicherungswirtschaft und Politikerdarstellern ausgräbt und belegen kann.
Auch der Kurs in der Gesundheitspolitik, der in der Spur des teueresten Gesundheitsystem der Welt gehalten wird, ist so unfassbar dumm. Viele Regierungen der Welt schielen auf unser Gesundheitssystem und hätten es auch gerne oder was ähnliches oder das was wir mal vor 20 Jahren hatten oder so. Aber nein, die komplett merkbefreiten PolitikerInnendarsteller, allen vorne weg unser neuer Außenminister, werben für die Privatisierung von allem und jedem, dass es einem schlecht werden kann.
Man könnte ja einfach nur noch eine gesetzliche Krankenkasse einführen. Was das an Vorstands und Lobbygeldern freisetzen würde, die für die Versicherten eingesetzt werden.
Wie melden heute die Nachdenkseiten, 2,04 Stundenlohn wären noch nicht sittenwidrig. Bitte was? Ja, ne, wir brauchen für die Sicherung unserer Sicherungssysteme keinen Mindeststundenlohn. Wieso auch. Ich erinnere mich noch an diesen unsäglichen „Pakt für Arbeit“, der die Gewerkschaften dannn entgültig unglaubwürdig machte. Stillhalten für Arbeitsplätze, die dann nicht kamen. Hat das irgend jemand ernsthaft geglaubt? Ich nicht. Damals schon nicht und der enttäuschte und etwas verständnislose Ausspruch des IG-Metall-Vorsitzenden, dass die Zugeständnisse der vergangenen 10 Jahre keinerlei Änderungen bei der Arbeitsplatzsituation herbeigeführt habe, löste bei mir nur den Impuls aus, den guten Jungen mal in den Arm zu nehmen und ihm zu erklären, dass die Welt eben so ist oder so.
Wenn ich schon immer diesen Ausspruch lese oder höre „Es sei nicht die Aufgabe von Unternehmen sozial zu agieren, sondern Gewinne zu erwirtschaften“ so oder so ähnlich. Ja, warum denn nicht? Wieso ist das Soziale da ausgeklammert, wieso werden Soziales, die Folgen für die Umwelt usw. ausgeklammert? Was ist das für eine seltsame Welt, die fundamentale Abhängigkeit aller von allen (ja, ja ich weiß, ist ein bisschen polemisch) ignoriert? Unternehmen brauchen ein Umfeld, dass ihnen Infrastruktur, ausgebildete Menschen und sozialen Frieden sichert. Nur so sind sie in der Lage erfolgreich zu arbeiten. Wieso, zur Hölle, soll das dann nicht auch zu ihren Aufgaben gehören an der Herstellung dieser Situation beteiligt zu sein? Und das nicht nur durch gesetzgeberischen Zwang sondern auch durch Selbstverständis? Wenn Unternehmen juristisch schon als Personen behandelt werden, wieso erwartet man dann keine Manieren am Eßtisch von Ihnen, sondern lässt sie wie unter 3 Jährige agieren, die kognitiv noch nicht in der Lage sind, mit anderen zusammen zu arbeiten oder unter 2 Jährige, die sich noch nicht in andere hineinversetzten können? Nicht nur dass man sie lässt, nein, man propagiert sogar, dass ein solches Verhalten sozusagen das „natürliche“ Verhalten von Unternehmen ist. Über die Natur und ihre Ursprünglichkeit sollte doch seit Rousseaus Emile Klarheit herrschen.
Die neoliberalen Setzungen erzeugen eine asoziales, pathologisch Gesellschaft in der der Traum vom komplett alleinstehenden hedonistischen Menschen als Ideal (der Traum aller Marketingabteilungen, nix mehr mit sozialen Kontakten oder Netzwerken, alles muss gekauft werden), der doch nichts anderes ist als ein schwer kranker Menschen.
So pessimistisch kann ich gar nicht sein. Ich weigere mich nur ein leeres Glas als voll zu bezeichnen.
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Pfotenevolution
Verfasst von somluswelt am 24. Oktober 2009
Ach so, die Wolfspfote ist also evoutionär die ursprüngliche Pfote aller Pfoten. Da alle anderen Pfoten von ihr abgeleitet werden, müssen die Pfotenverwender einsehen, dass die Wolfspfote immer den dominanten Vorrang vor allen anderen hat.
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Höchst richterlich
Verfasst von somluswelt am 21. Oktober 2009
Das Problem an den Regelsätzen - mal abgesehen von allem anderen, was man zum SGBII (vulgo Hartz IV) sagen kann – ist, dass dieser sich nicht am Bedarf von Menschen im Alter zwischen 18 – 65(67) Jahren orientiert, sondern an dem Verbrauch der unteren 20% der Einkommengruppen, die einen überproportional hohen Anteil an Menschen, vor allem Frauen, im Rentenalter aufweist. Das Ergebnis dieser Stichprobe wird dann noch mal um einen Phantasiebetrag gekürzt und dass dann als „Bedarf“ ausgegeben. Schön dass die Karlsruher Richter sich der Sache jetzt mit deutlichen Worten annehmen.
Aus gegebenen Anlass verweise ich doch noch mal auf meinen schon etwas älteren aber im Kern weiter zutreffenden Artikel über den Regelsatz.
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Wertewandel
Verfasst von somluswelt am 15. Oktober 2009
Es ist zum Heulen, es muss doch irgendwann mal einen Paradigmenwechsel geben und endlich klar werden, dass Geld an sich keinen Wert hat!
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Vereinzelungsfetisch
Verfasst von somluswelt am 9. Oktober 2009
Fetisch “Individualismus”
Das Muster dieses neoliberalen Rassismus ist einfach: Die Individuen werden beschuldigt und die beschuldigten Individuen zu Gruppen zusammengefasst, die man dann als besonders verwerflich und minderwertig herausstellt. Die davon Betroffenen müssen übrigens keine Ausländer sein. Das dem zugrunde liegende Menschenbild ist ein religiöser Individualismus, der die bestehenden Verhältnisse für jeden Einzelnen zum selbst gewählten Schicksal verklärt.
Typisch für diese Haltung ist neben der Schuldzuweisung an Einzelne mit bestimmten Merkmalen (Türken, Arbeitslose, Linke), daß es bei diesem „Erklärungsmuster“ bleibt und Lösungen für die Probleme im Hintergrund nicht einmal diskutiert werden. Es sind die Verlierer und Kritiker der Leistungsträgerschaft, die mit der Universalkeule geprügelt werden: Eigenverantwortung. Selber schuld!
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Dringende Unterstützung gegen die Autobahn für La Palma (Kanaren)
Verfasst von somluswelt am 9. Oktober 2009
Gestern erhielt ich die Nachricht, dass die Regierung der Insel La Palma gerne eine vierspurige Autobahn zwischen den Orten Santa Crus de la Palma und Los Llanos de Ariadne bauen lassen möchte. Das möchte sie jetzt so gern, weil die Bürokratenhengste in Brüssel den Kanarischen Inseln als strukturschwache Gegend gerne Hilfen für den Ausbau der Infrastruktur geben, die überhaupt nicht benötigt wird. Da wären andere Hilfen eindeutig dringlicher.
Parallel zur Landstraße, die den Ostteil mit dem Westteil der Insel verbindet soll quer durch Natur, Berge und Ortschaften eine Autobahn gebaut werden, die die Fahrtzeit zwischen Ost- und Westteil um eine Minute verkürzen wird.
Weitere Infos findet ihr hier: www.la-palma-aktuell.de
Bitte unterstütz die Aktion, jeder EU-Bürger kann gegen diesen unglaublichen Unsinn Widerspruch einlegen. Die notwendigen Unterlagen werden auf der verlinkten Seite zur Verfügung gestellt.Vergesst die Ausweiskopie nicht.
Und es ist sehr dringend, der Einsendeschluss ist der 14. Oktober 2009.
Es geht ja nicht nur um die Autobahn, sondern auch um noch weitere Verkehrswege wie die zweite neue Tunnelröhre, die Brücke über den Barranco de las Angustias, die Anbindung des Industriegebietes von Los Llanos an, entweder die Autobahn oder die jetzige LP3, sowie weitere kleinere Unternehmungen, welche der Inselplan vorsieht. – Da gerät man dann schnell in eine gewisse Ecke und denkt sich, wer solch einen Blödsinn plant wie die Autobahn, der macht auch alles andere falsch und bezieht nun jegliche neue Infrastrukturmaßnahme in seinen Protest mit ein. – Davor kann ich nur warnen, denn wohl wird von den Bewohnern des Nordwestens der Insel gefordert , dass man verkehrstechnisch besser und schneller an das Aridanetal angebunden wird. – Da würde diese Brücke hervorragende Dienste leisten und eine zeitliche Ersparnis von sicher 10 – 15 Minuten bringen. – Das darf man also nicht einfach komplett ausschließen. – Auch die neue zweite Tunnelröhre würde eine ähnliche Zeitersparnis bringen, vielleicht nur 8 – 10 Minuten, von Ost nach West, aber wenn wir uns mal den alten Tunnel genau ansehen, dann wird eh klar, dass dieses Relikt wohl keiner technischen Überprüfung mehr standhalten würde und wirklich eine Gefahr darstellt. – Dagegen brächte die Autobahn eine mögliche Zeitersparnis von 3 – 5 Minuten, kostet aber deutlich mehr, als Tunnel und Brücke zusammen. – Darüber hinaus wäre der Autobahnbau ein nicht mehr rückbaubarer Eingriff in die fragile Landschaft unserer Insel, eine wahre Umweltkatastrophe, würde Stadtteile El Pasos und Breña Altas zerschneiden und die Insel La Palma als Weltbiosphärenreservat absolut lächerlich machen. – Die Empörung geht nun auch dahin, dass die Inselregierung aber der Autobahn eine Priorität gegenüber dem neuen Tunnel und der Brücke eingeräumt hat, wobei doch ganz klar ist, das beide andere Unternehmungen viel sinnvoller sind, wenn man denn schon unbedingt diese Gelder nach La Palma schleppen will. – So ergibt sich als kleinster gemeinsamer Nenner in dem Protest gegen die Obrigkeit wohl die Autobahn, nicht aber die anderen Verkehrsprojekte, die wohl diskutierbar sind, aber bei weitem nicht diesen grausamen und endgültigen Eingriff in unsere Natur darstellen.
(Quelle)
Das ganze ist so unglaublich, dass mir schier die Worte fehlen. La Palma braucht keine weitere Straße, eher könnte man an den vorhandenen noch die ein oder andere Leitplanke anbringen. Das ist so unglaublich, ein vollkommen überflüssiges Projekt, das dort Landschaft, Natur und Infrastruktur zerstören wird. Als ob die Ausbeutung der Wasservorkommen für eine übersubventionierte Bananenkultur dieser Insel und die überflüssigen Hotel-Großprojekte nicht schon reichen würde.
Bitte macht alle mit, diese Insel ist ein echtes Juwel.
Die beiden Fotos zeigen das Ariadnetal durch das zhukünftig diese Autobahn geführt werden soll.


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Bürgergeld?!?
Verfasst von somluswelt am 7. Oktober 2009
Das Bürgergeld, bisher einigermaßen Synonym für das bedingungslose Grundeinkommen verwendet, ist etwas von dem die Mitglieder des Führungsstabes der FDP nicht glauben, dass es ihnen jemals zustoßen könnte.
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Unproduktive
Verfasst von somluswelt am 6. Oktober 2009
Adam Smith hat sich mal zum Thema „unproduktive (Arbeit)“ geäußert. Aber Erwerbslose hat er damit nicht gemeint.
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Sie sehen aus, wie jeder andere…
Verfasst von somluswelt am 6. Oktober 2009
…sind aber brandgefährlich:
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Fördern und Fordern – Überprüfung der Arbeitswilligkeit
Verfasst von somluswelt am 5. Oktober 2009
Im Rahmen der Kampagne „Sanktionen wegbloggen“ werde ich (hoffentlich) in loser Folge einige Beiträge zur Umsetzung des Prinzips „Fördern und Fordern“ verfassen:
Maßnahmen zur Überprüfung der Arbeitswilligkeit.
Von diesen Maßnahmen gibt es reichlich. Sie werden sowohl im für Leistungsbezieher im ALGII als auch im ALGI eingesetzt. Sie sind meist als Bewerbungstraining maskiert. Ihre Kennzeichen sind unsinnig lange Anwesenheitspflichten und eine unsinnig lange Dauer in Anbetracht der zu vermittelnden Inhalte. Meist läuft es darauf hinaus, dass die Teilnehmer spätestens ab Mittag vor den obligatorischen PCs hocken und die Zeit totschlagen. Die Maßnahmeträger werden teilweise scharf kontrolliert, damit die Behörden sicher sind, dass diese Zeiten auch eingehalten werden. Wenn die TeilnehmerInnen Glück haben, treffen sie auf engagierte DozentInnen, die wenigstens Teile der Zeit interessant gestalten. Es wird angeblich eine „Arbeitsplatzsituation“ simuliert. Unentschuldigte Abwesenheit führt zu Abmahnung und nach zwei Abmahnungen bekommt der/die TeilnehmerIn eine Kündigung. Was natürlich Sanktionen zur Folge hat. Was im übrigen gleichermaßen für ALGI und ALGII BezieherInnen gilt.
Jugendliche, die gerne eine geförderte Ausbildung oder Zusatzqualifikation machen möchten, werden gerne in solche Maßnahmen gesteckt. Sie sollen erst einmal beweisen, ob sie die durchhalten, bevor sie das machen können, was sie wollen. Natürlich ist es für sie nicht wirklich einsehbar, was sie dort sollen, entsprechend verhalten sie sich. Nicht wenige halten das nicht durch, da sie den Sinn des Ganzen nicht verstehen können.
In anderen Fällen sollen die Träger überprüfen, ob bestimmte Jugendliche überhaupt auf dem ersten Arbeitsmarkt einsetzbar sind. Diese Jugendlichen sind meist schwer zu händeln und quälen sich sehr damit, bis zu 9 Stunden ruhig sitzen zu müssen, wo sie den Sinn für sich nicht einsehen.
In solchen Kursen kommen also höchst unterschiedliche Menschen zwangsweise zusammen und müssen ihre Zeit absitzen. Für alle Beteiligten ist die Sinnlosigkeit dieser Maßnahme spürbar. Erwerbslose, die die von den DozentInnen und Einrichtungen angebotene Unterstützung in Anspruch nehmen wollen, bleiben in solchen Maßnahmen meist auf der Strecke.
Die von mir beschriebenen Maßnahmen sind noch die „besseren“, wenn man das überhaupt noch so sagen kann, explizite „Integrationsmaßnahmen“ sind das noch nicht.
Die DozentInnen, meist selbst in prekären Arbeitsverhältnissen, sind mal besser und mal schlechter qualifiziert. Außerdem kommen sie mit dieser Mischung an TeilnehmerInnen meist an ihre Grenzen. Meist werden mindestens ein Hochschulstudium, diverse Zusatzqualifikationen und regelmäßige Weiterbildungen von ihnen verlangt. Gleichzeitig sollen weder Maßnahme, Verwaltung noch Dozenten viel kosten. Die die Honorare der DozentInnen sind in den vergangenen 10-15 Jahre teilweise um mehr als 50% gedückt worden. Wir reden derzeit von Honorarstundensätzen zwischen 12 – 22 Euro je nach Träger, mit sinkender Tendenz. Es findet sich immer ein Träger, der Versuche von Seiten anderer Träger gegen die Vorgaben der Ausschreibungen zu protestieren, z.B. durch Nichtbewerben auf Ausschreibungen, unterläuft.
Vernünftige Maßnahmen, die Menschen begleiten, die zurück in einen Beruf wollen, sind kaum zu finden. Ich kenne in der Großregion Köln-Bonn exakt eine einzige. Dort treffen sich die TeilnehmerInnen ein bis zweimal die Woche über drei Monate. Keine und keiner wird dort zwangszugewiesen. Alle haben sich selbst für diese Maßnahme entschieden. Allerdings muss ich dazu sagen, in Anbetracht der Situation jederzeit in eine unsinnige Maßnahme zugewiesen werden zu können, ist es natürlich sinnvoll, dem zuvor zu kommen und sich selbst die Maßnahmen raus zu suchen. Insofern kann auch hier von einem indirekten Zwang gesprochen werden, solange es ansonsten nur solche unsinnigen Zwangsmaßnahmen gibt, die jeden Erwerbslosen treffen können.
Diese Maßnahmen spiegeln auch in sehr drastischer Weise die Haltung von Politik und Gesellschaft, dass Erwerbslosigkeit ein individuelles Problem sei, das durch genügend Anstrengung von jedem Einzelnen gelöst werden kann. Widerstand gegen solch unsinnige und demütigende Maßnahmen von Seiten der Teilnehmer sind mit Sanktionen bedroht, denn nicht nur das unentschuldigte Fernbleiben sondern auch die dauerhafte Arbeitsverweigerung kann Konsequenzen für die TeilnehmerInnen haben. Hier wird die Gesinnung der Erwerbslosen überprüft.Wie es die Studie der Uni Bielefeld in diesem April für die ARGEn schon festgestellt hat (Zusammenfassung auf heise.de).Erwerbslose sollen in ihrem Leben keinen anderen Sinn sehen, als wieder in Arbeit zu kommen. Egal unter welchen Bedingungen. Widerstand von Seiten der Träger ist kaum möglich.
Das ganze System ist vollkommen entwürdigend. Die miese Bezahlung von Trägern und DozentInnen macht sehr deutlich welchen Wert solchen „Fördermaßnahmen“ zugemessen wird. Erwerbslose sollen sich wertlos fühlen. Und sie wissen das auch. In der Konzeption solcher Maßnahmen, die schon durch die Ausschreibungen festgelegt sind, wird die gesellschaftliche Realität der Massenarbeitslosigkeit komplett ausgeblendet. Es geht nicht um ein echtes, am Einzelnen orientiertes Fördern, sondern um ein Kontroll- und Zwangsapparat, der den Menschen vermitteln soll, dass sie ohne Erwerbsarbeit keinen Wert habe, dass nur ihre ökonomische Verwertbarkeit zählt.
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ePetitionen – Sanktionen weg bloggen
Verfasst von somluswelt am 4. Oktober 2009
Obwohl ich mich inzwischen regelmäßig an ePetitionen beteilige, drängt sich mir doch der Eindruck auf, dass es sich hierbei um einen zahnlosen Tiger handelt. Wir erinnern uns alle an die erfolgreichste ePetition bisher, die von der Politik arrogant und überheblich ignoriert wurde, wie es nicht deutlicher werden konnte, was unsere Politikerdarsteller von der Meinung des Wahlviehs halten.
Das aus der Wahlaktion 100 Blogs für die Linke hervorgegangene Aktionsbündnis hat jetzt eine neue Kampange gestartet:
Eine Aktion, die ich sehr befürworte, wobei mir die Abschaffung des gesamten SGBII, deutlich mehr am Herzen liegt. Aber die Abschaffung des Sanktionsparagraphen würde dem Machwerk zumindest die Handlungsfähigkeit nehmen, bzw. den Sachbearbetiern mit überschießendem Kadergehorsam die Handlungsmöglichkeiten nehmen.
Leider habe ich den Eindruck, dass nur dann Petitionen erfolgreich von BloggerInnen getragen werden, wenn ihre ureigensten Interessen bedroht werden. Sozialpolitische oder auch wirtschaftspolitische Forderungen haben es schwer gehört zu werden. Super, wir haben gegen das unsinnige Zensurgesetz üebr 134.000 „Unterschriften“ zusammen bekommen. Na , dann lasst und 500.000 finden, die diese Petition zeichnen.
Wenn wir dann schon mal dabei sind: wenn ihr euch eh schon auf der Seite rumtreibt, vergesst nicht die Petition „Nukleare Versorgung – Volle Übernahme der Produktionskosten, keine Subventionen bei Atomstrom“ zu zeichnen. Wenn diese Technologier wirklich so der Bringer ist, dann sollen die Betreiber doch bitteschön das auch schön privatwirtschaftlich regeln. Für die Entsorgung, Lagerung und Forschung auf diesem Gebiet sollten sie bitteschön auch voll selbst aufkommen. Fragt sich, wie lange dann noch, Atomstrom als billige Alternative gepriesen wird.
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Lasst es schlimmer werden!
Verfasst von somluswelt am 4. Oktober 2009
Wie regelmäßige LeserInnen meines Bloges sicher schon mitbekommen haben, hat sich das Erscheinungsbild meines Bloges seit letzten Sonntag verändert. Ich habe mich letzten Sonntag spontan entschieden, dass dieses Blog ab sofort und so lange schwarz tragen wird, bis ich den Eindruck habe, dass sich in diesem Land politisch etwas tut, dass irgendwas mit den Menschen zu tun hat.
An meiner Enttäuschung letzten Sonntag konnte ich auch ablesen, dass ich doch tatsächlich der sPD noch irgendwas soziales oder artverwandtes zutraue. Zumindest scheint ein Teil von mir trotz Agenda 2010 noch der Überzeugung zu sein, dass die sPD sozialer ist als CDU oder FDP. Das ist wohl irgendwas tieferliegendes, in der Familie angelegtes. Natürlich weiß ich dass es so nicht ist. Auch die Hoffnung das die sPD jetzt ihre Chance auf eine Neupositionierung erfährt, die mehr als reiner Opportunismus ist, scheint ja in Bloggerkreisen weit verbreitet zu sein. Komisch, dass nach allem, was in den vergangenen Jahren gelaufen ist, sich diese Hoffnung so hartnäckig hält.
Wenn ich mir hätte was wünschen dürfen, wäre ein Wahlergebnis, das fast jede Partei so um die 15% der WählerInnenstimmen eingebracht hätte, am liebsten gewesen. Dass wieder einmal so viele zu Hause geblieben sind und dass die NichwählerInnen inzwischen die Mehrheit unter den Wahlberechtigten stellen, ist einigermaßen frustrierend. Zumindest solange wir diese kooperatistische Parteiendemokratie haben, sollten die Menschen wenigstens das wenige tun, was ihnen an Einflußnahme bleibt.
Andererseits, in Anbetracht der Alternativen finde ich es inzwischen begrüßenswert, das schwarz-geld die nächsten vier Jahre in der Regierung sind. Ja, es werden vier harte Jahre werden aber vielleicht brauchen wir die ja auch. Vielleicht führt das was jetzt kommt endlich dazu, dass die Menschen wach werden und anfangen sich zu wehren. Wie wäre es mal mit eine paar wilden Generalstreiks. Ja, ja, ich weiß, ist verboten – und? Wen interessiert das eigentlich, wenn alle sich einig sind? Über Versicherungsbetrug wird unter Freunden abendelang diskutiert aber sich gegen die Zumutungen durch unsere Politikerdarsteller zu wehren, das geht ja nicht, weil es ja verboten ist. Was ja so auch nicht stimmt, wenn die Bürger eine Gefahr für die Republik sehen, ist der Generalstreik sogar ausdrücklich erlaubt.
Und bevor wieder einer hier vorbeikommt und fragt, was ich so für Alternativen in der Tasche habe. Ich habe wie immer keine, aber vorerst wären Volksabstimmungen, Generalstreiks, bedingungsloses Grundeinkommen und das Unternehmen den Personenstatus verlieren schon mal ein Anfang. Und dann können wir ja mal schauen, wie sich diese Gesellschaft entwickelt.
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Selbstständigkeit ist geil
Verfasst von somluswelt am 4. Oktober 2009
Nachdem ich die ganze Woche gegen 5 Uhr aufgestanden bin und bis 19:00 Uhr unterwegs war, ist mein Schlafrythmus vollkommen im Eimer. Den gestrigen Tag habe ich mehr oder weniger verschlafen, mit dem Ergebnis, dass ich jetzt seit einer halben Stunde hellwach bin. Macht aber auch nichts, ich genieße die Stunden am Morgen, die ich ganz für mich allein habe. Dies sind seit ungefähr 10 Tagen, die ersten paar Stunden, die ich allein für mich habe.
Wieder belomme ich tiefere Einblicke in Unternehmen, als es mir lieb ist. Interessant ist auch, wie schnell mir die Menschen vertrauen und mir, als Externe, von den Nöten und Katasthrophen ihres beruflichen Alltags erzählen. Was mich, wie immer darin bestätigt, selbstständig zu bleiben. Ich bin wirklich froh nach ein paar Tagen wieder woanders hin zu kommen und nicht zu tief in diese Geschichten verstrickt zu werden. I
Das Klima in durchschnittlichen Unternehmen ist ziemlich unten durch. Überarbeitete, überlastete Mitarbeiter, ignorantes merkbefreites Leitungspersonal (von Führung kann ja nicht die Rede sein). Ich bin schon immer sehr erstaunt, dass die Wirtschaft überhaupt läuft, wenn ich so betrachte, was an Produktivität und Resourcen allein durch die Unfähigkeit des durchschnittlichen Vorgesetzen bis weit nach oben in die Geschäftsführung vernichtet wird. „Nieten in Nadelstreifen“ ist für die durchschnittliche Führungsetage durchschnittlicher Unternehmen noch eine freundliche Bezeichnung für die geballte soziale Inkompetenz, Habgier, fachliche Ahnungslosigkeit und erbitterte Dummheit, die ich so mitbekomme. Nach 20 Jahren Berufserfahrung kann ich den nächsten Gruppenleiter/Abteilungsleiter in einer Horde Angestellter schnell ausmachen – es sei denn er wird von außen eingekauft – es ist der Typ, der am wenigsten in der Lage ist, kooperativ, produktiv und rücksichtsvoll mit seinen KollegInnen umzugehen. Führen und soziale Kompentenzen lesen sich auf dem Papier wirklich gut aber der Typ, der in der Lage ist sich ins beste Licht zu rücken und gerne die Arbeit anderer als die seine ausgibt, weil er sonst auch nicht viel leistet, hat jede Ausstiegschance. Das funktioniert auch deshalb, weil über ihm/ihr die gleichen Flachpfeifen sitzen, die natürlich dafür sorgen, das sie nur von ihresgleichen umgeben sind. Es gibt in Deutschland kaum Vorgesetze, die den Titel Führungskraft verdienen.
Warum das funktioniert, ist mir einigermaßen schleierhaft. Es scheint so eine Mischung aus Peters-Prinzip und dem von Max Weber beschriebenen Prinzipien der Arbeitsethik zu sein. Wenn nicht alle glauben würden, das Arbeit hart und anstrengend sein muss, glaube ich kaum, dass so viele das mitmachen würden. Schlimmer noch, selbst die unhaltbarsten Zustände werden sich schöngeredet. Und – was sich eine ehrenwerte Angelegenheit ist – mit Rücksicht auf die dirkekten Kollegen wird weitergemacht.
Sicherlich das Thema ist komplex aber ich wünschte den Angestellten und mitteleren Führungskräften mehr Widerstandswillen, weniger Duldsamkeit und mehr Bewußtsein darüber, dass ein gutes Leben etwas anderes ist, als durch 10 Stunden Tage zu hetzten.
Ich werde jetzt mal ein paar Rechnung schreiben.
Veröffentlicht in wirtschaft | Verschlagwortet mit : flachpfeifen in betrieben, selbstständig, unsortiertes am sonntag morgen | 2 Kommentare »
Die Zeichen stehen auf Sturm
Verfasst von somluswelt am 27. September 2009
Ich hätte Wind und Regen heute erwartet, Sturm mit mindestens 140 Km/h, so dass das Sonnenlicht nur zeitweise durch die Wolken brechen würde und eine düstere Kulisse fahl beleuchtete. Aber nein, am heutigen Tag strahlt mir der Himmel unerträglich blau entgegen, die Sonne macht sich auf auch diesen Tag in einen späten Sommertag zu verwandeln.
Ich will gleich los, wählen gehen, in der Hoffung, dass wenigstens schwarz/gelb verhindert werden kann. Das Wetter ist einfach zu gut für einen solchen Wahltag. Zu viel steht auf dem Spiel. Zu viel ist schon unter die Räder einer alles wirtschaftlichen Erwägungenen unterordnenden Politik geraten. Was bedeuten diesen Wirtschafttechnokraten schon das Leben, die Freude ein Kind heranwachsen zu sehen oder den eigenen Garten zu pflegen. Freunde mit denen man lange Sommerabende verbringt. Die eigene Entwicklung als Mensch. Dieser sattgelbe Schmetterling, den ich gestern gesehen habe oder die beiden Bussarde, die aufgregt den Traktor folgten, der die Erde umgrub. Dinge, die wirklich wichtig sind. Liebe in all ihren Facetten. Ist das wirtschaftlich verwertbar? Nein, also ist es nichts wert, nach der Logik dieser Wirtschaftsexperten. Die Wirtschaft muss laufen, sonst, so behaupten sie, gehen wir unter. Am allerliebsten lebten diese in einer Welt hedonistischer Vereinzelter, die ihren eigenen Wert lediglich an den Dingen messen, die sie kaufen können. Wachstum, dieses Wort haben sie inzwischen vollständig aufgesaugt. Meint doch Wachstum da nicht mehr, das Wachsen von Kindern oder Pflanzen oder Wissen, sondern das Vermehren von abstrakten Vermögenswerten.
Aber wofür all diese Wirtschaftlichkeit? Wertzuwachs als Selbstzweck? Es stößt mich ab. Vom Kindergarten – ach was sage ich – vom Mutterleib an, sollen wir schon gefördert, gefordert und zu ideal ökonomisch verwertbaren Arbeitsvieh gestaltet werden. Spielen bitte nur, wenn es einen Sinn hat. Als wäre das Spiel von Kindern je sinnfrei gewesen. Nur weil wir Großen den Sinn dahinter nicht mehr verstehen können.
Dumm ist das alles, so dumm, so zerstörerisch. Die nennen das Wissensgesellschaft aber in Wirklichkeit meinen sie eine Verwertungsgesellschaft, denn Wissen ist nicht mehr gefragt. Ein Wissen, das aus Erfahrungen, Erleben, Lebenszeit und Bildung (nicht Ausbildung) besteht. Wertlos, Abgewertet.
Was bleibt zu wünschen, eine Revolution? Menschen auf der Straße, die ersteinmal deutlich machen: So nicht mehr, mit uns nicht mehr, keinen Schritt gehen wir mehr mit, auch wenn wir aktuell noch keine Antworten darauf haben, wie wir aus dieser Katastrophe wieder herauskommen. Das würde mir gefallen.
Denn, dass wir schon längst in einer Katastrophe stecken, sollte jedem einigermaßen wachen Menschen klar sein. Der Preis, den unsere Lebenführung kostet, ist schon viel zu hoch. Selbstzerstörerisch ist das. Es ist schon so, wir sitzen in einem abstürzenden Flugzeug, nur das wir immer noch so hoch fliegen, dass es sich nicht, wie ein Absturz anfühlt, weil der Boden noch so weit weg erscheint. Es ist kein Sinkflug, an dessen Ende wir sanft landen werden, wenn wir den kritischen Punkt erreicht haben – von dem ich hoffe, dass er noch nicht erreicht ist – werden wir unaufhaltsam von der Schwerkraft zu Boden gerissen werden.
Ich kann mir vorstellen, dass zukünfitge Generationen – wenn wir das alles überleben – unsere Zeit als dunkles Zeitalter betrachten werden. Eine Zeit in der Egoismus, persönliche Bereicherung und der absichtlichen Dummheit, diesen Planenten mit all seinen Lebewesen fast zerstört haben. Und sie werden damit zu tun haben, dass sie die Folgen unserer Lebenweise, immer noch ausbanden dürfen. All die zerstörten Landstriche, weil hochradioaktives Material dann doch ausgetreten ist, weil in 125.000 Jahren auch die Erde ihr Gesicht verändert und niemand mit Sicherheit sagen kann, wie es aussehen wird. Oder all die versalzten, toten Landstriche, die von Giftmüll, Schweröl verseuchten und von uns leergefischten Meere, das ist das Erbe, das wir für künftige Generationen vorbereiten.
Und da heulen ein paar Wirtschafttechnokraten rum, weil man ihnen ein bisschen Geld weggenommen hat. Das ist albern und peinlich.
Jetzt ist es erstmal gut, die Sonne scheint und ich werde jetzt noch einen Tee trinken, mich anziehen und wählen gehen, dann werde ich noch ein bisschen arbeiten und heute Nachmittag ein vor die Tür gehen. Und meinen Traum, der nicht nur meiner ist, noch für ein paar wenige Stunden hegen.
Geht wählen!
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So kurz vor knapp
Verfasst von somluswelt am 26. September 2009
Tja, sicher keine Überraschung, dass ich zu denen gehöre, die morgen die Linke wählen werden. Ich nehme sie mal bei ihrem derzeitigen Wort, alles andere mal schaun. Ich wünsche mir, dass sie in eine starke Position als Opposition kommen und damit in der Lage sind gegen zu steuern. Andererseits würde es mir gut gefallen, wenn alle einigermaßen etablierten Parteien nicht mehr als 15% der WählerInnenstimmen bekommen. Das wäre doch mal für uns alle interessanter als dieses Wahlkampftheater alle paar Jahre.
Mehr kriege ich heute nicht mehr geschrieben. Der Hochkehlberg steckt mir in den Knochen :-).
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Gute Nachrichten
Verfasst von somluswelt am 24. September 2009
Ich glaube, ich habe es geschafft. Genauer werde ich das Mitte Okotber wissen, also Daumen drücken.
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Paternalismus und Arroganz
Verfasst von somluswelt am 16. September 2009
Wer gestern die Dokumentation „Die Yes-Men regeln die Welt“ (Wiederholung morgen 14:45) gesehen hat, konnte sich mal in erträglicher Weise die Abgründe wirtschaftlichen Denken zu Gemüte führen.
Heute lese ich im örtlichen Käseblatt, dass das Institut für Demoskopie Allensbach(1) eine Studie durchgeführt hat, bei der 658 Spitzenpolitiker, Unternehmenschefs und Behördenleiter danach befragt wurden, wie sie den ökonomischen Sachverstand der Bevölkerung einschätzen (!).
Das Ergebnis ist, ich sage es mal deutlich, eine Unverschämtheit. Lediglich 0,1% der Befragten schätzen (!) das Verständnis der Bevölkerung für wirtschaftliche Zusammenhänge sehr gut ein, 13% schätzen ihn für gut ein und 68% der Befragten schätzen den wirtschaftlichen Sachsachverstand der Deutschen als „weniger gut“ bis „gar nicht gut“ ein.
Das Ergebnis erklärt gut die paternalistische Haltung von Politikern, sogenannten Wirtschaftexperten und Unternehmern, die immer den Eindruck vermitteln, dass jene, die gegen die Entfesslung des Marktes aufstehen, schlicht nicht verstanden haben, was sie uns Gutes tun wollen. Was diese Jungs und die paar Mädels in dem Verein nicht verstehen, dass wir uns lediglich weigern sie so zu verstehen, wie sie das wollen.
Überrascht bin ich nicht wirklich. Wer den beseelten Blick der Miltonjünger im obig erwähnten Film gesehen hat – der in mir die Frage aufwarf, ob diese unter speziellen Drogen stehen oder ob der Glaube an den absolut freien Markt besondere, mir unbekannte, körpereigene Drogen ankurbelt – gesehen hat, weiß, dass diese nicht in der Lage sind den wirtschaftlichen Sachverstand eines Durchschnittsbürgers einzuschätzen.
Wenn wirtschaftlicher Sachverstand bedeutet, dass man ohne Werte, antisozial und gegen jede Menschlichkeit handelt, wie es in dem von mir erwähnten Film nicht deutlicher und drastischer zum Ausdruck kommen konnte, sicher, dann haben wahrscheinlich viele keinen wirtschaftlichen Sachverstand. Aber wer will so ein gewissenloses Monster schon sein. Ich nicht.
Und was den wirtschaftlichen Sachverstand des deutschen Durchschnittsbürgers angeht, würde die Menschen mit ihren Haushaltseinkommen so wirtschaften, wie es Unternehmen, Finanzindustrie und Politik tun, wären die allermeisten schon längst in der Privatinsolvenz. Was sich derzeit in Politik und Wirtschaft abspielt, zeugt deutlich davon, dass es bei den „Eliten“ an wirtschaftlichen Sachverstand mangelt. Titelt doch mein Käseblatt im Wirtschaftsteil heute: „Die Banken haben nicht kapiert“, sie verkauften immer noch hochkomplexe und undurchschaubare Finanzprodukte. Na, was für eine Überraschung aber auch. Natürlich haben sie was „kapiert“, auch die Kosten und Folgen für ihre massive Mißwirtschaft und der Verstoß gegen jede Betriebswirtschaflichkeit kann in unseren Zeiten externalisiert werden. Die Kosten dafür trägt der Steuerzahler/die Steuerzahlerin. Wie praktisch.
Wäre das Ergebnis der Studie gewesen, dass diese 658 Leute hoffen, dass wir alle keinen wirtschaftlichen Sachverstand haben, wäre das zumindest ehrlich gewesen.
Doch, doch, wir haben jede Menge wirtschaftlichen Sachverstand, deswegen sind wir ja auch nicht mit dem einverstanden, was so aus der Riege der 658 Befragten tagtäglich über uns ausgekübelt wird.
(1) Die Studie ist leider nicht öffentlich zugänglich, die Frage zum wirtschaftlichen Sachverstand der Bevölkerung erfolgte im Rahmen einer groß angelegten Panelstudie, die das Institut für die Zeitschrift Capital durchführte.
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